Der Fussballclub Rüthi schreibt zurzeit eine Erfolgsgeschichte: Er ist im Sommer 2025 nach langer Zeit wieder in die 2. Liga aufgestiegen und hat sich in dieser an der erweiterten Spitze etabliert. Die zweite Mannschaft ist Fünftliga-Leader, auch im Juniorenbereich läuft mehr als in den Jahren zuvor. Der Rheinblick, es ist bekannt, stösst an seine Grenzen. Nein, er hat sie überschritten. Das liegt nicht nur am FC. Das Dorf wächst, und mit ihm die Dorfvereine. Auch der Turnverein Rüthi führt auf der Anlage erfolgreich Anlässe durch. So etwa die Rhystafette, die zuletzt viel neuen Schwung bekommen hat, oder «Dä schnellscht Rüthner». 2028 findet in Rüthi das Rheintalische Kreisturnfest statt.
Dass FC und TV mehr Platz brauchen, ist schon länger bekannt. 2019 hatten die Clubs, damals noch mit Beteiligung anderer Vereine, ein Konzept für ein komplett neues Haus auf dem Rheinblick ausgearbeitet. Ein rund drei Millionen Franken teurer Bau hätte es werden sollen. Doch an der Urne sprachen sich die Rüthnerinnen und Rüthner gegen diesen aus, er kam nicht zustande.
Eine Alternative musste her, und der FC und der TV nahmen sich der Sache an. Denn: Die Kabinen waren nach der Abfuhr an der Urne nicht weniger marode, der Platzbedarf weiter nicht gedeckt. So entstand letztes Jahr ein neues Projekt, dessen offizieller Name gut zusammenfasst, worum es geht: Neubau Zweckgebäude Rheinblick. «Der Plan ist auf das Minimum reduziert. Wir machen das, was bezüglich der Vorschriften nötig ist», sagte Christoph Lüchinger, Bauleiter der Plan-Werkstatt in Oberriet, am Freitag.
Dieser war für die beiden Rüthner Vereine ein schöner Tag: Auf dem Rheinblick trafen sie sich – mit Vertretungen der politischen Gemeinde, der Ortsgemeinde und der am Neubau beteiligten Firmen – zum Spatenstich. Es herrschte eine lockere Atmosphäre, nach dem Fototermin gab es einen gemütlichen Apéro. Auf den Spatenstich folgen in den nächsten Tagen bereits die ersten Arbeiten. Am Samstag – um 15 Uhr spielt Rüthis erste Mannschaft gegen Rapperswil-Jona II – reisst man gemeinsam den Zaun zum Parkplatz ein, um Raum zu schaffen für den Neubau, der rechtwinklig zum bestehenden Clubhaus zu stehen kommt.
Dieser kommt spartanischer daher als im ersten Projekt geplant. 1,72 Millionen Franken kostet er, «wir sind auf Kurs», versichert Lüchinger. Die abgespeckte Version sieht ein Garderobengebäude vor, das sechs Umkleidekabinen mit Duschen, zwei Schiedsrichterkabinen, WC-Anlagen und je einen Technik- und einen Putzraum beinhaltet. Die Clubbeiz bleibt im bestehenden Gebäude, dessen veraltete Kabinen trockengelegt und als Lager für das vermietbare grosse Zelt umgenutzt werden. Zwei Kabinen im oberen Stock können im Notfall doch noch genutzt werden.
Bezugsfertig soll der Neubau auf die neue Fussballsaison hin sein, also im August 2027. Dieser Plan ist aber auch ein wenig vom Wetter abhängig. In den nächsten Wochen geht's darum, die Grundlagen zu schaffen: Auf einige selbst ausgeführte Arbeiten folgt der Aushub, dann geht's um die Kanalisation, die Bodenplatten und die Wände. Danach folgt der Innenausbau.
Die Bauherren und die Bauleitung sind überzeugt, auf dem richtigen Weg zu sein. Und der Fussballclub und der Turnverein dürfen sich auf eine neue, zeitgemässe Anlage freuen.
Baustart auf dem Rheinblick: FC und TV freuen sich auf ein neues Gebäude