Für einen kurzen Moment sah es so aus, als hätte Stadtpräsident Ruedi Mattle seine Notizzettel im Büro vergessen. «Da hätte ich hier vorne ganz schön alt ausgesehen», sagte er. Das Manuskript fand sich – die Redewendung aber blieb. Denn wer «alt aussieht», steht in unserem Sprachgebrauch schlecht da, hat den Kürzeren gezogen oder verloren.
Dabei gebe es durchaus eine Lebensphase, in der man gerne älter aussehe: Kinder strecken stolz möglichst viele Finger in die Höhe und möchten lieber heute als morgen gross sein. Auch bei der Altstätter Altstadt sei das Alter positiv besetzt: Sie werde gerade wegen ihres Alters und ihrer langen Geschichte geschätzt. Diesen Blick sollten wir auch auf Menschen richten, sagte Ruedi Mattle:
Alt sagt, wie lange jemand da ist. Nicht, wie viel jemand wert ist.
80, 85, 90 oder noch mehr gelebte Jahre seien deshalb ein guter Grund, innezuhalten, zusammenzukommen und gemeinsam zu feiern. Ruedi Mattle gratulierte allen Jubilarinnen und Jubilaren herzlich zu ihren Geburtstagen. Besonders ehrte er die älteste anwesende Frau und den ältesten anwesenden Mann: Blanka Kobler, die im Haus Viva lebt, feiert im Dezember ihren 101. Geburtstag; Beni Ebnöther aus Altstätten ist 93 Jahre alt.
Gemeinsam 9658 Lebensjahre
Insgesamt nahmen 112 Jubilarinnen und Jubilare teil. 71 Frauen und 41 Männer. Zusammen vereinten sie 9658 Lebensjahre. Bei feinem Essen aus der Rhyboot-Küche und den Klängen der Hendermoos-Bueba verbrachten die Seniorinnen und Senioren einen geselligen Mittag. Als Jubilarinnen und Jubilare gelten alle Einwohnerinnen und Einwohner, die ihren 80., 85. oder 90. Geburtstag feiern oder bereits über 90 Jahre alt sind. Die Stadt lädt sie jedes Jahr zur Altersfeier ein.
112 Jubilarinnen und Jubilare feierten im «Jung Rhy» das Alter