Fussball vor 54 Minuten

Altstätten kassiert gegen den FC Seefeld ein Stängeli

Beinahe wurde das «dreckige Dutzend» voll: Nach einer indiskutablen Leistung schlichen die Städtli-Kicker mit hängenden Köpfen von der Gesa. Kein Wunder, hatten sie vom FC Seefeld ZH doch gleich elf Tore eingeschenkt bekommen.

Von Gerhard Huber
aktualisiert vor 52 Minuten

Es war wohl allen 140 Zuschauern auf der Gesa vor Spielbeginn bewusst, dass es für die Städtli-Kicker schwer würde, gegen das als Aufstiegsfavorit gehandelte Seefeld Punkte zu erreichen. Doch, wie sagt man so schön, die Hoffnung stirbt zuletzt. Denn die Koller-Elf muss in dieser Saison Punkte von Anfang an sammeln, will sie einen Platz über dem Abstiegsstrich ergattern.

Am Sonntag war es mit der Hoffnung schon nach 13 Minuten vorbei, als die Seefelder 3:0 vorne lagen. Die Zürcher hatten sofort das Kommando übernommen und schnürten die Gelb-Schwarzen im eigenen Strafraum ein. Und die Tore fielen wie reife Pflaumen. Schon in der siebten Minute fabrizierte die unorganisiert, chaotisch und überfordert wirkende Abwehr der Heimischen eine Kerze, als der Ball weggeschlagen werden sollte. Der Seefelder Marius Blatter reagierte am schnellsten, nahm den Ball im Fünfer elegant an und reichte ihn überlegt an Sturmpartner Leandro Gonzalez Vazquez weiter, der unhaltbar für FCA-Goalie Bejadin Sazimanoski einschoss.

Nach zehn Minuten war wieder Marius Blatter der Passgeber, diesmal durfte Giona Kerler vollenden. Und in der 13. Minute war es Blatter selbst, der einen weiten Einwurf von rechts zum 3:0 veredelte. Der einzige Altstätter, der danach eine Reaktion zeigte, war Trainer Thomas Koller, dessen Aufruf «Ihr müsst euch mehr wehren!» lautstark über den Platz hallte. Doch geholfen hat es nichts. Im Zehn-Minuten-Takt fielen Seefelder Tore.

So das 0:4 durch einen Penalty nach einem Foul am im Strafraum nicht unter Kontrolle zu bringenden Gonzalez Velazquez, der von Xeno Fresneda verwertet wurde. So die Tore zum 0:5 und 0:6 vor dem Pausenpfiff, die Valentin Leu mit einem wuchtigen Kopfball nach einem Eckball und Xeno Fresneda mit einem platzierten Flachschuss erzielten. Das bittere Sahnehäubchen auf dieser desaströsen Halbzeit war dann das 0:7 in der Nachspielzeit, das Moreno Ferrari per Kopf realisierte.

Das grosse Wechselspiel von Trainer Koller zur Pause, er tauschte gleich drei Spieler aus, brachte spielerisch und mental nichts. Der FCA agierte weiter wie ein Team, das sich in die 2. Liga inter verirrt hat. So war es nur eine Frage von Minuten, bis wieder Gonzalez Vazquez nach einem kurzen Zuspiel von links das 0:8 einschenkte. Nur eine Minute später fiel das 0:9, das der eingewechselte Iwan Seglias aus dem Getümmel einnetzte. Das Stängeli voll machte dann ein Kopfball nach einem Eckball. Diesmal war es Loris Bachmann, der seinen Charakterkopf richtig in die Flugbahn des Balles hielt.

Fehlt nur noch der Treffer zum 0:11, den die Zürcher nach einem schnellen Konter und durch Ivan Seglias zuwege brachten. An dieser Stelle ein Wort zum Altstätter Torhüter Bejadin Sazimanoski: Er war wohl der grösste Unglücksrabe auf dem Platz. Von den elf Gegentreffern konnte man ihm nur an einem eine Mitschuld geben. Sonst hielt er, was zu halten war – während kein einziger seiner Mitspieler auch nur Normalform erreichte.

Unglücklich war auch Trainer Thomas Koller, der versuchte, die hohe Niederlage zu begründen: «Wir waren einfach nicht parat und haben uns von Beginn an von einem grossartig aufspielenden Gegner den Schneid abkaufen lassen. Seefeld war in allen Beziehungen besser. Spielerisch, athletisch und mental. Doch das war nur das erste Spiel der Meisterschaft. Wir werden die Komfortzone verlassen und künftig um jeden Punkt kämpfen.»