Gymnastik • vor 51 Minuten

Die Walliser Sterne glänzten im Rheintal besonders stark

218 Starts in den drei Kategorien Einzel, Paare und Team gab es an der Schweizer Meisterschaft in Heerbrugg, 52 Podestplätze wurden vergeben. Ein Kanton schwang beim Anlass, den der STV Balgach auf die Beine gestellt hat, besonders obenaus.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 49 Minuten

Mit sieben Siegen, sieben Silber- sowie drei Bronzemedaillen war es der Kanton Wallis, dessen Athletinnen besonders stark glänzten – wie die 13 Sterne auf der Kantonsflagge. Allein die Amis Gymnastes aus Vétroz heimsten dreimal Gold, viermal Silber und zweimal Bronze ein – eine sehr eindrückliche Bilanz. Conthey heimste ebenfalls drei Schweizer Meistertitel ein. Die Überlegenheit des Wallis überrascht nicht: Schon vor drei Jahren holten die Gymnastinnen aus dem Südkanton in Sion 14 Medaillen, darunter acht Meistertitel.

Ein Verein übertrumpfte die Walliser allerdings noch: Die FSG Veyrier sammelte am Samstag sogar vier Goldmedaillen – allesamt in den Teamwettkämpfen. Das zeigt die Breite, auf die der Club aus dem Kanton Genf zählen kann.

Auch das Rheintal durfte sich zeigen

Der Kanton St. Gallen holte demgegenüber nur eine Medaille: Vilters gewann in der Kategorie der Aktiv-Teams mit Handgerät die Silbermedaille. Dennoch war das Rheintal am grossen Heimevent auch vertreten – mit drei Starts.  Im Einzelwettkampf mit Handgerät 30+ belegte die Diepoldsauerin Sabine Sieber mit dem Band den achten Rang. Es reichte ihr zwar nicht für das Podest, der Applaus des Publikums war ihr aber sicher.

Dann starteten je ein Paar sowie ein Team des Organisators STV Balgach. Sie hatten sich, wie auch Sieber, an der Deutschschweizer Meisterschaft im August für die SM qualifiziert und genossen nun einen besonderen Auftritt vor Heimpublikum. Das Team, bestehend aus Julia Althaus, Miranda Heeb und Julia Heule, erreichte bei den Aktiven den starken fünften Rang. Auf Platz sieben turnten Alina Gisep und Samira Zoller, die eine sehenswerte Übung ohne Handgerät zeigten.

Das Balgacher Team durfte sich über den ausgezeichneten fünften Rang freuen.
Das Balgacher Team durfte sich über den ausgezeichneten fünften Rang freuen.
Bild: pd

Viele Einsatzstunden für die Aktivabteilung

Auf der Wettkampfmatte bewies der STV Balgach, im nationalen Vergleich konkurrenzfähig zu sein. Und daneben zeigte der Verein, sich in der Rolle des Gastgebers wohl zu fühlen.

«Wir kennen uns mit dem Organisieren aus. Zudem sind wir ein grosser Verein und können uns auf den ganzen Verein verlassen. Wir hatten grosses Glück, ein motiviertes OK zu finden. Dennoch war sowohl am Freitag wie auch am Samstag nahezu der ganze Aktivverein irgendwo am Helfen», sagt Allegra Margadant vom OK. Der STV Balgach hatte sich ursprünglich für die Schweizer Meisterschaft im letzten Jahr gemeldet, mit dem DTV Niederurnen bestand jedoch schon ein Organisator für den Event. Dann meldete sich der Schweizerische Turnverband wieder bei Balgach – und der STVB sagte zu.

«Uns als Verein ist es wichtig, ab und zu auch einen Anlass zu organisieren, an dem wir sonst immer teilnehmen», so Margadant. Der STVB sei ein grosser Verein, der besonders mit der Jugend stark von den Wettkämpfen profitiert, «weshalb wir auch etwas zurückgeben wollen.»

Drei Balgacher Schweizer Titelkämpfe in drei Jahren

Wie gut der STV Balgach darin ist, Anlässe auf die Beine zu stellen, zeigte er schon mehrfach, zuletzt etwa am Rheintaler Turnfest 2022. Die Schweizer Meisterschaft der Gymnastik war nun der Auftakt zu einer Trilogie an nationalen Titelkämpfen, die der Verein organisiert.

Im nächsten Jahr steht die Schweizer Meisterschaft im Vereinsturnen auf dem Plan. Diese ist noch viel grösser als die Gymnastik-Meisterschaft. Der STVB bestreitet die Organisation nicht alleine, sondern mit anderen Rheintaler Turnvereinen. Es wird ein Gemeinschaftsprojekt. 2028 folgt dann die SM im Vereinsturnen der Jugend. «Dass wir gleich drei Schweizer Meisterschaften in drei Jahren organisieren, war nicht der Plan. Dennoch bin ich mir sicher, dass wir dies meistern werden», sagt Margadant.