Die Stadt Altstätten und die Gemeinden Oberriet, Rüthi und Sennwald wollen ihre Abwasserreinigung künftig gemeinsam organisieren. Nachdem sich die vier Gemeinden auf eine gemeinsame Abwasserreinigungsanlage geeinigt hatten, wurde im Rahmen einer vertieften Standortstudie untersucht, wo diese realisiert werden soll. Verglichen wurden die bestehenden ARA-Standorte in Altstätten und Oberriet sowie ein neuer Standort in Kriessern.
Auf eine detaillierte Prüfung der Standorte Rüthi und Sennwald wurde aufgrund der engen Platzverhältnisse und der hydraulischen Gegebenheiten verzichtet. In der Siedlungsentwässerung wird der Begriff hydraulisch für die Fliess- und Leistungsverhältnisse im Kanalnetz verwendet. Dazu gehören beispielsweise Höhenlagen, Gefälle, Leitungskapazitäten und die Frage, ob beziehungsweise wie stark Abwasser gepumpt werden muss. Altstätten erwies sich dabei als am besten geeignet.
Standorte wurden gründlich geprüft
Gegen den Standort in Oberriet sprachen unter anderem die Nähe zum Siedlungsgebiet und zu einer Hochspannungsleitung. Ein komplett neuer Standort in Kriessern hätte vollständig erschlossen werden müssen und wäre entsprechend aufwendiger gewesen. Zudem hätten aus raumplanerischer Sicht technische und wirtschaftliche Gründe für einen Neubau an diesem Standort sprechen müssen.
Dies war nicht der Fall. In Altstätten kann die neue Anlage hingegen auf der Wiese westlich des Stadtbachs und damit in unmittelbarer Nähe zur bestehenden ARA realisiert werden. «Wir haben nicht einfach den bestehenden Standort übernommen, sondern verschiedene Möglichkeiten sowie Vor- und Nachteile sorgfältig gegeneinander abgewogen», sagt der Altstätter Stadtrat Andreas Broger in seiner Funktion als Leiter der Lenkungsgruppe und ergänzt:
Altstätten bietet in der Gesamtbetrachtung die besten Voraussetzungen. Sowohl für die Realisierung als auch für einen langfristig sicheren und leistungsfähigen Betrieb.
Ein weiterer Vorteil ist, dass die bestehende ARA Altstätten während der Bauphase der neuen Anlage weiter betrieben werden kann. Erst nach der Inbetriebnahme der Gemeinschaftsanlage soll die bestehende Anlage vollständig zurückgebaut werden.
Stimmvolk entscheidet über einen Zweckverband
Der nun gefällte Standortentscheid ist ein wichtiger Meilenstein, bedeutet aber noch nicht den definitiven Bauentscheid. Für die gemeinsame Planung, Finanzierung, Erstellung und den späteren Betrieb der Anlage soll der Zweckverband ARA Oberes Rheintal gegründet werden.
Über den Beitritt zum geplanten Zweckverband befinden die Vertragsgemeinden voraussichtlich im Spätherbst beziehungsweise im Frühjahr 2027 an ihren jeweiligen Bürgerversammlungen. Der Baukredit ist dann noch nicht Gegenstand der Vorlage. Über diesen wird in einem weiteren Schritt zu einem späteren Zeitpunkt separat entschieden, sofern alle vier Gemeinden dem Zweckverband beitreten und die Vereinbarung durch das zuständige Departement genehmigt wird.
Altstätten soll Standort der ARA Oberes Rheintal werden