Die dreijährige Weiterbildung ist für alle Beteiligten eine grosse Herausforderung. Dies zeigten die Diplomandinnen und Diplomanden am Mittwoch zu Beginn ihrer Diplomfeier im Verrucano in Mels mit einer eindrücklichen Videopräsentation. Die anspruchsvolle Ausbildung fordert viel eigenständiges Bearbeiten von Lerninhalten sowie gemeinsames Lernen in Gruppen. Unter den neu ausgebildeten Fachkräften sind auch sechs Rheintalerinnen: Anna Lena Benz, Xenia Frehner, Jaqueline Iley, Céline Schraner, Tamara Veselic und Jule Anne Sophie Wagner.
Was die Studierenden in dieser Zeit an Freuden, Leiden, Frustrationen, aber auch an wertvollen Begegnungen, wichtigen Erkenntnissen für den Beruf und das Leben, Erfolgen und Glücksmomenten erleben konnten, zeigten sie ihren Gästen, den versammelten Angehörigen, sowie den für ihre Ausbildung verantwortlichen Personen aus Schule und Praxis. Dabei wurde deutlich: Neben vielen stressigen Momenten bleiben am Schluss doch die Höhepunkte sowie die Erleichterung, einen grossartigen Abschluss geschafft zu haben.
Der Weg hinauf zum Gipfel
Die anstrengende Ausbildung nahmen auch die Lehrpersonen Leandra Sommer und Bianca Rupp in den Fokus ihrer Diplomrede. Am Beispiel einer Bergtour zeichneten sie den Weg durch die Ausbildung auf. Zuerst viel Vorfreude und Erwartungen, auch gute Vorbereitung und etwas Respekt am Fusse eines hohen Berges. Unterwegs mit den vielfältigen Chancen und Ansprüchen mit Lernen, Schwitzen, Lachen, Zweifeln, Durchhalten und Wachsen; diese Erfahrungen prägten den Weg.
Neben der eigenen Anstrengung ist auch der Proviant, das «Kraftfutter», sehr wichtig, um den fachlichen
Herausforderungen zu begegnen und den verschiedenen Witterungsbedingungen des Alltags zu trotzen. «Und heute haben die Studierenden mit Ausdauer, Disziplin, Neugier und Frustrationstoleranz das Ziel auf dem Gipfel erreicht und können das grossartige Panorama geniessen», hiess es. Doch auf dem Gipfel ist das Abenteuer nicht vorbei.
Dort warten kein Liegestuhl, kein Cüpliservice und auch kein Helikopter-Shuttle zurück ins Tal. In der Berufspraxis wartet ein neuer Horizont. Neue Täler, neue Wege, neue Herausforderungen. Mit dem gut gefüllten Rucksack aus der Ausbildung sind die Fachleute bereit, neue Wege zu gehen. Sowohl in den Präsentationen der Diplomierten als auch in der Diplomrede wurde das Zusammenspiel von rational-praktischen und emotionalen Aspekten in der Pflegeausbildung auf Stufe HF dargestellt.
Auch Gefühle spielen eine wichtige Rolle
Bereits in seiner Eröffnungsrede ging Horst Hilger, Standortleiter BZGS Sargans der Weiterbildung HF Pflege, auf diese Themen ein. «In unserer technologisierten Welt spielen Gefühle eine herausragende Rolle, weil unser Verhalten zum grössten Teil von unseren Emotionen geleitet und nur zu einem geringeren Teil von Verstand und Vernunft bestimmt wird», sagte er.
Dies zeige sich im Gesundheitswesen, im Pflegealltag, wo trotz Robotik, KI und ChatGPT das Gespräch von Angesicht zu Angesicht unersetzlich sei, «vor allem, wenn man es mit echten Gefühlen zu führen versteht».
Als Beispiel nannte der Standortleiter die Bedeutung der Frage: «Wie geht es Ihnen?», die als Floskel oder als echtes Interesse in Erscheinung treten kann. «Menschen werden von Menschen gepflegt – und nicht von Unternehmen», so das Schlusswort.
Diplomierte Pflegefachpersonen aus dem Rheintal feiern ihren Abschluss