Langsam, aber sicher sollte die Serie der knappen Niederlagen der Blau-Weissen ein Ende nehmen. Langsam, aber sicher sollte es sich auch auszahlen, dass die jungen Wilden von der Aegeten mit unermüdlichem Elan und Kampfgeist gegen die gestandenen Vereine der 1. Liga Classic anrennen, dass sie über weite Strecken auf Augenhöhe mitspielen. Und langsam, aber sicher sollte sich das grosse Lazarett der Widnauer wieder lichten. Sonst bleibt es in den nächsten Spielen weiter schwierig mit dem Toreschiessen und den Punktgewinnen.
So waren im Match gegen die Tessiner vom Goldhügel die Offensivkräfte Ceyhun Tüccar, Timon Cabezas, Noah Thönig und Yasir Mihci genauso wie Tobia Walt wegen Blessuren gar nicht erst im Kader. Während bei den Tessinern alle Fachkräfte – unter anderem der langjährige Lugano-Spieler Maria Bottani – auflaufen konnten.
Sturmlauf der Gäste mit dem entscheidenden Tor
Das machte sich bemerkbar. Collina d’Oro setzte von Anpfiff an zu einem Sturmlauf an. Die Aegeten-Boys wurden minutenlang im eigenen Strafraum eingeschnürt und wehrten sich nach Kräften. Wenn sie doch ab und zu über die Mittellinie und in den gegnerischen Strafraum kamen, blieb ihr Spiel zu durchsichtig und einfallslos. In der ganzen ersten Halbzeit kamen die Schützlinge von Trainer Andreas Lüchinger nur zu zwei Chancen.
Doch zuvor war in der 31. Minute das spielentscheidende 0:1 gefallen. Ausgangspunkt war ein Fehler von Verteidiger Luca Giorlando, der an und für sich eine gute, sichere und konsequente Partie spielte, doch in diesem Moment eine Ballrückgabe in einer ungefährlichen Situation viel zu schwach und zu kurz ausführte. Die rechte Tessiner Sturmspitze Lucas Julian Inguimert Di Palma sprintete dazwischen und überwand den chancenlosen Widnauer Goalie Ilija Kovacic.
Trotz der eklatanten Überlegenheit der Gäste hatte Widnau vor der Pause noch zwei Torchancen, die aber kein zählbares Ergebnis zeitigten. So fand ein Schuss von Lirim Shala nach toller Vorarbeit von Alessio de Simeis den Weg hinter die Torlinie nicht. Genauso wenig klappte es nach einem scharfen Querpass von rechts, den sowohl Shala als auch Stefano D’Amico um eine Fussspitzenlänge verfehlten.
Es gibt keine attraktiven Strafraumszenen mehr
Es folgte eine ausgeglichene zweite Spielhälfte mit teils gefälligem Spiel auf beiden Seiten, aber keinen attraktiven Strafraumszenen mehr – sieht man von einem Lattentreffer des «Goldhüglers» Daouda Soumahoro in der 64. Minute ab. Jener Soumahoro war es dann auch, der Widnaus Verteidiger Oliver Neumann mit einem Schlag mit dem Unterarm kurzfristig ins Land der Träume schickte und dafür von Schiri Rothenfluh, der sonst gut agierte, nur die gelbe Karte bekam.
In der letzten Viertelstunde spielten die Blau-Weissen dann «Hollywood» und versuchten, mit Kick’n’Rush-Spiel auf den nach vorne beorderten Raoul Marino noch eine zwingende Torchance zu erarbeiten, was aber nicht gelang. Marino war an diesem Tag der beste Akteur der Lüchinger-Truppe. Diese muss am nächsten Wochenende beim punktgleich ebenfalls am Tabellenende liegenden Aufsteiger Locarno beweisen, dass sie in der Lage ist, wenigstens gegen die wahrscheinlichen direkten Abstiegskonkurrenten Punkte zu ergattern.
1. Liga Classic, Gruppe 3
Widnau – Collina d’Oro 0:1 (0:1)
Tor: 31. Di Palma.
Widnau: Kovacic; Marino, Neumann, Giorlando (63. Ivanusa); De Almeida, Györky, Shala (75. De Man), M. Metzler (85. Schmid); De Simeis; D’Amico, Canoski.
Gelbe Karten: 25. M. Metzler, 58. Canoski, 79. Marino – Collina d’Oro 2.
0:1 gegen Collina d’Oro: Wieder null Punkte für Widnau