Ein Konzept, das dabei immer wieder auftaucht, sind die sogenannten 100-Bagger. Aktien also, die ihren Wert langfristig verhundertfachen. Bekannt gemacht wurde die Idee unter anderem durch den Autoren Christopher Mayer. Das Entscheidende daran: Diese Erfolge entstehen selten durch Timing oder schnelle Trades, sondern durch Geduld, starke Geschäftsmodelle – und das frühzeitige Erkennen von Qualität.
Und genau hier kann KI helfen. Nicht, indem sie den nächsten 100-Bagger ausspuckt. Sondern indem sie die Vorarbeit leistet. Ich kann mir mit KI Geschäftsmodelle erklären lassen, die auf den ersten Blick langweilig wirken. Ich kann fragen, ob ein Unternehmen skalierbar ist, ob Margen steigen können, ob Netzwerkeffekte bestehen. Ich kann mir historische Beispiele ähnlicher Firmen zeigen lassen – inklusive der Phasen, in denen sie unscheinbar waren.
Das entspricht ziemlich genau dem Prinzip von Mayer: Nicht auf Kursziele starren, sondern auf Fundamentales. Nicht ständig handeln, sondern verstehen. KI eignet sich hervorragend, um Geschäftsberichte zu entkernen, Wettbewerbsvorteile in einfache Sprache zu übersetzen oder Annahmen zu testen: Was müsste passieren, damit dieses Unternehmen zehnmal grösser wird? Und was spricht dagegen?
Besonders wertvoll ist dabei der Vergleich. Ich kann dieselbe Frage mehreren KIs stellen. Die Unterschiede in den Antworten zeigen oft mehr als die Gemeinsamkeiten. Dort, wo Unsicherheit herrscht, lohnt sich das eigene Nachdenken besonders.
Wichtig bleibt: KI ersetzt keine Überzeugung. Aber sie hilft, sie sauber aufzubauen.
Wer nach guten Investments sucht, braucht kein Orakel – sondern Geduld, Neugier und ein System, um Informationen einzuordnen. KI ist dafür kein Shortcut zum Reichtum. Aber ein ziemlich gutes Werkzeug, um weniger zufällig zu investieren.
Am Ende entscheidet wieder der Mensch. Aber vielleicht einer, der weiss, warum er wartet.
Die Börsenträume, die KI erklären kann