11’761 Personen waren im Kanton St. Gallen Ende Dezember bei einem RAV gemeldet. Damit stieg die Arbeitslosenquote weiter – sowohl gegenüber Ende November (+307 Stellensuchende) als auch gegenüber dem Vorjahr (+1247 Stellensuchende).
Besonders stark war die Zunahme im Rheintal. Hier verzeichnete der Kanton 19,3 Prozent mehr Arbeitslose als noch im Dezember 2024. Damit weist das Rheintal die zweithöchste Zunahme im Kanton auf. Einzig im Wahlkreis Werdenberg (+23 Prozent) stieg die Zahl der Stellensuchenden noch deutlicher.
Alle Regionen betroffen
Die Wahlkreise Rheintal und Werdenberg bilden aber keine Ausnahme. Wie der Kanton mitteilt, erhöhte sich die Zahl der Stellensuchenden im Vorjahresvergleich in allen Regionen. Der Anstieg gegenüber dem Dezember 2024 betreffe Stellensuchende aus der Industrie und dem verarbeitenden Gewerbe mit 9,1 Prozent weniger stark (+382 auf 4565 Personen) als Stellensuchende aus dem Dienstleistungssektor mit 13,9 Prozent (+850 auf 6958 Personen), schreibt der Kanton. Die Entwicklung in der ganzen Schweiz verlaufe ähnlich. Hier betrage die Zunahme gegenüber dem Vorjahr 10,8 Prozent.
Zwischen den Altersgruppen sind die Unterschiede gering. Bei den 15- bis 24-Jährigen beträgt der Anstieg gegenüber dem Dezember 2024 12,0 Prozent (von 1150 auf 1288) und bei den 25- bis 49-Jährigen 11,6 Prozent (von 6219 auf 6943). Einen ähnlich hohen Anstieg gab es bei den 50-Jährigen und Älteren, nämlich 12,2 Prozent (von 3145 auf 3530). Dies steht im Kontrast zum Vorjahr: 2024 waren die Jüngeren noch stärker von einer Zunahme betroffen als die Älteren.
Auch die Zahl der offenen Stellen ist leicht gestiegen. So waren zum Jahresende 3036 offene Stellen gemeldet. Das sind 459 mehr als vor Jahresfrist und 110 mehr als im Vormonat. Rund 49 Prozent davon stammen aus meldepflichtigen Berufen. Am stärksten gesucht sind Hilfsarbeitskräfte, Personen in Dienstleistungsberufen, Verkäuferinnen und Verkäufer sowie Personen in Handwerks- und verwandten Berufen.
Kurzarbeit verhindert höheren Anstieg der Arbeitslosigkeit
Dass die Zahl der Stellensuchenden nicht noch höher liegt, ist vor allem der Kurzarbeit zu verdanken. Für den Januar 2026 haben 71 Betriebe 2099 Mitarbeitende zur Kurzarbeit vorangemeldet. Damit ist die Zahl der Betriebe um acht und die Zahl der vorangemeldeten Mitarbeitenden um elf gesunken. Die US-Zölle spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle und werden nur von einem Fünftel der Unternehmen als Begründung genannt. Im Vordergrund stünden vor allem generell konjunkturell bedingte Schwierigkeiten, heisst es in der Mitteilung.
Anstieg der Arbeitslosigkeit setzt sich fort – Zunahme im Rheintal besonders stark