Die Rheintaler zeigten Charakter, drehten einen 0:2-Rückstand und kontrollierten den hartnäckigen Gegner bis zum Schluss. Wieder fünf verschiedene Torschützen begeisterten die 518 Fans. Auch die Schiedsrichter zeigten eine des Playoffs würdige Leistung und liessen viel zu, ohne das Spiel entgleiten zu lassen. Der SC Rheintal hat nun am Dienstag in Bellinzona den ersten Matchpuck und kann den Sack zumachen. Andernfalls kommt es am Donnerstag in Widnau zum Entscheidungsspiel.
Ernüchterung mit 0:2 im Startdrittel
Weil Janis Manser krank war, standen dem SCR nur fünf Verteidiger zur Verfügung. Die Taktik musste auf Angriff gestellt werden, was bekanntlich die beste Verteidigung ist. So zeigten sich die Einheimischen sofort angriffslustig und spielten oft in der Gästezone. Sie agierten dabei aber zu verspielt: Die Querpässe und Ablenkungsversuche waren wohl spektakulär, brachten aber nichts Zählbares ein. Anders war es bei den Tessinern, die schnörkellos und direkt spielten und wie aus dem Nichts durch Joel Neuenschwander zum ersten Tor kamen. Und in der 19. Minute markierte Kyle Demuth fast unbedrängt das 2:0 – aus drei Chancen hatten die Gäste zwei Tore gemacht.
Das konnten die Stüssi-Boys nicht auf sich sitzen lassen und Florin Stutz’ hartnäckiges Nachsetzen wurde sechs Sekunden vor der Sirene mit dem verdienten Anschlusstreffer belohnt. Das Tor verlieh den Hausherren einen Auftrieb, den sie nach zwei Minuten im Mittelabschnitt zum 2:2 nutzten. Mathias Hagen hatte aus dem Hinterhalt getroffen. In der 36. Minute war es der junge Center Silvan Good, der mit einem wuchtigen Abschluss den Game-Winner zum 3:2 markierte. Alexander Negri bekam sehr unglücklich und unabsichtlich die Scheibe ins Gesicht und musste seine blutende Wunde verarzten lassen. Er konnte später aber wieder mitspielen.
Siegessicherung und ein Empty-Netter
Mit angriffigem Spiel versuchten die Rheintaler, den Vorsprung auszubauen, ohne die Defensive zu vernachlässigen. Das vierte Tor war dann Männersache. Yanick Bodemann brachte einen Laserpass von Mica Moosmann mustergültig zum 4:2 im Tor unter und die Halle kochte. Die Gäste versuchten es nun ohne Torhüter und die Luchse machten es spannend. Schon beim ersten Versuch war die Scheibe aus dem Angriffsdrittel, doch erst im x-ten Versuch und nach einem Pfostenschuss wurde der Empty-Netter Tatsache. Jordan Pfennich hatte sich zuvor schon unzählige Chancen erarbeitet, kämpfte aber glücklos. Dann gelang ihm mit dem Schuss ins leere Gehäuse zum 5:2 endlich doch noch ein Erfolgserlebnis.
Damit kommen die treuen SCR-Fans sicher noch einmal in den Genuss eines Heimspiels – entweder das Entscheidungsspiel am Donnerstag oder dann mindestens eine Partie im Halbfinal. Der mögliche Gegner ist noch unbekannt, denn nach dem Sieg von Reinach in Burgdorf stehen alle Viertelfinalduelle 2:1.
1. Liga Ost, Playoff-Viertelfinal, Spiel 3
Rheintal – Bellinzona 5:2 (1:2, 2:0, 2:0)
KEB Aegeten – 518 Zuschauer – SR: Weiss; Remund, Pieren.
Tore: 14. Neuenschwander 0:1, 19. Demuth (Fratessa) 0:2, 20. Stutz (Good, Wiederkehr) 1:2, 22. Hagen (Moosmann, Bodemann) 2:2, 36. Good (Pfennich) 3:2, 51. Bodemann (Moosmann, Hagen) 4:2, 58. Pfennich (Stutz, Binder) 5:2.
Strafen: Rheintal 4x2, Bellinzona 3x2 Minuten.
Rheintal: Metzler (Sauter); Binder, Wiederkehr, Pfennich, Good, Stutz; Thurnherr, Hagen, Waidacher, Bodemann, Moosmann; Egger, Wiedner, Bodmann, Monnat; Bernard, Zerlauth.
Stand in der Serie: 2:1.
Weitere Ergebnisse: Wil – Wallisellen 8:2 (2:1), Prättigau-H. – Argovia 6:0 (2:1), Burgdorf – Reinach 1:5 (2:1).
Der SC Rheintal legt mit einem 5:2-Sieg im Viertelfinal wieder vor