Faustball vor 1 Stunde

Die U18 bereitete sich in Walzenhausen auf die Weltmeisterschaft vor

Das U18-Nationalteam der Frauen spielt seit Donnerstag an der Weltmeisterschaft im luzernischen Reiden. Darauf vorbereitet hat sich das Team am letzten Wochenende auf der Walzenhauser Franzenweid.

Von iks
aktualisiert vor 1 Stunde

Bereits im Jahr 2002 brachten das Vorderländer Dorf und der Trainingsort den Faustballerinnen Glück: Sie feierten unter Trainer Jürg Kellenberger in Brasilien den Weltmeistertitel. Der heutige Wolfhäldler «Jufli» Kellenberger ist in Walzenhausen aufgewachsen und hatte seine ersten Schritte im Faustball auf der Franzenweid gemacht. Nach seiner Spielerkarriere wurde er Trainer und coachte die Frauen nach dem Gewinn der Europameisterschaft im 2000 zwei Jahre später zu Weltmeisterinnen.

Walzenhausen entwickelte sich zu einer Faustball-Hochburg

Entstanden ist die Franzenweid, der Walzenhauser Sportplatz mit einer der fantastischsten Aussichten über den Bodensee und bis weit hinein nach Deutschland und Österreich, als Gegenstück zum aufkeimenden Fussball. Mit diesem Gemeinschaftswerk unzähliger Frondienststunden aller Turnriegen sollte ab 1950 neben einem allgemeinen Turnplatz besonders der Faustball gefördert werden. Rund um die Gemeinde Walzenhausen waren Fussballfelder entstanden – nicht so im Vorderland. Deshalb wurde die Franzenweid mit einem Faustballturnier eingeweiht.

Die Faustballabteilung des STV Walzenhausen blickt auf viele Erfolge zurück. Sie siegte 1980 in der 1. Liga, ein Jahr später folgte bereits der Aufstieg in die Nationalliga A. 1983 und 1984 feierten die Vorderländer den Schweizer Meistertitel, 1991 standen sie im Cupfinal, 1997 wurden sie Cupsieger. 2010 holte eine Mädchenmannschaft den Schweizer U15-Meistertitel. Mit einer Bronzemedaille mit der U18-Nati kehrte Fabienne Frischknecht im gleichen Jahr aus Spanien zurück. Zwei Jahre später holten die U18-Frauen Silber an der Schweizer Meisterschaft.

Ein Walzenhauser Ausnahmetalent ist Cyrill Schreiber. Er gewann fast alle nationalen und internationalen Titel, die es im Faustball gibt. Erfolge verzeichneten auch die Walzenhauser Faustballer Richi Meyerhans und Jürg Kellenberger 2002 als Trainer der U21-Männer mit dem Europameistertitel sowie der Frauen als Europa- und Weltmeister.

Eine Weltmeisterin ist heute die Co-Trainerin

Zurück zur heutigen U18-Nationalmannschaft der Frauen, die von Andri Kaiser trainiert wird. Co-Trainerin ist Sabine Pfister, die 2000 Europa- und 2002 Weltmeisterin wurde. Zusammen mit Physiotherapeutin Franziska Wande Protzen fand der letzte Zusammenzug des U18-WM-Kaders am letzten Wochenende in Walzenhausen statt. Den Platz hatte – wie könnte es anders sein – der U21-Europameister-Trainer Richi Meyerhans präpariert.

Richard Meyerhans schuf das nötige gute Umfeld des Trainingswochenendes und präparierte die Franzenweid.
Richard Meyerhans schuf das nötige gute Umfeld des Trainingswochenendes und präparierte die Franzenweid.
Bild: Isabelle Kürsteiner

Drei Faustballerinnen kamen aus der näheren Umgebung: Lena Frei, Elena Sieber und Cellina Walt. In Walzenhausen holten sie sich mit sieben weiteren Spielerinnen aus der Schweiz den letzten Schliff für die WM in Reiden. Seit einem Fünf-Tage-Zusammenzug in Tenero hatte sich die U18 rund zehnmal zu Trainings getroffen. Am Donnerstag begannen dann die Wettkämpfe an der Weltmeisterschaft. Die Schweiz spielt in der Vorrunde als Bronzegewinnerin der WM 2024 gegen Welt- und Vizeweltmeister Österreich, gegen Deutschland sowie gegen Brasilien. Ob die Franzenweid als Ort der Kaderschmiede im Faustball das nötige Wettkampfglück gebracht hat, wird sich bis Sonntag zeigen.