Agglomerationen können Motoren für die Wirtschaft sein | Der Rheintaler

Berneck 01.12.2023

Agglomerationen können Motoren für die Wirtschaft sein

Die Mitgliederversammlung des Vereins Agglomeration Rheintal stellte die Weichen für das kommende Jahr. Im Vorstand wird es zu personellen Wechseln kommen.

Von pd/red
aktualisiert am 01.12.2023

Viele Beispiele belegen das Potenzial von Agglomerationen als wirtschaftliche Hochleistungsmotoren. Dieses Entwicklungspotenzial will die Agglomeration Rheintal nützen. Für 2024 sind weitere wichtige Schritte geplant, wie bei der Mitgliederversammlung in Berneck deutlich wurde. Weiterhin ungelöst bleiben allerdings wichtige grenzüberschreitende Verkehrsfragen.

Agglo-Programm der 5. Generation auf Kurs

Im vergangenen Jahr wurden bedeutende Fortschritte in der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit erzielt, die im folgenden Jahr mit dem neuen Agglomerationsprogramm Rheintal 5. Generation (AP5) weiter ausgebaut werden sollen. So wurden als Entwicklungsschwerpunkte im Jahr 2023 Massnahmen im Bereich Wohnen sowie bezüglich Arbeits- und Betriebsgebiete erarbeitet. Aktuell laufen dazu vertiefende Analysen zu regional koordinierten Betriebsgebieten, zur Quartier- und Innenentwicklung im Siedlungsbereich sowie zum Ausbau der Bahnhofsareale zu multimodalen Drehscheiben. Die Umsetzung soll dann im AP5 erfolgen.

Anpassung an den Klimawandel

Ebenfalls Fortsetzung finden soll der diesjährige Arbeitsschwerpunkt der Erarbeitung zur Klimawandelanpassung, für die der Kanton St. Gallen und das Land Vorarlberg gemeinsam Grundlagen und Strategien erarbeitet haben. Die entstandenen Klimawandelmodellierungen wie z. B. Hitzekarten, die Erfassung von Kaltluftentstehungsgebieten und Kaltluftströmen bilden eine Grundlage für das AP5.

Im Herbst 2024 liegt das AP5 dann zur öffentlichen Stellungnahme auf und wird im darauffolgenden Jahr 2025 beim Schweizer Bund eingereicht werden.

S18-Nachfolgelösung weiterhin ungelöst

Vereinspräsident Reto Friedauer ging in seinen Ausführungen auch auf die ablehnende Haltung der Lustenauer Bevölkerung bei der jüngsten Volksbefragung zur Ostumfahrung Lustenau (CP-Variante) ein. Er erinnerte daran, dass die gesamte Verkehrsstrategie der grenzüberschreitenden Agglomeration Rheintal auf einer leistungsfähigen und verkehrswirksamen Autobahnverbindung basiere. Dies sei im Agglomerationsprogramm verankert. Nicht realisierbare Lösungen zu proklamieren wie die Variante Lustenau Süd oder nur auf kurz- und mittelfristige Massnahmen im Raum Lustenau zu setzen, seien keine geeigneten Lösungsansätze für die Region. Der fehlende Konsens in dieser wichtigen Frage blockiere auch nachgelagerte Verkehrsstrategien und -projekte im Raum Mittelrheintal.

Schwerpunkte für 2024

Ein weiterer Meilenstein steht kurz bevor: Das Agglomerationsprogramm Rheintal 4. Generation (AP4) soll in den nächsten Tagen durch das Schweizer Parlament beschlossen werden. Dies bedeutet auch einen wichtigen finanziellen Schub und wird die Umsetzung der ersten geförderten Maßnahmen im Jahr 2024 ermöglichen.

Das Budget für das Arbeitsprogramm 2024 wurde einstimmig von der Mitgliederversammlung beschlossen. Während einige Gemeinden bereits in den Startlöchern für die Umsetzung der Massnahmen des AP4 ab Januar 2024 sind, bearbeitet der Verein Themen für die Einreichung in die 5. Programmgeneration. So sind je ein Workshop zum Thema «Parkraummanagement im Bereich Naherholung» und zum Umgang mit flächen- und lärmintensiven Betrieben vorgesehen.

Vereinspräsident Reto Friedauer betont:

Das Agglomerationsprogramm ist für die Region Rheintal mehr als nur ein Förderinstrument, es dient als wichtiges Instrument zu einer intensiven grenzüberschreitenden Zusammenarbeit.

Im Vorstand wird es in den nächsten zwei Jahren zu Wechseln kommen. Rainer Siegele, Vize-Präsident und Bürgermeister von Mäder wird im Frühjahr 2024 und Präsident Reto Friedauer im Frühjahr 2025 aus dem Vorstand zurücktreten. Das teilten die Beiden an der Mitgliederversammlung mit.

Mehr Informationen zum Verein gibt es unter www.agglomeration-rheintal.org.