12,3 Millionen Franken hätte die Brücke für den Langsamverkehr zwischen Widnau und Diepoldsau gekostet. Bund und Kanton wären für den grössten Teil der Ausgaben im Rahmen des Agglomerationsprogramms aufgekommen. Den beiden Gemeinden wäre ein Beitrag von je 1,34 Millionen Franken geblieben.
Doch der Konjunktiv deutet es bereits an: Das Projekt kommt nicht zustande. Zwar haben die Widnauerinnen und Widnauer mit 71,3 Prozent Ja gesagt zum Kredit für die neue Brücke. Doch ihre Pendants auf der anderen Rheinseite kannten keine Gnade: Diepoldsau versenkte das Projekt Flaneur mit 60,4 Prozent Nein-Stimmen.
Auf Jahre hinaus kein Thema mehr
«Das Nein habe ich ein Stück weit erwartet, doch eine so deutliche Ablehnung ist eine negative Überraschung», sagte ein enttäuschter Ralph Lehner am Sonntagnachmittag am Telefon. Der Diepoldsauer Gemeindepräsident hielt fest, dass das Thema Brücke damit auf Jahre hinaus erledigt sei.
Würde er aus heutiger Sicht etwas anders machen? «Vielleicht hätten wir früher mit dem Abstimmungskampf beginnen sollen.» Andererseits seien viele Meinungen schon sehr früh gemacht gewesen, dagegen hätte man wenig tun können, glaubt Lehner. «Die Leute haben eher auf ihr Bauchgefühl gehört als auf die Meinung der Fachleute.»
Eine Chance verpasst
Der Gemeindepräsident ist überzeugt, dass man eine grosse Chance verpasst hat, einen kleinen, aber wichtigen Teil des Autoverkehrs, der das Dorf seit Jahren plagt, aufs Velo zu verlagern. Das Widnauer Ja überrascht Lehner hingegen nicht. Auf der Karte sehe der Anschluss ans Dorf dort naheliegender aus. Zudem dürfte auch die unterschiedliche finanzpolitische Situation eine Rolle gespielt haben.
Diepoldsauer sagen deutlich Nein zur neuen Brücke – Widnauer Ja nützt nichts