Altstätten vor 55 Minuten

Drei Kunstschaffende aus der Marktgasse zeigen ihre Werke unter den Bögen

Drei Kunstschaffende aus der Marktgasse stellen gemeinsam aus. Als Zwischenlösung in einem leer stehenden Ladenlokal sind Schriftbilder, Malerei und handgeschnitzte Holzobjekte zu sehen.

Von pd
aktualisiert vor 54 Minuten

Seit vergangenem Freitag und bis Samstag, 26. September, stellen drei Kunstschaffende in der Marktgasse 40 (unter den Bögen) in Altstätten ihre Werke aus. Das Besondere an dieser Ausstellung besteht unter anderem darin, dass alle drei Künstlerinnen und Künstler in der Marktgasse wohnen und wirken. Der Raum, den sie einen Monat lang als Ausstellungsraum nutzen, ist ein zwischenzeitlich leer stehender, optisch ansprechender, zweigeschossiger Raum, der ab Januar wieder als Laden vermietet ist. Die Zwischennutzung des Ladens als Ausstellungsraum ist wertvoll, um die Marktgasse als Begegnungs- und Einkaufsort zu erhalten und auch etwas Kultur in die Gasse zu bringen.

Die drei unterschiedlich wirkenden Kunstschaffenden

  • Rosemarie Fischlin geht seit drei Jahren mit ihren Werken wieder an die Öffentlichkeit. Sie schichtet Worte, eigens geschriebene Texte, Wortfetzen, die sie aus Gesprächen oder während des Hörens im Alltag einfängt, zu Bildern auf. Dabei ist es ihr wichtig, dass die Worte positiv wirken. Jedes Wort hat einen eigenen Rhythmus. Die Wiederholungen und Schichtungen zusammen mit dem Fluss der Schrift geben dem Bild einen eigenwilligen Ausdruck. Sie sagt: «Wenn ich nachts in meinem Atelier über den Dächern an der Marktgasse wirke, stelle ich mir vor, dass ich ein zartes, positives Wortnetz über die Stadt lege.»
  • Gerda Recks Bilder entstehen ohne festen Plan. Schicht um Schicht entdeckt sie Landschaften, Häuser, Blumen, Licht und Erinnerungen. Was sichtbar wird, ist weniger ein Ort als eine Stimmung. Es ist die Sehnsucht nach Verbundenheit, Geborgenheit und einem Platz, an dem sie sein darf. Sie malt Augenblicke und Räume, die Beziehung zwischen Farben und Formen, zwischen Nähe und Abstand, zwischen Erinnern und Loslassen, zwischen dem Sichtbaren und dem, was nur geahnt werden kann. Gerda Reck zeigt eine Welt, die für einen Moment bewohnbar wird und in der ein Stück Zuhause entstehen kann.
  • Kurt Meier stiess zu Beginn der Coronapandemie auf einen Link zum Spoon Carving. Schon beim ersten Anschauen eines Lehrvideos war er fasziniert vom handwerklichen Geschick der Spoon Carver. Das war der Startschuss für sein neues Hobby. Fliessende Linien und weiche Formen waren ihm von Anfang an wichtig. Schnell sah er, dass ihm auch das Holz und dessen Maserung eine Form vorgaben. Dabei fiel ihm eine Eigenschaft auf, die ihm an sich selbst neu war: Er ist pingelig in Bezug auf die aus seiner Sicht perfekte Linie geworden. So kann er stundenlang, fast schon meditativ, am finalen Schliff arbeiten.

Öffnungszeiten im September sind: Donnerstag, 16 bis 19 Uhr; Freitag, 16 bis 19 Uhr und Samstag 10 bis 13 Uhr.