«Die Wintervorbereitung war recht entspannt, es gab keine Unruhe oder Nervosität», sagt Adi Brunner, Trainer des FC Montlingen. Dies hat in den letzten Jahren auf dem Kolbenstein auch schon anders ausgesehen – hin und wieder fand man sich mitten im Kampf gegen den Abstieg wieder. Diesmal ist die Ausgangslage vor dem Frühling anders: Der FCM führt das Spitzenfeld der Liga, das aus fünf Mannschaften innerhalb von vier Punkten besteht, an und geht voller Optimismus in die nächsten Spiele.
Montlingen will seinem Weg treu bleiben
Die Ausgangslage ist für den Trainer komfortabel: Montlingen darf, muss aber nicht. Der Aufstieg in die 2. Liga interregional ist kein offizielles Ziel des Vereins. Adi Brunner verweist darauf, dass ausser Torhüter Jordan Höhener kein neuer Spieler im Kader steht. «Unsere Transfers zeigen: Mich motiviert anderes als der Aufstieg. Mir geht es darum, die jungen Spieler zu entwickeln und in die Mannschaft zu bringen. Diesem Weg bleiben wir treu.» Brunner sagt dann aber doch auch: «Wir wollen uns für den Aufwand belohnen und erfolgreich sein. Es ist nicht so, dass wir den Aufstieg nicht wollen. Wenn wir in der Lage sind, ihn zu realisieren, dann nehmen wir ihn natürlich.» Anders sieht es bei anderen Vereinen aus – Ruggell etwa peilt den Aufstieg gezielt an und hat sich mit Ex-Profi Sandro Wieser verstärkt. Und auch Vaduz II hat das Zeug dazu, den Schritt in die Interregio zu tun. Montlingen aber auch.
In der Vorbereitung hat der FCM gute Resultate geholt, Niederlagen gab es nur gegen den Erstligisten Widnau sowie gegen Rorschach-Goldach, das ebenfalls eine Liga höher spielt. Zuletzt gab es einen 4:3-Sieg bei Dardania St.Gallen sowie ein 4:2 gegen Bazenheid. Am Sonntag, 14 Uhr, startet Montlingen mit einem Heimspiel gegen den FC Abtwil-Engelburg ins neue Pflichtspieljahr. «Abtwil ist für mich in der Tabelle zu weit hinten, das ist eine gute Mannschaft», sagt der Trainer. Und er freut sich: «In der Mannschaft ist mehr Spannung, als ich erwartet habe. Die Spieler freuen sich und wollen die Rückrunde anpacken.» Und die stets vielen Fans dürfen sich auf spektakuläre Spiele freuen.
Aufsteiger Rüthi hat sich bestens etabliert
Mit einem Heimspiel gegen Schaan startet der FC Rüthi am Samstag um 15 Uhr in die Rückrunde. «Mit diesem Gegner haben wir definitiv noch eine Rechnung offen», sagt Trainer Granit Bojaxhi. Im Herbst kassierte Rüthi nach drei Siegen in Folge in Schaan die erste Niederlage – sie fiel mit 0:6 deftig aus. «Wir waren vielleicht etwas zu euphorisch. Und wir haben versucht, sehr hoch zu stehen. Das ging in die Hose», so der Trainer.
Abgesehen davon darf er mit der Hinrunde aber sehr zufrieden sein. Der FCR hat es geschafft, als Aufsteiger acht von 13 Spielen zu gewinnen und belegt den hervorragenden fünften Rang. «Wenn wir im Frühling nur annähernd das Gleiche erreichen wie im Herbst, haben wir unser Ziel sicher übertroffen», sagt der Übungsleiter. Damit hat er recht: Dass sich Rüthi in der 2. Liga so schnell so gut etabliert, hätten wohl auch viele Optimisten nicht gedacht.
