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Diogenes Theater startet mit Musik, Humor und Satire in die neue Saison

Das Diogenes Theater beginnt am 12. September die neue Gastspielsaison 2026/2027 und präsentiert im Herbst ein vielfältiges Programm der Kleinkunst. Dabei reicht der Bogen von Musik über Humor bis zur Satire.

Von pd
aktualisiert vor 32 Minuten

Eröffnet wird die Gastspielsaison am 12. September mit dem Berner Chansonnier Mischa Wyss. Er präsentiert einen Klangteppich aus Mundart, Sprachwitz und feinsinnigen Mundart-Chansons. So unaufdringlich, wie seine Texte das Publikum zum Nachdenken verführen, so unwiderstehlich ist sein geistreicher Witz, der von der Satzkaskade bis zum letzten Akkord trägt und dessen Chansons ebenso satirisch wie poetisch schwingen. Wer Mani-Matter-Traditionen liebt, kommt hier auf seine Kosten.

Geistreiche Satire

Anet Corti wagt am Samstag, 19. September, den Sprung mitten ins Chaos der Welt und ihrer eigenen Geschichte. Nach fünf Bühnenprogrammen richtet sie sich erneut an die Fragen unserer Zeit: Wohin bewegt sich die Gesellschaft? Welche Folgen hat Veränderung für uns alle? Und ist ein Quantensprung wirklich der grosse Umbruch oder nur ein winziger Moment, der alles verändert? Mit scharfem Humor und poetischer Überforderung navigiert Corti geistreich durch private Kämpfe und kollektive Krisen. Zwischen Albtraum und Neuanfang beschreibt Corti die Auflösung unserer Gesellschaft – und die ihrer selbst. Es ist ein Stück temperamentvollen, audiovisuellen Theaters, aktuell, absurd und zutiefst menschlich.

Eine alte Bekannte im Diogenes ist auch die Balkan- und Roma-Musikband Sebass; sie feiert in diesem Jahr das 20-Jahr-Bühnenjubiläum und präsentiert am 26. September neben alten Klassikern viel neue Musik. Die Kompositionen von Seraphim von Werra und Nehrun Aliev verbinden die wilde, improvisationsreiche Roma-Tradition mit einer Liebe zur Mehrsprachigkeit, ungeraden Rhythmen und interessanten mediterranen Melodien. Nach vier Studioalben sind weitere Tondokumente geplant; zwanzig Jahre Sebass versprechen wiederum ein imposantes Live-Spektakel im Diogenes Theater.

Judith Bach: letzte Tickets

Wer kennt sie nicht, Judith Bach mit ihrer Claire. Im dritten Soloprogramm schmettert die Berlinerin am 17. Oktober geglückt Lieblingsstücke, spielt charmant Klavier und zeigt eine Neuerung: Sie wird Schweizerin. Beim Umzug stolpert sie dann über das Tagebuch ihrer geliebten Oma Fritz, deren Einträge einen lebendigen Alltag im Altersheim schildern. Aus dieser Liebeserinnerung wächst ein Chansonkabarett über Neuanfang, Heimat und das, was daraus wird. Frech, fein und klar: ein Abend über Heiterkeit und Veränderung, der zugleich zärtlich und pointiert bleibt.

A-cappella-Konzert mit Fourtastic

Das A-cappella-Quartett Fourtastic, das unter dem Namen Urstimmen vor drei Jahren im Diogenes begeisterte, präsentiert am 24. Oktober sein neues Programm. Dabei sind Musik aus verschiedenen Stilrichtungen und neue Arrangements zu hören und zu sehen. Daniel Koller, Tiziana Sarro, Balz Aliesch und Sabine Schädler führen auf eine Reise zwischen Realität und Fantasie: Glitzer, Witz und eine Prise Ungewissheit für alle, die sich gern treiben lassen.

Odermatt & Boog sind am 31. Oktober wieder im Diogenes. Sie ist Psychologin, doch selbst nicht vor der einen oder anderen Neurose gefeit. Er ist Marketingleiter und versucht, das Leben leicht zu nehmen. Sie wohnen Tür an Tür, sind alleinstehend und das pure Gegenteil voneinander.

Aus einer banal scheinenden Nachbarschaftsbegegnung entwickelt sich im äusserst witzigen Theaterstück «Die Tür nebenan» eine hitzige Debatte, bis sie sich trotz unterschiedlicher Weltanschauungen nicht mehr ausstehen können. Und dann suchen beide auf einer Dating-Plattform nach dem perfekten Gegenüber und finden es auch. Doch bleibt die Frage: Reicht der neunundneunzigprozentige Match für das grosse Glück? Skurril, leichtfüssig und voller Wortwitz zeichnet dieses Stück mit Susanne Odermatt und Patrick Boog eine moderne Form von Einsamkeit in unserer hypervernetzten Gesellschaft.

Tickets: www.diogenes-theater.ch