Hochwasserschutz vor 1 Stunde

Delegierte geben grünes Licht für erste Bruggerhorn-Massnahmen in St.Margrethen

Die Delegierten des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen stimmten den vorgezogenen Massnahmen beim Bruggerhorn in St. Margrethen zu. Der Jahresbericht 2025 zeigt ein ruhiges Jahr ohne Hochwasser, aber mit viel Unterhaltsarbeit am Binnenkanal und am Zapfenbach.

Von pd
aktualisiert vor 1 Stunde

An der 28. Delegiertenversammlung des Zweckverbands Rheintaler Binnenkanalunternehmen am Donnerstag im Schlössli Sax stand das Projekt Bruggerhorn im Mittelpunkt. Die Delegierten gaben grünes Licht für vorgezogene Massnahmen in St.Margrethen und setzten ein Zeichen für die Sicherheit am Binnenkanal. Zweckverbandspräsident Ralph Lehner erklärte:

Das Vorhaben war bereits vor einiger Zeit aufgegleist worden, musste aber sistiert werden, weil zuerst zusätzliche Abklärungen zur Dammstabilität am Rhein nötig waren.

Nun zeigte sich, dass der Dammfussfilter auf der gesamten Strecke der St.Margrether Kurve und bis Richtung Wasserwerk Rosenbergsau verstärkt und erneuert werden muss. Das Projekt wurde deshalb erweitert und mit der Internationalen Rheinregulierung (IRR) abgestimmt und koordiniert. Als Nächstes wird das Bruggerhorn-Projekt der öffentlichen Mitwirkung unterstellt.

Erklärtes Ziel ist, dass der Baustart anfangs 2027 erfolgen kann. Separat vorgestellt wurde den Delegierten im Nachgang der ordentlichen Versammlung der aktuelle Stand des Hochwasserschutzprojekts im Raum Widnau.

Viel Aufwand entlang des Kanals

Die ordentlichen Unterhaltsarbeiten wurden dank mehrheitlich guter Witterung termingerecht ausgeführt. Entlang der Wege wurden 912 Tonnen Strassenkies verteilt. Die Wege werden periodisch mit dem Hobel befahren, um die Schlaglöcher zu verschliessen und den Kies, der an den Rand geschoben wurde, wieder auf der Fläche zu verteilen. Dazu kamen Mäharbeiten, Pflegeeinsätze und verschiedene Arbeiten an Böschungen und Ufern. Erfreulich war, dass bei der Bekämpfung der Neophyten erneut Schulklassen mithalfen.

Rund 290 Schülerinnen und Schüler standen auf einer Strecke von etwa vier Kilometern im Einsatz. Im Anschluss wurde der von den Neophyten befreite Gewässerabschnitt gemäht. Das unbelastete Schnittgut konnte ohne Sonderkosten der Kompostierung abgegeben werden. Dies führte zu Einsparungen bei den Entsorgungskosten von rund 15 000 Franken. Die Zusammenarbeit mit den Schulen ist ein praktisches Beispiel dafür, wie Unterhalt, Umweltarbeit und lokales Engagement zusammenspielen können. 

300 klimaresistente Bäume in fünf Jahren pflanzen

Um die vom Ulmen- und Eschensterben betroffene Allee entlang des Rheintaler Binnenkanals auf einem Abschnitt von etwa drei Kilometern aufwerten zu können, hat der Zweckverband beim Bundes-Förderprogramm «Adapt+» ein Gesuch eingereicht. Das Programm fördert Massnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Damit unterstützt der Bund unter Federführung des Bundesamts für Umwelt die Umsetzung von konkreten Massnahmen. Ziel des Rheintaler Binnenkanalunternehmens ist es, in fünf Jahren je 60 klimaresistente Bäume zu pflanzen. Damit soll die Allee um insgesamt 300 Bäume reicher, robuster und vielfältiger werden.

Ein Schwerpunkt lag im vergangenen Jahr erneut auf dem Zapfenbach. Dort machten sich die Folgen der Trockenheit besonders bemerkbar. Weil der Grundwasserspiegel stark sank, trocknete der Bach zwischen Montlingen und dem Baggersee Kriessern an einzelnen Stellen kurzzeitig aus. Trotz künstlicher Beschickung mit Wasser zeigte sich, wie empfindlich dieses System auf lange trockene Phasen reagiert. Gleichzeitig waren es ausgerechnet die Biberdämme, die unterhalb des Baggersees Wasser zurückhielten und damit stabilisierend wirkten.

Hinzu kam ein stürmisches Jahr, das vor allem im Abschnitt zwischen der Industrie Oberriet und der Schützenwiese Kriessern Schäden verursachte. Die Schadenssumme lag mit rund 18’000 Franken deutlich über dem Wert der vergangenen Jahre. 

Ruhiges Jahr bei Wasser und Finanzen

Hydrologisch verlief das Jahr aus Sicht des Zweckverbands aussergewöhnlich ruhig. Der Rheintaler Binnenkanal führte 2025 kein Hochwasser. An keiner Messstelle musste ein Bevölkerungsalarm ausgelöst werden. Das entlastete zwar die Einsatzplanung, verdeutlichte aber gleichzeitig die ausgeprägten Trockenphasen.

Auch finanziell schloss das Jahr besser ab als budgetiert. Der Aufwand betrug rund 970’000 Franken und lag damit klar unter dem Voranschlag von 1,15 Mio. Franken. Zurückzuführen ist die finanzielle Abweichung auf die Aufschiebung des Lettenabtrags entlang der Binnenkanal-Böschungen. Aktuell ist unklar, ob dieser im laufenden Jahr oder zu einem späteren Zeitpunkt erfolgen wird. 

Das Eigenkapital bleibt dank der Minderausgaben bei rund 697’000 Franken. Wegen des positiven Jahresabschlusses entschieden die Delegierten, knapp 22’000 Franken den Perimeterpflichtigen zurückzuzahlen. Die Rückerstattung erfolgt mittels eines Abzugs über die Perimeterrechnung 2026.