Eishockey vor 1 Stunde

Der SC Rheintal will auch 2026/27 die Top 4 erreichen

Am Samstag, 17.30 Uhr, ist es endlich so weit: Der einzige Eishockeyclub des Rheintals startet in die Erstligasaison. Das Trockentraining und die Vorbereitung auf dem Eis sind abgeschlossen, jetzt gilt es für den Schlittschuhclub Rheintal ernst.

Von Sepp Schmitter
aktualisiert vor 1 Stunde

Zum Auftakt kommt es gleich zum Nachbarduell mit dem SC Herisau. Für einige Fans ist das der Problemgegner schlechthin, weil es in der letzten Saison gegen die Appenzeller zwei unnötige Niederlagen absetzte. Herisau erreichte indes trotz dieser Punkte nur Rang neun und verpasste die Playoffs. Doch das ist Schnee von gestern. Beim SC Herisau hat sich auf die neue Saison einiges verändert. Die «Alten» um Popp, Pace und Sabanovic sind geblieben. Acht Abgängen stehen fünf Zuzüge von jungen Talenten gegenüber. Der Bekannteste dürfte Laurin Mähr sein, der zwei Jahre in den USA gespielt hat. Auf ihn gilt es aufzupassen, denn er kennt die Widnauer Eishalle aus eigener Erfahrung als SCR-Nachwuchsspieler.

Die Luchse freuen sich, dass es endlich losgeht und sind bereit, Punkte zu holen. Dabei zählen sie wie immer auf die lautstarke Unterstützung ihrer treuen Fans, die schon in der Vorbereitung sehr zahlreich in die Halle pilgerten. Das Spiel gegen Herisau wurde vorverlegt, damit die Fans nicht zu lange auf den Saisonstart warten müssen. Das Rückspiel findet deshalb schon in zwei Wochen in Herisau statt.

Der SCR hat mehrere Testspiele verloren

Die sommerliche Vorbereitung verlief nicht immer nach dem Gusto von Team und Fans. Es fehlten oft mehrere Spieler, doch im Amateurbereich sind die Belastung und die Entbehrungen während der Saison enorm. Darum müssen Ferien sowie berufliche und private Verpflichtungen auf die knappe Zeit zuvor verlegt werden. Der SCR konnte auf sein Reservoir an Nachwuchsspielern zurückgreifen. Und trotz mehrerer Niederlagen in Testspielen überzeugte das Team gegen Ligafavorit Wil und das höherklassige Hohenems.

Sportchef Fabian von Allmen sieht es so: «In der Vorbereitung sind die Resultate zweitrangig, sie spielen überhaupt keine Rolle. Beim Start gegen Uzwil war nicht zufriedenstellend, wie unsere Jungs aufgetreten sind. Danach folgten aber gute Spiele.» Trainer René Stüssi fügt an: «Wir haben viel getestet und junge, talentierte Spieler laufen lassen. Sie haben ihre Sache gut gemacht. Es ist normal, dass die Resultate so nicht immer sehr prickelnd sind. Aber wir sind auf dem richtigen Weg.»

Das Team hat sich nicht gross verändert

In der Mannschaft gab es nur wenige Wechsel. Markus Waidacher spielt neu in seiner Heimat Arosa in der zweithöchsten Liga, die jungen Noah Zerlauth und Kilian Baur sind neu beim EHC Lustenau und Mathias Hagen macht eine Pause. Zurück im Team sind Pascal Kuster und Marcel Zitz, die mit viel Spielpraxis zurück zu alter Stärke finden werden.

Neu dabei ist mit dem Diepoldsauer Yanik Lichtensteiger ein Rückkehrer aus dem eigenen Nachwuchs. Er bringt nach einigen Jahren in Davos und Arosa viel Potenzial in die Abwehr und ist eine echte Verstärkung. Bemerkenswert sind die sechs Talente aus den eigenen Reihen, die behutsam ans Erwachsenenhockey herangeführt werden. Sie müssen lernen dürfen, dabei sind Fehler unvermeidbar. Der Trainer sagt: «Ich möchte ihnen helfen, sich zu entwickeln, alles andere ergibt sich von selbst. Ich erwarte nur Einsatz und Disziplin.»

