Laufsport vor 1 Stunde

Drei Streckenrekorde und ein Schweizer Rekord am 48. Rhylauf

1600 Läuferinnen und Läufer waren am 48. Rhylauf in Oberriet bei besten Bedingungen am Start und erzielten so manche Bestzeit. Auch die Schweizer Strassenmeisterschaft über zehn Kilometer gehörte zum Programm.

Von Johannes Thoma
aktualisiert vor 1 Stunde

Welch guten Namen der Rhylauf schweizweit geniesst, zeigt sich auch daran, dass nach 2023 erneut der Titel des Schweizer Meisters über die zehn Kilometer auf der Strasse im Rahmen des Rheintaler Traditionslaufs vergeben wurde. Bei den Frauen siegte mit Fabienne Vonlanthen vom LC Schaffhausen die Titelverteidigerin, bei den Männern feierte Nino Freitag vom LV Winterthur bei idealen Laufbedingungen seine Premiere als Sieger.

Im Vorjahr noch Zweiter, liess Freitag diesmal sowohl Titelverteidiger Camilo Irarragorri (3., TG Hütten) hinter sich, der ihn 2025 um eine Sekunde geschlagen hatte, als auch den favorisierten Seare Weldezghi vom LC Uster. Weldezghi wurde Zweiter, lief aber nicht in die Wertung um die Schweizer Meisterschaft, da er – noch – keinen Schweizer Pass besitzt.

Der Rekord wackelte nicht nur, er fiel

Speaker Erik Schegg, der mit der Altstätterin Simone Michlig die Besucherinnen und Besucher den ganzen Tag lang fachkundig informierte und unterhielt, hatte es bereits vor dem Lauf vermutet: «Der Streckenrekord wird wackeln.» Und er wackelte nicht nur, er fiel – bei den Frauen und bei den Männern. Aber die Veranstalter hatten vorgesorgt: Die Radfahrer, die den Läuferinnen und Läufern vorausfahren, waren mit E-Bikes ausgerüstet.

Simone Michlig im Interview mit Schweizer Meister Nino Freitag.
Simone Michlig im Interview mit Schweizer Meister Nino Freitag.
Bild: Johannes Thoma

Das war auch dringend nötig, denn Nino Freitag (Jahrgang 2004) lief mit 28:47,9 Minuten einen neuen Streckenrekord. Ihm gelang ein Kilometerschnitt von unter 2:53 Minuten bzw. das Tempo von 20,8 km/h. Bei Vonlanthen (1993) war es ein Schnitt von 3:18 Minuten pro Kilometer. Der dritte Streckenrekord gelang Tina Capol (2007) vom TV Mels über die Kurzdistanz von 4,45 Kilometern in 15:10,9 Minuten.

Jüngere setzen oft auf längere Strecken

Ein Highlight des Tages bot bei den Frauen die drittplatzierte Fabienne Müller vom LV Langenthal: Ihre Zeit von 33:31,6 Minuten bedeutet einen neuen U23-Landesrekord auf zehn Kilometern Strasse. Sowohl Müller als auch Vonlanthen waren angetan von der «megacoolen Stimmung» entlang der Strecke. Diese genoss auch Michelle Dürr. Die gebürtige Kriessenerin wurde trotz Trainingsrückstands Neunte. Bei Freitag und auf den Rängen drei bis fünf (alle Jahrgang 2003) sowie bei Müller (2005) zeigte sich ein schweizweiter Trend: Immer mehr Jüngere setzen auf lange Strecken und erzielen dank ihrer Grundschnelligkeit gute Zeiten.

Beim Halbmarathon war Raphael Josef (1987) aus Wil der Schnellste. Er freute sich über die Zeit von 1:08:53,9 Stunden. «Ich habe den Lauf und die Stimmung genossen, auch wenn ich die meiste Zeit allein laufen musste.» Für ihn war der Rhylauf eine gelungene Vorbereitung auf den nächsten Marathon, den er in unter 2:20 Stunden laufen möchte. Bei den Frauen siegte Stephanie Wunderle aus Wangen im Allgäu.

Timo Gächter gewinnt bei Halbmarathon-Premiere

Die Rheintaler Fahne hielt Timo Gächter hoch. Der 18-Jährige aus Hinterforst, der für den KTV Oberriet startet, siegte bei seiner Halbmarathon-Premiere in der U20 in 1:25:59,7 Stunden und war entsprechend glücklich, aber auch völlig ausgepumpt. Gächter, der eine Ausbildung als Physiklaborant macht, trainiert dreimal pro Woche und mag am liebsten Trailrunning und Berglauf. Dritter wurde Giulian Matt vom TV Widnau.

Auch die Schülerläufe waren sehr beliebt.
Auch die Schülerläufe waren sehr beliebt.
Bild: Johannes Thoma

Noch etwas jünger waren die rund 450 Teilnehmenden beim Schülerlauf, der den Abschluss des Tages bildete. Die Jüngsten von ihnen haben Jahrgang 2022 – und wurden am lautstärksten angefeuert, als sie sich auf den Parcours mit den kleinen Hindernissen machten. Hinterher gab es eine Stärkung, ein Geschenk und – am wichtigsten – eine Medaille. Die hatte sich auch das OK um Joel Mattle und Roman Zäch verdient. Dank des OK und der rund 200 weiteren Helferinnen und Helfer entlang der Strecke oder in der Festwirtschaft verlief die Grossveranstaltung reibungslos.