2025 war für die meisten regionalen Fussballteams ein gutes Jahr. Der FC Widnau stieg in die 1. Liga auf, der FC Rüthi in die 2. Liga – und auch aus Altstätten, Montlingen, Au-Berneck, Rebstein und Rheineck gibt es Positives zu melden. Im 2026 soll es genau so weitergehen.
Es war ein spannendes Spiel, das am 7. Juni unter strömendem Regen in Uster stattfand. Widnau reiste mit dem Plan an, mit einem Sieg den Aufstieg in die 1. Liga zu fixieren, doch die Gastgeber waren nicht zu Geschenken aufgelegt. Nach zehn Minuten führten sie 2:0. Doch dann drehte der FC Widnau das Spiel, gewann es mit 3:2 und stieg in die 1. Liga Classic auf.
Er stellte in der letzten Interregio-Saison nicht zwingend die besten Einzelspieler, aber ganz sicher das beste Team. Der Zusammenhalt, der beim FCW auch spürbar ist, wenn man dem Spiel nur als Aussenstehender zuschaut, beeindruckt. Und obwohl die Mannschaft in der 1. Liga viel Mühe bekundet, ist klar: So schnell werden sich die Widnauer nicht aufgeben. Sie sind voller Tatendrang, in der Rückrunde eine bessere Rolle einzunehmen als im Herbst.
Altstätten hält die Liga, Montlingen ist Leader
Der FC Altstätten erlebte keine ruhige Winterpause, es gab einige Veränderungen. Aber selbst nach einer langen Niederlagenserie gab die Städtli-Elf nie auf und belohnte sich mit dem letztlich souveränen Erhalt der 2. Liga interregional. Auch in den Schweizer Cup schaffte es Altstätten abermals – in Romanshorn überstand er dabei sogar eine Runde, dann war gegen den SC Cham aber Endstation.
In der aktuellen Saison ist es für den FCA wieder ein Kampf um den Klassenerhalt. Positiv zu werten ist, dass sich der Verein nicht verstellt, dass er sich selber treu bleibt. Es ist nicht zu erwarten, dass er sieben Transfers macht. Es ist aber zu erwarten, dass er weiterhin leidenschaftlich kämpft.
In der 2. Liga liegt der FC Montlingen an der Tabellenspitze. Die letzte Saison beendeten die Oberrheintaler noch im vorderen Mittelfeld, nun ist ihnen ein Sprung nach vorn gelungen. In Montlingen wird stets Spektakel geboten, das war schon in der letzten Saison so – nun wurde die Mannschaft aber besonders defensiv stabiler, ohne etwas von ihrer ständigen Torgefahr einzubüssen. Sie hat ohne jeden Zweifel das Zeug, bis zum Schluss um den Aufstieg in die 2. Liga inter mitzuspielen, wobei die Konkurrenz, besonders aus Ruggell sowie aus dem Puschlav, ebenfalls Ambitionen angemeldet hat.
Au-Berneck hält die Liga, Rüthi überraschte alle
Positiv verlief das Jahr 2025 auch für den FC Au-Berneck. Er stieg mit nur wenigen Punkten in die Rückrunde, verlor dann Direktbegegnungen, gab sich aber nie geschlagen. Die Elf von Daniele Polverino und Didi Metzler bewies, über einen intakten Teamgeist zu verfügen und machte mit dem Ligaerhalt das zwischendurch unmöglich Scheinende noch möglich – der Erfolg war aber verdient.
In der neuen Saison ist es auf der Tägeren ruhiger geworden, der FCAB belegt einen Rang im hinteren Mittelfeld. Und er freut sich auf die Rückrunde, in der er auf die Dienste des Widnauer Aufstiegsknipsers Orhan Ademi zählen darf.
Für den FC Rüthi war 2025 ein einziges Jubeljahr. Das Team von Granit Bojaxhi verlor kein einziges Heimspiel, stieg nach dem geschichtsträchtigen Derby vor 700 Fans in Rebstein in die 2. Liga auf und machte dann dort weiter, wo es in der 3. Liga aufgehört hatte. Rüthis Auftritte waren spektakulär, es gab oft viele Tore und der FCR holte im Herbst 25 Punkte. Damit überwintert er eine Liga höher, als er ins Jahr gestartet war, auf dem fünften Rang. Und er hat seinen altehrwürdigen Rheinblick zu einer Festung gemacht.
