Die Sportlerin des Jahres 2024 ist auch die Sportlerin des Jahres 2025: Helena Zäch setzte sich in der Endabrechnung deutlich vor die Boxerin Angela de Felice und die Fussballerin Yaël Kobler. «Die Auszeichnung bedeutet mir sehr viel. Sie zeigt, dass viele Menschen hinter mir stehen und mich auf meinem langen Weg an die Spitze unterstützen», sagt die Preisträgerin. Und:
2025 gab es viele Höhen und Tiefen, es war viel harte Arbeit. Aber dank des tollen Rückhalts meiner Familie, meiner Freunde und meiner Trainer war es einfacher. Für diese Unterstützung bin ich sehr dankbar.
Am Ende des letzten Jahres habe sie erkannt, im technischen und mentalen Bereich stärker geworden zu sein. Davon konnte man sich an der Schweizer Meisterschaft Anfang Dezember überzeugen. Die 15-jährige Athletin des Judo- und Ju-Jitsu-Clubs Rheintal liess in der Kategorie U18 bis 44 Kilogramm ihren Gegnerinnen Fabienne Bun (Wohlen) und Clarissa Bernasconi (Bellinzona) keine Chance. «Weil ich schon oft gegen die beiden gekämpft habe, wusste ich, wie sie agieren und konnte mich ihrem Kampfstil anpassen.» Der Lohn war der Meistertitel. Damit ist sie Doppel-Schweizermeisterin, bereits 2024 kehrte sie mit Gold von Yverdon-les-Bains ins Rheintal zurück. Und nicht nur das: Sie schaffte letztes Jahr auch den Sprung ins U18-Nationalkader.
«Ich war von Anfang an fasziniert»
Welche drei Begriffe kommen Helena Zäch beim Wort «Judo» spontan in den Sinn? «Ausgleich vom Alltag, Disziplin und Leidenschaft», sagt sie. Zum Sport kam sie als Achtjährige:
Mein Vater war selbst kurze Zeit Judoka. Deshalb wollte ich es auch mal probieren.
Seither ist der Sport, dessen Wurzeln in Japan bis ins sechste Jahrhundert zurückreichen, nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. «Ich war von Anfang an fasziniert, obwohl ich damals meist nur mit Jungs gekämpft habe.»
Zurzeit besucht sie die dritte Sekundarklasse an der Sportschule Appenzellerland in Trogen, danach wird sie die United School of Sports in St.Gallen besuchen. «Das ist sozusagen das Sport-KV mit zwei Jahren Schule und zwei Jahren Praktikum.» Schule und Judo unter einen Hut zu bringen, sei nicht immer einfach: «Pro Woche absolviere ich drei Kraft- und fünf Judoeinheiten, dazu ein Athletiktraining an der Schule», sagt Zäch. Dazu kämen an den freien Tagen eigene Trainings. Zäch:
Es ist harte Arbeit, aber ich mache es für mich und meine Liebe zum Sport.
Doppelte Titelverteidigung: Helena Zäch wiederholt ihre Vorjahreserfolge