Projektleiter Roland Hollenstein von NRP Ingenieure AG zeigte im Anschluss an die Versammlung des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen den Delegierten und Behördenvertreterinnen und -vertretern auf, wie das Grossprojekt seit der Auflage weiterentwickelt wurde und weshalb die Anpassungen nötig sind.
Rietaach-Böschungen punktuell anpassen
Die vertieften Abklärungen und Optimierungen betreffen Wege und Dämme ebenso wie den Gewässerraum, die Zugänge zum Wasser und die baulichen Lösungen an sensiblen Abschnitten. Wege im Gewässerraum bleiben, wo es sinnvoll ist, als Kieswege bestehen. Befestigte Strassenabschnitte sind lediglich noch an Stellen vorgesehen, an denen sie betrieblich nötig sind. Entlang der Rietaach wurden Böschungen punktuell angepasst, damit Schutzwirkung und Bepflanzung zusammenpassen. Insgesamt zeige sich das Projekt heute ausgereift und sorgfältig abgestimmt.
Ein besonderes Augenmerk wurde in der Detailplanung dem Drosselbauwerk geschenkt. Dort geht es nicht nur um Funktion und Sicherheit, sondern auch um die Sicherstellung der Befahrbarkeit für Böötler. Das Projekt wurde so angepasst, dass der Bootsdurchgang weiterhin möglich bleibt. Vorgesehen sind unter anderem eine Auswasserungsstelle sowie eine gezielte Linienführung zwischen den Störsteinen.
Dank dieser Massnahmen können Boote den Abschnitt sicherer passieren. Auch die Signalisation wurde im Detail ausgearbeitet, geprüft und ergänzt. Die Signalisation wird nicht nur flussabwärts angebracht, sondern ebenso für Kanufahrerinnen und Kanufahrer, die gegen den Strom paddeln, auch flussaufwärts.
Schwemmholz wird abgefangen
Neu positioniert und angepasst wurde der Holzrechen vor dem Drosselbauwerk. Er soll die beiden Betriebsdurchlässe schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass Schwemmholz gezielt abgefangen wird, ohne die Funktion der Anlage zu beeinträchtigen. Damit entsteht ein System, das technisch anspruchsvoll ist, aber genau auf die Anforderungen an diesem Standort zugeschnitten wurde.
Roland Hollenstein machte deutlich, dass die Lösungen in enger Abstimmung mit den Fachstellen entstanden sind. Ziel sei es gewesen, Schutz, Betrieb und Nutzung überzeugend miteinander zu verbinden.
Eine wichtige Klärung gab es auch bei der vorgesehenen Fuss- und Velobrücke nach der Einmündung der Ländernaach in den Binnenkanal. Diese wird aus dem Hochwasserschutzprojekt herausgelöst und nicht weiter im Gesamtdossier geführt. Damit wird das Hochwasserschutzprojekt entlastet und kann sich auf seine wasserbaulichen Kernaufgaben konzentrieren.
Auch beim Gewässerraum sind grosse Teile bereinigt. Die meisten Einsprachen konnten in Gesprächen gelöst werden. Offen bleibt vor allem die definitive Festlegung des Gewässerraums. Trotzdem ist unverkennbar, dass das Projekt Schritt für Schritt vorankommt.
Zeitplan bleibt ambitioniert
Als Nächstes sollen die bereinigten Unterlagen mit Bund und Kanton weiter abgestimmt werden. Danach folgen Mitwirkung, Auflage und die weiteren formellen Schritte. Der Zeitplan bleibt ambitioniert. Falls die nächsten Etappen wie vorgesehen verlaufen, ist der Baustart für das Hochwasserschutzprojekt im Jahr 2028 vorgesehen. Damit wird immer deutlicher, dass aus einem langjährigen Planungsprojekt ein konkret vorbereitetes Bauvorhaben wird.
Anpassungen am Binnenkanal verbessern Schutz und bringen Vorteile für Böötler