Im Wissen, zwei Punkte über dem Strich zu liegen, empfing der FC Altstätten am Samstagabend die zweite Mannschaft des Promotion-League-Vereins Schaffhausen. Den Rheintalern war klar: Um einer Zitterpartie aus dem Weg zu gehen, mussten sie das Spiel gewinnen. Die Vorzeichen darauf standen nicht schlecht, zumal der Gegner nicht allzu weit vor Altstätten lag und der FCA auf der Gesa stark ist.
Zudem durfte die Städtli-Elf in diesem Spiel wieder auf Spielertrainer Egzon Shabani auf dem Feld zählen, er wurde letzte Woche bei der 1:2-Niederlage gegen Wil II schmerzlich vermisst. Doch zuerst galt es noch, von drei Spielern Abschied zu nehmen. Marcio Alder – er zeigte danach am linken Flügel eine äusserst engagierte Leistung – wechselt zurück zu seinem Stammverein Rorschach-Goldach. Auch Felipe Lucho und Patrick Babic verlassen die Gesa. Diese beehrten derweil fünf Schaffhausen-Fans, die einen astreinen Dauer-Sing-Sang auf das Parkett legten und die Kulisse so überraschend bereicherten.
Zwei Traumtore, eines davon zählt
Sie und alle anderen der vielen Zuschauerinnen und Zuschauer sahen danach, wie die Schaffhauser nach 75 Sekunden beinahe ein Eigentor fabrizierten, Torhüter Erion Bajrami konnte den Ball gerade noch von der Linie kratzen. Altstätten blieb danach am Drücker und reklamierte zweimal engagiert einen Penalty, der Schiedsrichter entschied sich aber anders und liess weiterspielen. Nur wenig später wurde Egzon Shabanis wuchtiger Abschluss noch geblockt, es blieb beim 0:0.
Dies änderte sich in der 17. Minute, als Bryan Mendes die Gäste mit einem Traumtor in Führung brachte. Er schoss den Ball von der Strafraumgrenze per Dropkick direkt unter die Latte, Mirel Eugster im Altstätter Tor war chancenlos. Neun Minuten später gelang auch Cédric Hendschin für die Gäste ein Traumtor, doch dieses zählte wegen einer Abseitsposition nicht.
«Chömed emol endlich!» hiess es von der Tribüne – und der Fan hatte recht. Altstätten war zwar im Spiel, konnte sich gegen die Schaffhauser Abwehr, die zuvor in drei Spielen kein Gegentor erzielt hatte, einfach nicht durchsetzen. Dies lag auch daran, dass der FCA nach vorne die Präzision vermissen liess und zu viele Fehlpässe spielte. Abschlüsse gab es zwar immer wieder, so auch durch Alder und Mehmet Sefa Gaye vor der Pause, sehr gefährlich waren diese aber nicht. So stand es zur Pause 0:1 und der Blick ging auf die anderen Plätze. Chur lag wenig überraschend gegen Aufstiegskandidat Seefeld ZH 0:3 hinten und war so rasch aus der Verlosung. Wil II hingegen führte bei Dardania SG und wäre zu diesem Zeitpunkt auf Kosten des FCA gerettet gewesen.
Altstätten steigert sich nach der Pause stark
Nach dem Seitenwechsel zeigte Altstätten alles, was zuvor noch gefehlt hatte – vor allem waren die Gastgeber nun deutlich bissiger und in der Offensive präsenter. In der 48. Minute schoss Shabani nur knapp daneben, fünf Minuten später war es Edmir Zulic, dessen Weitschuss nur um Zentimeter am Tor vorbeistrich. Danach küsste der Ball nach einer Hereingabe von links den Aussenpfosten. Es war sehr gut sichtbar, wie sich der FCA zu steigern wusste, der Ausgleich lag förmlich in der Luft.
In der 61. Minute kam dann Manuel Stüdli ins Spiel. Er zeigte schon vor einer Woche in Wil eine sehr gute Leistung und knüpfte an diese an. Keine zwei Minuten nach der Einwechslung dribbelte er sich durch, legte den Ball auf Zulic, dessen Abschluss mit der Hand geklärt wurde – diesmal gab es den Penalty für Altstätten. Zulic lief an – und scheiterte am starken Bajrami im Schaffhauser Tor. Der Ausgleich war damit aber nur aufgeschoben. In der 66. Minute traf Alex Ybrah mit einem wuchtigen Flachschuss zum mittlerweile sehr verdienten 1:1. Auch bei diesem Tor hatte Stüdli seine Füsse im Spiel.
Altstätten wusste, im Vergleich mit Wil II in Sachen Strafpunkte besser dazustehen. Dennoch suchte der FCA das 2:1 sehr aktiv, während von den Gästen nun gar nichts mehr kam. Shabani vergab zweimal den Matchball; er hatte deutlich mehr vom Spiel als noch vor dem Seitenwechsel. Danach plätscherte das Spiel seinem Ende entgegen – Altstätten fokussierte sich nun darauf, keine Karten zu holen und kein Tor zu kassieren.
Weil dies sehr gut gelang – Altstätten kam über 90 Minuten ganz ohne Karte aus – feierte der FCA den Ligaerhalt. Wil II nützte sein Auswärtssieg bei Dardania SG nichts mehr.
Altstätten feiert dank einer Leistungssteigerung den Ligaerhalt