Goran Savanovic spielt als kleiner Knirps schon beim FCA Fussball. Schon bald einmal gehört er zum Team Rheintal-Bodensee, und später findet man ihn in den U16- und U18-Teams in Liechtenstein. Er ist 17, als er in der ersten Mannschaft des FC Altstätten sein erstes Spiel macht. Trainer Patrik Haldner hat Vertrauen in den talentierten Burschen. Auch bei dessen Nachfolger, bei Manfred Eisbacher, ist er Stammspieler. «Ich war ein Zehner.»
Er war ein Spielmacher
«Zehner». Der Ausdruck stammt aus früheren Fussballzeiten, als die Rückennummern noch etwas über die Aufgaben des Spielers auf dem Feld aussagten. Der «Fünfer» war Verteidiger, und der «Neuner» Mittelstürmer. Der «Zehner» war König im Mittelfeld, Spielgestalter, Ballverteiler, Organisator. Eben ein Spielmacher.
Spielmacher Savanovic rutscht in seiner Spielerkarriere immer mehr nach hinten, über das defensive Mittelfeld in die Abwehr. Dort ist er am Ende seiner Spielerkarriere dank seiner Grösse von 1,88m und seiner kräftigen Postur ein sicherer Wert, auch beim Nachbar FC Rebstein, bei dem er die letzten drei Spielzeiten mitwirkt.
Lange Verletzungspause
Was nach einer reibungslosen Fussballzeit aussieht, täuscht. Savanovic erlebt eine schwierige Zeit, als er nach einer Hüftverletzung zwei Jahre nicht spielen kann. Nur zuschauen. Keinen Ball am Fuss. «Es war eine schlimme Zeit.» Die ist vorbei. Nun ist er wieder im Fussball dabei, als Spielertrainer in der zweiten Mannschaft und als Spieler bei den Senioren. Und neu sogar als «Spielbegleiter», als Sprecher bei den Heimspielen des «Eins» auf der Gesa.
Eine gute halbe Stunde vor Spielbeginn sitzt Speaker Goran bereits in seinem Speakerraum. Komfortabel gross, wunderbar erhöht, sodass der Sprecher eine gute Übersicht hat – und dennoch nicht perfekt. Nicht optimal ist die Lage. Ideal wäre in der Mitte des Spielfelds. Aber der Speakerplatz liegt an der Südwestecke, bei der Eckfahne. Das heisst: Was in der nahen Spielfeldhälfte geschieht, spielt sich grad vor seinen Augen ab, und was in der gegenüberliegenden Hälfte geschieht, ist weit weg, schwierig zu erkennen. «Das ist kein Problem», sagt Savanovic, «beim Torjubel muss ich einfach den Schützen aufmerksam verfolgen. Irgendwann dreht er sich um, und ich kann die Nummer erkennen.» Die einheimischen Spieler kennt er auch ohne Nummer, nur für die Gäste gilt dieses Prozedere.
Wer nun aber denkt, das Speakerhaus sei eine Fehlplanung, der irrt. Die Gesa ist nicht nur für die Fussballspieler da, sondern auch für die Leichtathleten. Wenn sie ihre Anlässe durchführen, sitzt der Speaker in der Mitte des Geschehens, also am richtigen Ort.
Er findet immer eine Lösung
Speaker Savanovic, der als Logistiker bei Coltène in Altstätten arbeitet, ist ein praktisch veranlagter Mann, findet für alles eine Lösung. Schwierige Namen im Gästeteam? «Ich lese sie so, wie sie für mich stimmen.»
Ganz besonders ist es, wenn er die Mannschaftsaufstellung verkündet. In der Regel beginnt man mit dem Torhüter, dann folgen Verteidiger und Mittelfeldspieler, am Schluss die Stürmer. Goran macht es anders. Er beginnt bei der niedrigsten Nummer, also beim FCA in diesem Fall mit der Nummer 5, Daniel Pavis, dann folgt die Nummer 7, Loris Liiro, mit der Ergänzung «Captain» – und am Schluss die Nummer 22, Mirel Eugster, mit der Ergänzung «Torhüter». Einfach, von der Liste, von oben nach unten. Das ist sein Stil: klare Sprache, knappe Informationen, eine Spur Altstätter Dialekt darin. Er ist in Altstätten aufgewachsen.
In der Pause werden auf vielen Plätzen die Sponsoren erwähnt. An diesem Tag gibt es auf der Gesa keine Werbung, dafür gefällige Latino-Musik. Und dies auf einfachste Art: Die Musik kommt von seinem Handy, das auf dem Tisch liegt, daneben das Mikrofon. Die Übertragung klappt. In der Pause kommt seine Frau Ivana mit den Kindern Emilia und Novak. Sie schaut ihm über die Schulter, die Kinder spielen draussen, Novak natürlich mit einem Fussball.
Als Zuschauer ans Mikrofon
Savanovic gehört zu einem Team von drei Speakern. In der letzten Saison hat er seinen «neuen» Job angetreten. «Ich war als Zuschauer auf dem Platz, aber der Speaker war nicht da. Da bin ich eingesprungen.» Er macht einen guten Job.
Der Spielmacher ist jetzt auf der Gesa der Spielbegleiter