Faustball vor 1 Stunde

Der Seriensieger muss sich verneigen: Kein Titel für Diepoldsau

Mit grossen Ambitionen reisten die beiden Fanionteams von Faustball Diepoldsau am letzten Wochenende ans «Final 4» nach Wängi. Einen Titel gab es dort aber nicht zu feiern – es reichte nur zu den Rängen zwei und vier.

Von lju
aktualisiert vor 1 Stunde

Obwohl die Frauen des SVD «nur» als Vierte der Qualifikation anreisten, rechneten sie sich – wie Kreuzlingen und Jona – gute Chancen auf den Titel aus. Im Halbfinal ging es gegen den TSV Jona. Da Diepoldsau in der Vorrunde lange auf Hauptangreiferin Tanja Bognar verzichten musste, verlor es beide Qualifikationsduelle mit Jona. Weil Bognar für das «Final 4» wieder zur Verfügung stand, war klar, dass es ein ganz anderes Spiel würde. Diepoldsau startete stark und gewann den ersten Satz. Danach begann jedoch eine Schwächephase, wodurch Jona ins Spiel kam und zwei Sätze holte.

So blieb Diepoldsau nur noch die Option, zwei Sätze in Folge zu gewinnen, um den Final zu erreichen. Mit diesem Wissen steigerten sich Tanja Bognar & Co. kontinuierlich, was sich in den Resultaten widerspiegelte. Nachdem Diepoldsau den vierten Satz für sich entschied, ging es in den Entscheidungssatz. Dort zündeten die Rheintalerinnen den Turbo und legten mit 8:3 vor. Diesen Vorsprung liessen sie sich nicht mehr nehmen, womit sie sich verdient den Finaleinzug sicherten.

2:3-Niederlage nach einer 2:0-Satzführung

Im Final ging es gegen Kreuzlingen, das Elgg-Ettenhausen eliminiert hatte. Die Partie begann enorm umkämpft und war von Beginn an von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt. Davon leisteten sich die Diepoldsauerinnen in den ersten beiden Sätzen weniger und gewannen folglich beide. Den ersten Satz holte Diepoldsau mit 11:9, den zweiten zog es in der Verlängerung auf seine Seite. So trennte Diepoldsau nur noch ein Satz vom Titelhattrick.

Dieser gelang im dritten Satz nicht, denn Kreuzlingen wollte im Kampf um den Titel weiter ein Wörtchen mitreden. Auch in Satz vier spielte Kreuzlingen einen Tick stärker und erzwang den Entscheidungssatz. In diesem erwischten die Rheintalerinnen den besseren Start; beim Stand von 6:0 für Diepoldsau wurden die Seiten gewechselt. Doch die Frauen aus Kreuzlingen waren noch nicht am Ende ihrer Kräfte und starteten eine beeindruckende Aufholjagd. Sie erzielten zehn Punkte in Folge und erspielten sich vier Matchbälle. Diepoldsau wehrte einen nach dem anderen ab, ehe Kreuzlingen beim Stand von 10:9 aber doch noch Geschichte schrieb und den ersten Meistertitel seiner Vereinsgeschichte gewann.

Die Männer sind rasch aus dem Rennen

Auch die Männer wähnten sich heisse Titelkandidaten. Dass sie mit der Entscheidung nichts zu tun haben, war aber schon am Samstag klar. Im Halbfinal trafen Lukas Lässer & Co. auf Elgg-Ettenhausen. Die Ausgangslage war ausgeglichen, in der Quali hatten beide Teams je ein Duell 3:2 gewonnen. Im Halbfinal zeigte sich jedoch früh, dass die FG den Diepoldsauern am Tag X klar überlegen war. Diepoldsau kam nie in einen Spielfluss, was sich gegen stark spielende Elgger rächte. Elgg-Ettenhausen war besser – im Zuspiel, im Block, im Abschluss, im Service und in der Defensive.

Nachdem der erste Satz ein wenig Hoffnung liess, wurde diese im zweiten Satz zerstört. Elgg legte fulminant los und ging mit 7:0 in Führung. Dies konnte Diepoldsau nicht mehr aufholen und musste schon nach kurzer Zeit einem 0:2-Satzrückstand hinterherlaufen. Es brauchte nun ein Wunder – und das Team reagierte. Im dritten Satz blieb es bis zum Stand von 7:7 dran, ehe die FG erneut den Turbo zündete. Nach einem Time-out entschieden die Elgger das Spiel mit vier Punkten in Folge für sich.

Gegen Affeltrangen gibt’s nichts zu holen

So ging es am Sonntag im Bronzespiel gegen den STV Affeltrangen antreten würden. Dieser war im Halbfinal dem Titelverteidiger Oberentfelden unterlegen. Diepoldsau startete mit einer leichten personellen Veränderung mit vollem Elan ins Spiel. Dieses begann ausgeglichen, und es war gut zu erkennen, dass Diepoldsau mit mehr Motivation und Kampfbereitschaft auftrat. Dennoch erinnerte der Verlauf des ersten Satzes an das Spiel gegen Elgg: Zur Mitte riss der Spielfluss der Diepoldsauer erneut, Affeltrangen erzielte fünf Punkte in Folge und gewann den Abschnitt 11:6.

Für die Diepoldsauer Männer setzte es am Finalevent zwei deutliche Niederlagen ab.
Für die Diepoldsauer Männer setzte es am Finalevent zwei deutliche Niederlagen ab.
Bild: Fabio Baranzini

Der zweite Satz war eine klare Angelegenheit für Affeltrangen, Diepoldsau war nur noch einen Satzverlust vom enttäuschenden vierten Rang entfernt. Im dritten Satz spielte Diepoldsau gut, ehe beim Stand von 9:7 für den SVD der Spielfluss erneut verloren ging. Wie im ersten Satz erzielte Affeltrangen mehrere Punkte in Serie und gewann den Durchgang 11:9.

So endet die Saison für die Männer auf dem enttäuschenden vierten Rang. Das Team blickt auf eine erfolgreiche Qualifikation, jedoch auf ein schwaches «Final 4»-Turnier zurück. «Obwohl die Endplatzierung nicht das ist, was wir uns erhofft oder erwünscht hatten, gehen wir erhobenen Hauptes aus der Saison und sind glücklich über die Erfolge, die wir erzielen konnten. Trotz des verpatzten Events hat die Saison enorm Spass gemacht und wir konnten zunehmend junge Spieler einbauen. So haben wir unsere Ziele teilweise erreicht», sagte Spielertrainer Lukas Lässer.

Finalturnier in Wängi
Frauen: Halbfinals: Jona – Diepoldsau-S. 2:3 (8:11, 11:9, 11:3, 5:11, 5:11), Kreuzlingen – Elgg-E. 3:0.
Spiel um Platz 3: Jona – Elgg-E. 3:1.
Final: Diepoldsau-S. – Kreuzlingen 2:3 (11:9, 14:12, 4:11, 10:12, 9:11).
Diepoldsau-S.: Sieber, Bucher, Benz, Bognar, Ahmadi, Schlattiner, Lipp, Tüscher, Mattle.

Männer: Halbfinals: Oberentfelden – Affeltrangen 3:0, Diepoldsau-S. – Elgg-E. 0:3 (7:11, 5:11, 7:11).
Spiel um Platz 3: Affeltrangen – Diepoldsau-S. 3:0 (11:6, 11:7, 11:9).
Final: Oberentfelden – Elgg-E. 3:2.
Diepoldsau-S.: Muckle, Lässer, Sieber, Kellenberger, Schmid, Juen, Sieber.

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