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Rheintaler, 12. Juli 2012, 06:36 Uhr

SBB legen Rekurs gegen Hafenzone ein

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Das Hafenareal soll zur Hafenzone werden. Die Besitzerin des Landes, die SBB, ist jedoch damit nicht einverstanden. (Bild: Michèle Vaterlaus)

ROMANSHORN. Das Romanshorner Stimmvolk hat im Juni Ja gesagt zur Umzonung des Hafenareals von einer Touristik- in eine Hafenzone. Das betroffene Land gehört jedoch den SBB. Und sie legen nun Rekurs gegen diesen Entscheid ein.

MICHèLE VATERLAUS

Die Frist ist abgelaufen. Die SBB haben gegen die Umwandlung des Hafenareals von einer Touristik- in eine Hafenzone Rekurs eingelegt. Der Grund für dieses Vorgehen: Es sei ein Verstoss gegen den Grundsatz der Planbeständigkeit. Das sagt Reto Schärli, Mediensprecher der SBB. Denn zu viele Zonenänderungen würden ein Planen auf dem Land erschweren. Und erst vor rund zehn Jahren wurde das Hafenareal zur Touristikzone umgewandelt. Nach Raumplanungsgesetz seien zwischen zwei Umzonungen 15 Jahre Abstand notwendig. Für den Romanshorner Gemeindeammann ist der Schritt der SBB aber keine Überraschung.

Nicht überraschend

Noch liege ihm der Rekurs nicht offiziell vor, daher könne er nichts Detailliertes sagen. Doch könne er einen solchen nachvollziehen. «Für den Landbesitzer ist es ein grosser Unterschied, ob das Land in der Touristik- oder in der Hafenzone liegt», sagt Bon. Denn in der Touristikzone wären Wohnbauten möglich. «Damit kann man natürlich mehr Geld verdienen.» So argumentiert man auch bei den SBB: «Die gesellschaftliche Perspektive auf Land an den Bahnlinien hat sich in den vergangenen zehn Jahren wesentlich verändert», sagt Schärli. Hätte man früher niemals neben den Bahngleisen Wohnungen gebaut, sähe das heute anders aus. «Das Land ist lukrativer geworden.»

Rekurs mit wenig Chancen

Dieter Bötschi von der IG Hafen, die sich für die Umzonung des Hafenareals eingesetzt hat, glaubt nicht, dass der Rekurs der SBB beim Kanton Chancen hat. «So zeigt es zumindest meine Erfahrung», sagt der Romanshorner Architekt. Denn bis vor zehn Jahren, erst damals wurde das Hafenareal zur Bauzone, sei dort nichts möglich gewesen. «Vorher war es SBB-Land und die Bundesbahnen hätten gar nichts darauf bauen können», sagt er. Diesen Umstand werde der Kanton in seiner Bewertung bestimmt einbeziehen.

«Umzonung war das Beste»

Gegner der Hafenzone haben vor einem Rekurs gewarnt. Noch viel mehr Sorgen machte ihnen aber eine mögliche Schadenersatzforderung, welche die SBB stellen könnten, wenn das Land umgezont wird. Doch noch hat der Kanton die Hafenzone nicht bewilligt. «Eine Forderung nach Entschädigung ist natürlich erst dann möglich, wenn die Hafenzone endgültig bewilligt ist und klar ist, wie viel Verlust die Landbesitzerin dadurch erleidet», sagt Bon. Ob die SBB eine solche Forderung stellen werden, wenn sie beim Kanton abblitzen und die Hafenzone endgültig bewilligt wird, ist derzeit noch offen.

Trotz des Einspruchs der SBB ist Dieter Bötschi überzeugt: «Die Umzonung war das Beste für Romanshorn.»

Gemäss Bon hat der Rekurs deshalb vorläufig lediglich einen Einfluss auf den Zeitpunkt des Inkrafttretens der Hafenzone. In keinem Fall werde er einen Einfluss auf die Zwischennutzung des Güterschuppenareals durch die Stadt in den kommenden fünf bis zehn Jahren haben.



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Leser-Kommentare:
2 Beiträge
unangan (13. Juli 2012, 13:15)
SBB was soll`s......

Für Fr. 5.00 damals gekauft... und nun einen Rekurs zum Volksentscheid der Romanshorner...
Ein bisschen mehr Verständnis zu den Anliegen der Romanshorner wäre angebracht.
Aber eben... die Zeiten stehen auf "Geld muss rein. Und dies ohne Skruppel zu Volksentscheiden.
Und dies eines dem Volke verpflichteten Unternehmens. Oder eben nicht....!!!....

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Lissi (13. Juli 2012, 06:42)
Zonenproblem?

Die SBB hat besseres zu tun,als in romanshorn Land zu verbauen.die. Sollen doch erst den Rest ihres unternehmens besser verwalten,auch dies würde die Rendite etwas erhöhen .ich finde es jedenfalls gut ,dass das Land umgezohnt wurde.

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