Doppelkindi mit bekanntem Kinderlied in der Fassade | Der Rheintaler

18.02.2022

Doppelkindi mit bekanntem Kinderlied in der Fassade

Der Doppelkindergarten, der mit integriertem Musikzentrum am Fusse des Montlinger Berglis entstehen soll, hat ein passendes Lied in der Fassade: «Döt dena am Bergli».

Von Gert Bruderer
aktualisiert am 02.11.2022
Gert BrudererEs handelt sich um das Siegerprojekt des St. Gallers Tom Munz. Wird sein Doppelkindergarten mit Musikzentrum gebaut, bedeutet es die Komplettierung der grossen und sodann einzigen Montlinger Schulanlage. Die zwei Kindergärten an der Kindergartenstrasse würden aufgehoben.Nirgendwo sonst gibt’s ein vergleichbares EnsembleArchitekt und Jurymitglied Hubert Bischoff aus Wolfhalden nennt das Schulzentrum am Bergli «einzigartig». Nirgendwo sonst im Rheintal gebe es ein vergleichbares Ensemble.Der Doppelkindergarten wird das siebte Gebäude in ei-ner Gruppe von Schulhäusern sein, die architektonisch allesamt Ausdruck einer bestimmten Zeit sind und sich doch perfekt zu einer Einheit fügen. Zuletzt wurde – vor einem Vierteljahrhundert – eines der beiden Primarschulgebäude mit Namen Litten gebaut.Der Anstoss fürs Projekt kam von den MusikantenZiehen auch Montlingens Kindergärtler an den Fuss des Berglis, werden hier rund 180 Primarschulkinder unterrichtet. Zusammen mit den Jugendlichen der Oberstufe wird die Zahl der Schülerinnen und Schüler am Bergli rund 320 betragen. Wo der Doppelkindergarten entstehen soll, hat heute die Musikgesellschaft Montlingen-Eichenwies ihr Musikheim. Dieses ist jedoch – wie beide Kindergärten – erneuerungsbedürftig. Vor vier Jahren hat der damalige langjährige Obmann der Jugendmusik, Pascal Benz, das Projekt initiiert. Benz ist auch Oberrieter Gemeinderat. [caption_left: Ein schöner Bezug: Die Musiknoten in der Fassade, direkt neben dem Proberaum der Musikantinnen und Musikanten, passen perfekt zum Montlinger Bergli.]Schulgemeinde und Musikgesellschaft spannen nun also zusammen, wobei das Probelokal ein grosser öffentlich nutzbarer und schon von aussen als solcher erkennbarer Raum werden soll. Von fünf Wettbewerbsprojekten ist das Siegerprojekt das einzige mit rundherum ebenem Zugang. Im Parterre befindet sich der Doppelkindergarten, im Obergeschoss das Musikzentrum. Samuel Hanselmann, der Präsident der Primarschulgemeinde Eichenwies, Kriessern, Montlingen, Oberriet (Ekmo), ist vom Projekt «total begeistert». Eine Besonderheit betrifft die perforierte Holzfassade: Die vorgesehene Lochung neben dem Proberaum ist an Melodie und Rhythmus des bekannten Kinderliedes «Döt dena am Bergli» angelehnt.Nächstes Jahr über Kredit abstimmenÜber den Bau des Doppelkindergartens mit Musikzentrum entscheidet die Bürgerschaft der Schulgemeinde nächstes Jahr. Der Betrag, um den es gehen wird, dürfte sich in der Grössenordnung von 3,5 bis 4 Mio. Franken bewegen. ***Preisgericht hat fünf  Wettbewerbsprojekte bewertetDas Projekt «Döt dena am Bergli» wurde einstimmig mit dem ersten Preis bedacht. Die anderen vier zum Wettbewerb eingeladenen Architekturbüros erhalten je eine Entschädigung von 6000 Franken.Das Preisgericht schreibt in seinem Bericht, der Wettbewerb habe den Nachweis erbracht, dass auf dem vorgesehenen Grundstück eine eigenständige Lösung mit hoher architektonischer Qualität möglich sei.Drei Rheintaler Büros, zwei aus St. GallenMitgemacht haben ausser Sieger Tom Munz die 4D Holzarchitektur GmbH (Oberriet), die Dominik Hutter Architekten GmbH (Heerbrugg), das Büro Gähler Flühler Architekten (St. Gallen) sowie die Bandel AG (Montlingen). Eingereicht wurden die Projekte dieser Büros natürlich anonym.Raum zwischen Felswand und Haus gut genutztDie Jury verfuhr nach dem Ausschlussverfahren; am Ende waren nur noch die beiden St. Galler Projekte im Rennen. Jenes von Tom Munz setzte sich auch deshalb durch, weil es den Aussenraum vorbildlich einbezieht. Im Projektbeschrieb heisst es: «Durch Absetzen des Baukörpers vom steiler werdenden Hang des Montlinger Berglis wird dieser freigespielt und die Topografie in die Aussenraumgestaltung integriert. Gelobt werden etwa auch die Sichtbezüge im Kindergarten oder der Umstand, dass allgemein zugängliche Räume von aussen direkt erreichbar seien. [caption_left: Sie haben die Wettbewerbsprojekte vorgestellt (von links): Pascal Reich, Fachjuror Hubert Bischoff (beide vom Büro Bischoff), Fachjurorin Marion Spirig, Architekt Tom Munz (Siegerprojekt), Initiant Pascal Benz sowie Schulratspräsident und Jurymitglied Samuel Hanselmann.]Holzfassade mit Schlammfarbe streichenFür den Bau sind, mit Ausnahme des Untergeschosses, Holzelemente und Hohlkastenelemente vorgesehen. Das Architekturbüro schlägt vor, die Holzfas­sade mit einer pigmentierten Schlammfarbe zu streichen, durch die sie dauerhaft geschützt bliebe; das natürliche Material verlöre seine Eigenschaften nicht. Bei der weiteren Überarbeitung sollen noch einige Punkte geklärt werden. Gemeint sind die Lage der Toiletten, die Raumorganisation im Kindergarten (z. B. punkto Besonnung, Foyernutzung), ein direkter Zugang für Kinder von aussen von Nordwesten her und die Gestaltung des Aussenraumes mit Blick auf die morgendliche Besonnung.Hinweis: Ausstellung der Projekte im Foyer der Berglihalle. Sa., 19. Februar, 10 bis 13 Uhr (Auskunftsperson anwesend); Mo. bis Do., 21. bis 24. Februar, jeweils 14 bis 18 Uhr (ohne Auskunftsperson). [caption_left: Das Modell: Vorne (Mitte, grösstes Gebäude) ist die Berglihalle zu sehen, daneben links die Oberstufe Kirchgut. Weiter geht's im Uhrzeigersinn mit der Kirchgut-Turnhalle und den beiden Litten- Schulhäusern. Links von dieser Gebäudegruppe ist das alte Berglischulhaus zu sehen. Der neue Doppel- kindergarten ist das hinterste Gebäude (hinter den Litten-Schulhäusern), direkt am Bergli.]