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75 Jugendliche entwickeln Zukunftsideen auf dem Bodensee

Jugendliche aus vier Ländern haben auf der MS Gunzo ihre Vorstellungen für die Zukunft der Region entwickelt. Im Zentrum standen Klimaschutz, Bildung, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe.

Von pd
aktualisiert vor 55 Minuten

Jugendliche aus der Schweiz, Österreich, Deutschland und Liechtenstein haben sich Anfang Juli beim IBK-JugendZukunftsDialog auf dem Bodensee getroffen. An Bord der MS Gunzo tauschten sich Vertreterinnen und Vertreter aus 14 Jugendgremien der internationalen Bodenseeregion aus, arbeiteten gemeinsam an Zukunftsfragen und setzten ein Zeichen für grenzüberschreitende Jugendbeteiligung.

Im Mittelpunkt standen die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie das diesjährige Schwerpunktthema der Internationalen Bodensee-Konferenz (IBK) unter Vorsitz des Kantons Zürich: Zukunftsvisionen und Zukunftsbilder. Die Jugendlichen hatten den thematischen Schwerpunkt gemeinsam festgelegt und die inhaltliche Konzeption des JugendZukunftsDialogs über mehrere Monate hinweg in einem eigenen Organisationsteam entwickelt. Die Teilnehmenden stiegen in Friedrichshafen, Romanshorn und Bregenz zu. 

Konkrete Ideen für eine gemeinsame Zukunft

In neun Workshops beschäftigten sich die Jugendlichen mit unterschiedlichen Zukunftsthemen. Dabei ging es unter anderem um Klimaschutz, erneuerbare Energien, Bildung, Chancengleichheit, Barrierefreiheit und gesellschaftliche Teilhabe. 

Deutlich wurde: Die Jugendlichen wünschen sich mehr Tempo beim Ausbau erneuerbarer Energien, ohne dabei Naturschutz, Flächenverbrauch und Speichertechnologien aus dem Blick zu verlieren. Auch der Klimawandel, der Schutz der Artenvielfalt und die Chancen einer nachhaltigen Wirtschaft spielten eine wichtige Rolle. Im Bildungsbereich sprachen sich die Teilnehmenden für bessere individuelle Förderung, kleinere Klassen, mehr Schulsozialarbeit sowie moderne und barrierefreie Lernumgebungen aus.

Besonders intensiv diskutiert wurde ausserdem, wie Barrierefreiheit im Alltag verbessert werden kann. Genannt wurden unter anderem Gebärdensprache an Schulen, zusätzliche visuelle Informationen bei Lautsprecherdurchsagen, Grundkurse in Gebärdensprache und mehr gesellschaftliche Inklusion. Der Anlass machte deutlich, wie unterschiedlich die Lebensrealitäten junger Menschen in der Bodenseeregion sind. 

Mit an Bord waren unter anderem Jugendliche mit Fluchterfahrung aus der Ukraine, junge Menschen mit unterschiedlichen sprachlichen Voraussetzungen sowie Teilnehmende mit körperlichen Einschränkungen. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Perspektiven prägten die Diskussionen in den Workshops und bereicherten den Austausch.

Der IBK-JugendZukunftsDialog wurde gemeinsam mit zahlreichen Projektpartnern, der Internationalen Bodensee-Konferenz und dem Programm «Young Skills, Young Voices!» umgesetzt. Er soll die internationale Vernetzung der Jugendgremien stärken und Impulse aus der Sicht junger Menschen in politische Entscheidungsprozesse der Bodenseeregion einbringen.