Nach dem Spiel zwischen Widnau und Buochs, auf 16 Uhr, war der Drittliga-Match zwischen Widnau II und Gams angesetzt. In der 72. Minute des Cupspiels sagte ein enttäuschter Widnauer Fan: «Das Spiel wird wohl pünktlich beginnen, hier ist nun alles klar.» Die Gäste aus Nidwalden hatten soeben ihren zweiten Treffer erzielt und schaukelten die Qualifikation für die nächste Runde routiniert nach Hause.
«Jungs, das ist zu einfach!»
In der ersten halben Stunde lief auf der Aegeten nicht viel, die Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Die Buochser haderten nach zwei gelben Karten innert sechs Minuten immer wieder mit Schiedsrichterentscheiden, wodurch der Spielfluss gehemmt wurde. Christoph Frank hatte in der 29. Minute die erste dicke Chance des Spiels, als er das Leder links neben das Tor setzte. Beim unmittelbaren Gegenzug eroberte Widnau-Captain Noah Thönig den Ball und passte zu Lirim Shala, der im ungünstigsten Moment ausrutschte. Er wäre sonst alleine vor Gäste-Torhüter Jim Bischof gestanden.
Wenig später kam Yasir Mihci bei einem Spurt um eine Schuhspitze zu spät, Bischof konnte gerade noch klären. Als die Rheintaler etwas besser ins Spiel fanden, ging Buochs in Führung. Der pfeilschnelle Shan Meyer nahm Fahrt auf, lief durch die Widnauer Abwehrzone und war nicht mehr zu stoppen. Er bezwang Widnau-Goalie Leo Hetzel mit einem Schuss ins linke Eck. «Wir müssen näher am Mann stehen», hörte man aus dem Widnauer Team, und: «Jungs, das ist zu einfach!» Widnau hatte durch Alessio De Simeis in Minute 37 eine Ausgleichschance, sein Abschluss aus halbrechter Position ging aber am linken Pfosten vorbei.
Widnauer Druckphase bringt keinen Torerfolg
Nach der Pause brachte Trainer Andreas Lüchinger mit Timon Cabezas, Ceyhun Tüccar und Hakija Canoski drei frische Offensivkräfte. Und sein Team übernahm die Initiative. Druckvoll stürmten die Blau-Weissen, blieben aber immer wieder in der Gäste-Abwehr oder an Goalie Bischof hängen. Verteidiger Carlos De Almeida erntete für seinen Schuss in der 53. Minute Applaus. Bei einem nahe auf das Tor gezirkelten Eckball von Shala musste Bischof per Faust klären. Auch bei einem Schuss von Canoski blieb der Torhüter Sieger.
Buochs hatte in der 65. Minute die erste Chance der zweiten Halbzeit – es war ein Hochkaräter. Allein vor Hetzel misslang Dubler eine Direktabnahme; statt das so gut wie sichere 0:2 zu erzielen, setzte er das Leder hoch über das Gitter in die Tannen hinter dem Tor. Drei Minuten später erzielte er den Treffer aber doch noch. Per Kopf vollendete er eine genaue Flanke unhaltbar zur Vorentscheidung. Hetzel parierte eine Minute später einen Schuss von Meyer stark. Dann tat sich nichts Entscheidendes mehr.
«Wir haben billige Tore bekommen», sagte Thönig nach dem Spiel treffend. Der Gegner aus der Innerschweiz war keineswegs unbezwingbar, hat den Sieg aber unter dem Strich verdient, weil er aus wenigen Möglichkeiten das Maximum herausgeholt hat.
Cup-Qualifikation 1. Liga Classic
Widnau – Buochs 0:2 (0:1)
Aegeten – 353 Zuschauer – SR: Murati; Corrupato, Knell.
Tore: 33. Meyer, 72. Dubler.
Widnau: Hetzel; De Man (78. Giorlando), Györky, Marino, De Almeida (78. Schmid); Kuster (46. Cabezas), De Simeis; Thönig, Shala, Mihci (46. Tüccar); D’Amico (46. Canoski).
Buochs: Bischof; Alcantara Vieira, McCarthy, Bütler, Vogel; Frank (70. Rosenberg), Kameraj, Durrer; Dubler (81. Gisler), Meyer (85. Da Silva Medeiros), Bissig (46. Sousa Pinto).
Gelbe Karten: 13. Frank, 19. Alcantara Vieira, 28. De Man, 35. Shala, 40. D’Amico, 43. Kameraj, 62. Dubler, 74. Cabezas.
Das Widnauer Cupabenteuer ist für diese Saison zu Ende