Während vieler Jahre zählte Kreuzlingen immer zum Kreis der Titelanwärter. Dabei forderten die Thurgauerinnen meist die Serienmeisterinnen des SVD Diepoldsau-Schmitter. Zum Titel hat es lange nicht gereicht, bis sich das am 1. März 2026 änderte. Bei Kreuzlingen ist der Knoten geplatzt; es reichte dank eines dramatischen 3:2-Sieges im Final gegen Diepoldsau zum ersten Schweizer Meistertitel. Die Feldsaison war dann eine Demonstration der Kreuzlingerinnen, die den Titel souverän feierten. So ist vor der Hallensaison klar: Die Favoritinnen kommen aus der Grenzstadt.
Bei ihnen gibt es aber einen gewichtigen Abgang: Mittelfrau Rahel Hess verliess die Equipe und läuft neu für Elgg-Ettenhausen auf. Mit dem Zuzug der langjährigen Natispielerin wird die FG sicher stärker sein als in den letzten Spielzeiten. Das Ziel ist eine Medaille und wenn möglich die Finalqualifikation. Neben Elgg trauen die Vertreterinnen und Vertreter der sechs NLA-Teams vor allem Jona zu, die Kreuzlingerinnen zu fordern.
Diepoldsau-Schmitter, das die Szene in den Jahren vor Kreuzlingens erstem Titel dominiert hatte, muss einen Umbruch verkraften. Jamie Bucher, langjährige Leistungsträgerin auf der Mitteposition, hat ihre Karriere nach dem dritten Kreuzbandriss beendet und betreut nun das Team an der Seitenlinie gemeinsam mit Eva Lässer. Auch Hauptangreiferin Tanja Bognar, die schon in der letzten Hallensaison kürzergetreten war, spielt nur zu Beginn der Saison mit. Das Saisonziel ist daher der Ligaerhalt. Los geht’s für die Rheintalerinnen am Sonntag mit einer Heimrunde im Oberstufenzentrum Kleewies. Dort treffen sie auf Jona und Schlieren.
Dass Diepoldsau in dieser Saison wohl nicht so stark sein wird wie früher, eröffnet den restlichen Teams neue Möglichkeiten – allen voran Schlieren. Die Zürcherinnen waren in den letzten Jahren wiederholt nahe dran, sich für das «Final 4»-Turnier zu qualifizieren, gereicht hat es jedoch nur selten. In dieser Hallensaison könnte es nun klappen – das «Final4» ist das Ziel der Schlieremerinnen, die allerdings zwei verletzungsbedingte Ausfälle kompensieren müssen.
Diepoldsau wird in dieser Saison kleinere Brötchen backen