Der SCR ist stolz darauf, dass von den 29 Spielern auf dem Mannschaftsfoto nur drei nie im Nachwuchs des SC Rheintal gespielt haben. Dafür spielen gut zwei Dutzend Cracks aus der Aegeten in den Partnervereinen des Projekts Rheintal Future, in oberklassigen Teams in der Schweiz und sogar in der NHL. So wird der SC Rheintal seiner Rolle als Ausbildungsverein voll gerecht – die enormen personellen und finanziellen Ressourcen werden sinnvoll eingesetzt.

Immer wieder Absenzen wegen Verletzungen

In der Vergangenheit wurde der SCR immer wieder durch Verletzungen zurückgebunden. Doch Kreuzbandrisse und Wirbelverletzungen sind Unfälle und können nicht verhindert werden. Der Trainerstaff und die medizinische Betreuung machen alles, damit die Spieler gut vorbereitet und topfit sind. So können Muskelverletzungen und Zerrungen vorgebeugt werden – diese sind tatsächlich selten. René Stüssi sagt: «Für seinen Körper ist jeder selber zuständig. Wichtig ist, dem Körper Sorge zu tragen. Dazu gehören das Einlaufen, das Auslaufen, das Training, die Ernährung und der Lebenswandel – und das ist bei jedem Spieler anders. Aber wir haben ein sehr gutes medizinisches Team, das zu unseren Spielen schaut.»

Zu den Verletzten gehört Torhüter Vincent Sauter. Er befindet sich noch im «Krankenstand», hofft aber, bis November wieder fit zu sein. Bis dahin lastet die Verantwortung auf den Schultern von Ramon Metzler und Junior Elias Friedl. «Natürlich schmerzt uns dieser Ausfall sehr, und wir hoffen, dass Sauter sich schnell erholt und zurückkommt. Bis dahin muss jeder noch ein bisschen mehr machen. Das betrifft nicht nur die Goalies, sondern die ganze Mannschaft.»

Überzeugt, es in die Top 4 schaffen zu können

In der 1. Liga Ost ist Luzern nicht mehr dabei, die Zentralschweizer sind abgestiegen. Aus der 2. Liga ist mit dem EHC Dielsdorf-Niederhasli ein alter Bekannter aufgestiegen. Der Rest ist gleich geblieben – auch die Favoritenrollen sind ähnlich verteilt wie 2025/26. Die Gruppe scheint jedoch ausgeglichener, es könnte viele enge Spiele geben. Sportchef von Allmen sagt: «Wir sind überzeugt, ein Kader für die Top 4 zu haben. Danach ist in den Playoffs alles möglich. Unser Ziel ist, wieder so lange wie möglich dabei zu sein.»

Auch diese Saison hat die Gruppe Ost elf Teams, darum hat jeweils eines pro Runde spielfrei. Die Westgruppe hat nur zehn Teams und einen anderen Modus. Es wird eine Doppelrunde gespielt, dann die Masterround sowie die Quali-Masterround. Die sechs am besten klassierten Teams machen die Playoffränge eins bis sechs und das Heimrecht aus, in der Quali werden die letzten zwei Playoffplätze vergeben, dazu gibt es eine Abstiegsrunde. Die Masterround verspricht mit bis zu drei Heimspielen gegen Spitzenteams attraktive Duelle. Dies zum gleichen, im Ligavergleich günstigen Eintrittspreis wie in den letzten Jahren. In der Saisonkarte sind auch die Playoffspiele enthalten. Sie kann an der Abendkasse oder unter www.scrheintal.ch erworben werden. Für Jugendliche bis zum 15. Altersjahr ist der Eintritt frei.