Der Grund dafür liegt primär im Team, das wirklich ein solches ist. Das ist spürbar, auf und neben dem Platz. «Das hat uns immer ausgemacht. Ich gebe den Spielern viele Freiheiten, aber ich weiss, dass ich eine Mannschaft habe, wo das auch geht. Zudem ist uns wichtig, dass neue Spieler auch ins Team passen. Wir dürfen auf sehr viele Spieler zählen, die sich voll mit dem Verein identifizieren», sagt Granit Bojaxhi. Nachdem Rüthi im Sommer für die 2. Liga aufgerüstet hatte, gab es im Winter keinen Grund, grösser zu intervenieren. Mit Romeo Navarro ist nur ein neuer Spieler an Bord.
In der Vorbereitung erzielte Rüthi unterschiedliche Resultate. «Wir haben in den Testspielen etwas durchgemischt. Ich habe das Ziel, dass auch die Spieler, die sonst nicht so viele Einsatzminuten haben, voll auf das Niveau kommen», erklärt der Trainer. Derweil haben mit Sven Städler, Pascal Zäch, Cristian Navarro, Kevin Streule, Argurian Bojaxhi, Tobias und Bastian Geisser sowie Joel Eugster viele Leistungsträger jetzt schon für die neue Saison zugesagt. Auch Trainer Granit Bojaxhi und sein spielender Assistent Gabriel Lüchinger bleiben Rüthi über den Sommer hinaus erhalten. Die Fans dürfen sich auf weitere spannende Spiele mit dieser gestandenen Mannschaft freuen.
Die Abstiegssorgen möglichst schnell loswerden
Für den FC Au-Berneck steht am Samstag, 17 Uhr, auf der Tägeren gleich ein kapitales Spiel an. Zu Gast ist der FC Buchs, der mit zehn Punkten unter dem Strich liegt – fünf hinter den Mittelrheintalern. «Das ist ein schöner Start, so wissen wir nach dem ersten Spiel, in welche Richtung es geht», sagt Trainer Daniele Polverino. Sein Team habe ein Polster nach hinten und könne dies ausbauen, «aber es fehlen schon noch 15 Punkte bis zur Marke von 30, die für den Ligaerhalt reicht.»
Die Tägeren-Elf war stark in die Saison gestartet, lag mit zehn Punkten aus den ersten vier Spielen zwischenzeitlich sogar an der Spitze. Seither waren aber nur noch fünf Punkte dazugekommen. Das hat unterschiedliche Gründe; einerseits spielte der Spielplan eine Rolle, dann aber auch die Kaderbreite. Deshalb hat man sich im Winter verstärkt: Drei Abgängen (Bledi Shala, Tahir Redzepi, Romeo Navarro) stehen fünf Zuzüge gegenüber. Auffällig ist, dass drei von ihnen zum Stammverein zurückkehren. «Es gibt so viele gute Auer Fussballer, aber sie spielen nicht hier. Das wollen wir ändern», so der Trainer.
Der namhafteste Zuzug ist Orhan Ademi, der nach 18 Jahren bei diversen Vereinen auf der Fussballwelt zurückkehrt. Der frühere Profi wird die Offensive ebenso verstärken wie der 23-jährige St.Margrether Viktor Pajic, der von Eschen kommt. Zurück bei Au-Berneck sind auch Berin Banushi und Emir Murati, wobei Murati verletzt länger ausfällt. Mit Luca Di Liberto hat sich zudem ein vielversprechendes Talent dem FCAB angeschlossen.
Die Wintervorbereitung ist nicht ganz optimal verlaufen, die Resultate in den Tests waren aber nicht schlecht. Und das Ziel ist klar definiert: «Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. Wir kennen unsere Aufgabe und müssen diese erfüllen», sagt Daniele Polverino. Gelingt der Ligaerhalt, darf es ab dem Sommer dann auch mal etwas mehr sein als der ständige Kampf ums Überleben. Eine Rolle dabei könnten auch weitere Rückkehrer spielen.
Die Rückrunde beginnt mit unterschiedlichen Vorzeichen