Rebstein und Rheineck führen ihre Ligen an
Das Aufstiegsrennen gegen Rüthi verlor der FC Rebstein, sonst gab es für Grün-Weiss aber auch viel Grund zu jubeln. Los ging's im Sommer, als es der Heeb-Elf erstmals seit über 40 Jahren gelang, ihr Pokalturnier für sich zu entscheiden – der FCR besiegte Montlingen im Halbfinal sowie Widnau im Final jeweils im Penaltyschiessen. Dann folgte ein Halbjahr mit nur einer Pflichtspielniederlage und belohnt mit der Tabellenführung, fünf Längen vor dem ersten Verfolger. Im Cup gewann der FC Rebstein fünf Auswärtsspiele in Folge, er steht damit im Halbfinal.
Weniger gut verlief die Hinrunde für den FC Diepoldsau-Schmitter. Er holte nur 14 Punkte und hinkt damit den eigenen Ansprüchen hinterher. Trainer Patrik Riklin kündigte an, im Winter jeden Stein umdrehen zu wollen, um wieder in die Spur zu finden. Das Potenzial dazu ist auf der Rheininsel vorhanden.
In der 4. Liga grüsst der FC Rheineck von der Tabellenspitze. Er liefert sich mit Buchs II und Au-Berneck II einen Dreikampf, der im Frühling weitergehen dürfte. Der Vorsprung auf die Werdenberger beträgt einen Punkt. Der FC Staad hat sieben Zähler weniger und muss wohl einsehen, dass das Ziel «sofortiger Wiederaufstieg» noch etwas zu ambitioniert war. In einer anderen Viertliga-Gruppe wehrt sich der FC Heiden erneut gegen den Abstieg. Er hat zurzeit nur einen Punkt mehr als Rebstein III am Tabellenende.
Und der FC St.Margrethen? Er stellte in der Hinrunde kein Aktivteam, nun hat er für 2026 jedoch ein Fünftliga-Team angemeldet. Es wäre wünschenswert, dass einer der ältesten Vereine in der Region auf die Fussballlandkarte zurückkehrt.
Spielgemeinschaft mischt an der Tabellenspitze mit
Bei den Frauen machte vor allem ein Team positiv auf sich aufmerksam: der FC Au-Rheineck, der in der 3. Liga den zweiten Rang belegt. Die Spielgemeinschaft bot viel Spektakel und war im Herbst ein echter Farbtupfer.
Den anderen Teams läuft es mittelmässig, gerade der regionale Branchenkrösus FC Staad dürfte mit Rang sieben in der 1. Liga nicht ganz zufrieden sein. Dies gilt wohl auch für das in die 2. Liga abgestiegene Widnau, das den sechsten Platz belegt. In die 3. Liga aufgestiegen ist Rebstein, das zur Winterpause fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone hat. Die Altstätterinnen sind in der 4. Liga zurzeit auf Rang sieben klassiert.
Hockey- und Faustballteams sehr stark
Die Rheintaler Vereinsteams haben in diesem Jahr mehrere Ausrufezeichen gesetzt. Die Geschichte des Jahres schrieben die beiden Hockeyclubs, doch auch die Faustballerinnen des SVD Diepoldsau-Schmitter oder die Rheno-Volleyballer haben schöne Erfolge erlebt.
Der 8. März 2025 geht zweifellos in die Rheintaler Sportgeschichte ein. In der Widnauer Eishalle traf der Schlittschuhclub Rheintal im Playofffinal auf Wil, in der Turnhalle nebenan empfingen die Unihockey Rheintal Gators im Halbfinal Bülach. 1300 Fans waren beim Eishockey, gut 800 beim Unihockey. Es war ein Hockey-Supersamstag, den es in dieser Form im Rheintal noch nie gegeben hat. Und obwohl es zwei Niederlagen absetzte (die Gators qualifizierten sich am Tag darauf in Bülach für den Final), zeugt der Tag von der hervorragenden Arbeit, die die Vereine leisten.
