Die beiden Teams haben am letzten Wochenende völlig unterschiedliche Stimmungswelten erlebt: Während Rüthi gegen Montlingen einen 7:0-Kantersieg landete und dabei überzeugte, enttäuschte Au-Berneck bei der 0:2-Niederlage bei Aufsteiger Rebstein.
Und es ging gleich gut los für Rüthi. Wer nicht ganz zu Beginn des Spiels auf der Tägeren war, verpasste den Führungstreffer der Gäste: Dieser fiel bereits nach 61 Sekunden durch Alessandro Kräuchi, der von einem langen Ball aus der Abwehr profitierte und Au-Berneck-Torhüter Marc-André Bursac keine Abwehrmöglichkeit liess. Rüthi blieb tonangebend, die Gastgeber kamen nach gut zehn Minuten besser ins Spiel. Amir Dervisevic kam nach einer Viertelstunde im Strafraum zu Fall, Schiedsrichter Joël Breu sah keine Regelwidrigkeit. Mit dem nächsten Angriff glichen die Blau-Gelben aus: Dervisevic kam zum Abschluss, Rüthi-Goalie Joël Eugster parierte, der Abpraller landete genau vor den Füssen von Garret Eppler, der sich nicht zweimal bitten liess.
Nun ging es hin und her: Zuerst scheiterte Dervisevic knapp, dann flankte Gabriel Lüchinger auf Kräuchi, der den Ball per Kopf nicht wunschgemäss annehmen konnte. Cristian Navarro war der Ausgangspunkt der nächsten Rüthner Chance. Seine Flanke wehrte Leo Schachner ab, Flamur Bojaxhi kam zum Schuss, der Ball landete aber genau in den Armen von Bursac. Lüchinger flankte in der 27. Minute in die Mitte, wo Simon Gebhart übernahm, mit seinem Kopfball aber nur die Querlatte traf.
In der 29. Minute ging Rüthi wieder in Führung: Eine Hereingabe von Bojaxhi musste Lüchinger nur noch über die Linie schieben. Die Gäste blieben am Drücker: Kräuchi und Bojaxhi scheiterten in der 32. Minute knapp. Dervisevic setzte in Minute 37 ein Ausrufezeichen, als er aus gefährlicher Distanz zum Abschluss kam. Eugster, der an seiner alten Wirkungsstätte das Tor hütete, hielt glänzend, der Abpraller landete bei Eppler, der nur ganz knapp scheiterte. Fünf Minuten vor der Pause hatte Rüthi seinen nächsten Aluminiumtreffer: Kräuchi kam zum Abschluss, Bursac wehrte den Ball, der genau gepasst hätte, via Pfosten ins Aus ab.
Rüthner 3:1-Führung kurz vor der Pause
Als die gut 300 Fans mit einer knappen Pausen-Führung der Gäste rechnete, hielt Ahmet Cetinkaya Rüthis Captain Sven Städler am Leibchen zurück. Städler übernahm die Ausführung gleich selber und bezwang Bursac mit einem gut getretenen Penalty ins rechte untere Eck. «So schüsst mer an Penalty», sagte ein Auer Fan anerkennend.
Die erste Chance der zweiten Hälfte hatte Au-Berneck. Nach einer Flanke von Schachner setzte Dervisevic einen Kopfball an den Pfosten, Cetinkayas Nachschuss ging knapp über das Gehäuse. Die Tägeren-Elf blieb gut im Spiel und versuchte Chancen zu konstruieren. Au-Berneck-Trainer Ralph Heeb sagte nach dem Spiel: «Unser primäres Ziel war, ein anderes Gesicht zu zeigen als vor einer Woche in Rebstein. Die wichtigen Elemente im Fussball haben wir dort vermissen lassen.» Gegen Rüthi habe man wieder eine Mannschaft gesehen, die wisse, worum es geht, so Heeb.
Kräuchi, der ein steter Unruheherd war, setzte sich nach einer Stunde in einem Laufduell klar durch, scheiterte mit seinem Abschluss aber an Bursac, der den Ball wegfausten konnte. Der eingewechselte Tobias Geisser hatte nach 73 Minuten mit seiner ersten Aktion die Chance auf’s 4:1, die wiederum Bursac glänzend verhinderte. Dann kam Eppler aus 20 Metern zum Abschluss, den Eugster sicher parierte.
Kurz vor Schluss gab es gelb-rot gegen Cetinkaya. Am Ausgang des Spiels änderte sich nichts mehr, nach sechs Minuten Nachspielzeit, in denen Rüthi durch Robin Ruault und Städler noch zu zwei Chancen kam, pfiff Breu das Spiel ab.
«Rüthi hat viel individuelle Klasse, sie konnten immer wieder einen Zacken drauflegen», sagte Heeb. Und: «Meinem Team konnte ich keinen Vorwurf machen, jeder hat gekämpft. Diesen Drive müssen wir mitnehmen für die kommenden Aufgaben.» Rüthis Trainer Granit Bojaxhi analysierte das Derby so: «Wir wurden heute richtig gefordert. Au-Berneck hat ein gutes Spiel gezeigt und hat sehr gut dagegengehalten. Dennoch kamen wir zu unseren Chancen.» Über die ganzen 90 Minuten gesehen, sei der Sieg sicherlich verdient, so Bojaxhi. Und: «Wir haben eine Super-Stimmung im Team, wir zeigen Bereitschaft, jeder geht für den Anderen – im Amateurfussball ist das das A und O.»
2. Liga, Gruppe 1:
Au-Berneck – Rüthi 1:3 (1:3)
Tägeren, 310 Zuschauer – SR: Breu – SRA: Gmür, Patelli.
Tore: 2. Kräuchi 0:1, 16. Eppler 1:1, 29. Lüchinger 1:2, 43. Städler (Pen.) 1:3.
Au-Berneck: Bursac; Schachner (81. Mayer), Alsufi, F. Dierauer, T. Dierauer; Cetinkaya, Shala, Murati (85. Ramadani), Redzepi; Eppler, Dervisevic.
Rüthi: Eugster; C. Navarro, Zäch, Jahiji, B. Geisser; Sbocchi (95. Feldmann), Städler; Gebhart (93. G. Navarro); Lüchinger (86. Loher), F. Bojaxhi (72. T. Geisser), Kräuchi (79. Ruault).
Gelbe Karten: 42. Cetinkaya, 44. Gebhart, 83. Sbocchi.
Gelb-rote Karte: 89. Cetinkaya.
Der FC Rüthi gewinnt Derby auf der Tägeren gegen den FC Au-Berneck mit 3:1.