Widnau 12.11.2022

Die Frau mit Haarnetz und Akkordeon in Aktion: Kabarettistin La Signora strapaziert die Lachmuskeln

Das neue Programm der Kabarettistin La Signora «Allein unter Geiern» begeisterte das Rheintaler Publikum.

Von Susi Miara
aktualisiert am 12.11.2022
Widnau 12.11.2022

Die Frau mit Haarnetz und Akkordeon in Aktion: Kabarettistin La Signora strapaziert die Lachmuskeln

Das neue Programm der Kabarettistin La Signora «Allein unter Geiern» begeisterte das Rheintaler Publikum.

Von Susi Miara
aktualisiert am 12.11.2022

Bereits vor drei Jahren lag das Rheintaler Publikum der deutschen Powerfrau zu Füssen. Deshalb liess es sich der Vorstand des Kulturvereins Widnau nicht nehmen, La Signora, alias Carmela de Feo mit ihrem neuen Programm «Allein unter Geiern» erneut auf die Metropolbühne zu holen. Und auch diesmal wurde das Rheintaler Publikum nicht enttäuscht.

Die deutsche Künstlerin mit italienischen Wurzeln strapazierte die Lachmuskeln der Gäste und bezog sie gleich von Beginn an in ihr Programm ein. Vor allem die Zuschauer in der der ersten Reihen machte sie zu einem Teil ihres Programms. Bereits ihre Erscheinung, mit dem schwarzen Haarnetz, schwarzer Bluse, schwarzem knöchellangen Rock und dem Schönheitsfleck auf der Wange weckte Erinnerungen an eine sizilianische Mafiafrau.

Gebucht, um Freude zu bereiten

Sie selbst bezeichnete sich als Frauenversteherin, mit «Showgirl-Killer-Instinkt» und mit viel Talent. «Ich bin eine Italienirin im Ruhrpott, eine Frau der zweiten Lebenshälfte, die letzte Kirsche, die noch hängt». Sie sei gekommen, um Freude zu bereiten – dafür sei sie gebucht worden. Der Abstand zum Publikum störe sie aber doch ein wenig, aber dies sei alles Corona zuzuschreiben, einer Seuche, die niemand wollte. Sie passe nicht zu ihr und auch nicht zu ihrem Publikum.

Faszinierend war ihr Improvisationstalent. Indiskret befragte sie Paare nach ihrer Beziehung, nach ihren Hobbys und in der nächsten Sekunde machte sie ihre Antworten zu ihrem Programm.  Man staunte über ihre Bühnenpräsenz und über ihre Energie. Sie tanzt, singt, springt von einem Thema zum andren und immer wieder kommt auch ihr Akkordeon zum Einsatz. Innerhalb von Sekunden kann sie ihre Stimmung ändern, wird melancholisch. Sie wolle auch einmal normal sein. Und:

Ich will, dass jemand auf mich wartet, etwa ein Liebhaber im Schrank.

Zum Schluss animiert sie den ganzen Saal zu Mitsingen und verabschiedete sich mit einem unter tosenden Applaus geforderten Zugabe. Diesen Abend wird bestimmt keiner, der dabei war, so schnell wieder vergessen.