Der SC Rheintal hat sich in der 1. Liga Ost zu einem Spitzenteam entwickelt. Dafür spricht nicht nur die erstmalige Teilnahme am Playofffinal – wo Wil mit 3:0 Siegen eine Nummer zu gross war – sondern auch, dass die Rheintaler auch in der neuen Saison vorne mitspielen. Sie schliessen das Jahr mit dem neuen Trainer René Stüssi auf dem zweiten Rang ab.
Ebenfalls in Tuchfühlung mit der Spitze sind die Gators. Ihnen ist es nach einem Fehlstart in die Saison gelungen, zu zeigen, dass die Finalqualifikation (auch für sie war es die erste in der 1. Liga) kein Zufall war.
Die Diepoldsauerinnen bleiben Mass aller Dinge
Im Faustball gab es weniger Erfolgsmeldungen als in anderen Jahren – die Männerteams hatten nicht ihr bestes Jahr, Widnau stieg in der Halle gar in die NLB ab. Gegen ein Rheintaler Team war allerdings erneut kein Kraut gewachsen: die Frauen des SVD Diepoldsau-Schmitter. Sie entschieden sowohl die Hallen- wie auch die Feldsaison für sich und feierten zwei Schweizer Meistertitel. An den Finalturnieren gaben sie in vier Spielen nur einen Satz her, holten die Titel also auf überzeugende Art und Weise. In der aktuellen Hallensaison müssen sie aber ungewohnterweise um einen Platz am «Final 4» kämpfen.
In der Schlussrangliste der Premium League im Ringen liegen die Rheintaler Vereine nur einen Platz auseinander: Kriessern belegte den vierten, Oberriet-Grabs den fünften Rang. In den Playoffs gab es für die RSK für einmal nichts zu holen, was aber relativiert werden muss: Sowohl im Halbfinal wie auch im Kampf um Rang drei fehlte wirklich nur ein Hauch, um das Duell für sich zu entscheiden. Der RCOG gewann beide Duelle mit der RR Schattdorf und erreichte mit dem fünften Rang das Saisonziel. Auch in den anderen Kämpfen kam er den jeweils favorisierten Gegnern näher als noch im Jahr zuvor.
Volleyballer stiegen auf, Handballer stiegen ab
Den Rheintaler Handballern ist es nicht gelungen, sich nachhaltig in der 1. Liga zu etablieren. Im Sommer stiegen sie in die 2. Liga ab. In jener zeigen sie nun aber ihre Qualitäten – und in dieser Liga fällt es vielleicht leichter, die so zahlreichen, vielversprechenden Nachwuchstalente ins Fanionteam einzubauen. In der 2. Liga wurde der HCR Wintermeister, er darf nun der Zukunft positiv entgegenblicken.
Die Männer von Rheno Volley feierten demgegenüber den Aufstieg in die 2. Liga. In dieser weht aber ein anderer Wind als eine Spielklasse darunter, was die Rheintaler deutlich zu spüren bekommen. Sie tragen mit drei Punkten die rote Laterne, sind jedoch bereit, nach der Weihnachtspause den Kampf um den Ligaerhalt mit neuer Energie anzugehen.
Weniger turbulent geht's bei den Frauenteams der beiden Vereine zu: Sie überstanden den Sommer, ohne die Liga zu wechseln. Die HCR-Frauen kämpfen in der 2. Liga um den Ligaerhalt, die Rheno-Frauen belegen zurzeit in der 3. Liga Rang drei.
Balgach feiert einen Schweizer Meistertitel
Neben den Aktivteams im normalen Ligabetrieb gibt es weitere Erfolgsmeldungen. So holte die Bodengruppe A des STV Balgach im Dezember in Wattwil einmal mehr auf eindrückliche Weise einen Schweizer Meistertitel. Auch die Mädchen der Rheintal Gators durften Titel und Erfolge feiern. Die Armdrücker des in Rebstein beheimateten ASC Armpower trumpften gross auf und die Feldschützen Eichberg durften sich über den General-Guisan-Preis freuen.
Basketball Diepoldsau hat sich den neuen Namen Rheintal Scorpions verliehen und tritt nun mit einer U22- und einer U16-Mannschaft in der Meisterschaft an. Das Projekt kommt immer besser in Fahrt und wird sicher auch 2026 von sich reden machen.
Aufstiege, erstmalige Finalteilnahmen und zwei Meistertitel