Eine faszinierende Atmosphäre erwartete Publikum und Sportler beim Wettkampf der Hauptkategorie Senioren P6 und der Kategorie OP am Samstagnachmittag. Wie ein feiner Nebel erfüllte der beim Einturnen aufgeschleuderte Magnesiumstaub die Luft. Die 23 Sportler aus fünf Nationen, die in dieser Klasse turnten, marschierten unter den Klängen einer Musikhymne ein, angeführt von weiss-rot uniformierten Mädchen. Diese sind eine Majorettengruppe, die in Tschechien die dortige Majorettenmeisterschaft gewonnen hat und seit vielen Jahren beim Rheintalcup optisch bezaubert. Und die Kunstturner zeigten sportlich hochstehende Übungen von internationaler Klasse.
Grossartige Leistungen, aber wenige Rheintaler
Anders als in früheren Jahren wurde der Rheintalcup diesmal nicht als Gelegenheit für nationale interne Ausscheidungen und Qualifikationen genutzt. Dennoch durften die Fans am Samstagnachmittag grossartige Leistungen an Reck, Barren, Pferd, Sprung, Ringen und Boden bewundern.
Mit Mykyta Streltsov war es dann auch ein Mitglied des deutschen Teams, der sich als Gewinner des Sechskampfs den Lorbeerkranz auf das Haupt setzen durfte. Im Offenen Programm reüssierte mit David Schacher vom STV Raim ein Schweizer Athlet. Am Abend folgten die Gerätefinals an Boden, Barren und Reck. Hier setzten sich bei den U18-Turnern Alan Kramarczyk und bei den Senioren Sebastian Gawronski, beide aus Polen, durch.
Wenig erfreulich war, dass diesmal kein einziger Rheintaler in den beiden Spitzenklassen antreten konnte. Der derzeit beste heimische Turner, Florian Keller, hat sich vor dem Jahreswechsel das Kreuzband gerissen und wird noch einige Monate brauchen, um wieder in das Turngeschehen eingreifen zu können. «So haben wir in der Klasse OP und Senioren niemanden am Start. Aber Marton Kovacs, der für Österreich antritt, ist ein Ex-Rheintaler. Er hat vor seinem Studienstart in Wien bei uns trainiert», sagt OK-Präsident Marcel Keller. Doch auch Kovacs’ Auftritt dauerte nur kurz. Nach der Bodenübung musste er an den Ringen aufgeben. «Mit über 38 Grad Fieber kann ich nicht weitermachen. Schade, ich hätte mich vor dem Rheintaler Publikum gern von meiner besten turnerischen Seite gezeigt», sagte der sympathische, aus Ungarn stammende Sportsmann, der in Wien Pharmazie studiert.
Organisation verläuft absolut problemlos
Doch nicht nur die Rheintaler Turner fehlten an diesem Wochenende, auch der neue Schweizer Turnstar Henji Mboyo, der vor einigen Jahren noch Mehrkampf-Zwölfter bei der Kunstturn-WM geworden war, konnte verletzungsbedingt nicht in die Aegeten reisen. Und Sam-Maximilian Wibawa, der frühere Rheintaler Klasse-Turner, war zwar beim Rheintalcup dabei, aber nicht als Aktiver, sondern als Wertungsrichter.
Gerade die Organisation der ehrenamtlichen Kampfgerichte sei inzwischen sehr schwierig geworden, sagt OK-Präsident Marcel Keller. «Wir konnten uns damit behelfen, dass an jedem Gerät drei statt der vorgesehenen vier Kampfrichter die Leistungen der Athleten beurteilen. Sonst verlief die Organisation aber absolut problemlos. Wir können uns voll auf das 15-köpfige OK verlassen, das ein eingespieltes Team bildet. Und auf die restlichen vielen Vereinsmitglieder, die in Schichten eingeteilt für das Funktionieren aller anderen turnerischen Abläufe sowie die Festwirtschaft Sorge tragen.»
Nachwuchsturner zeigten ihr Können am Sonntag
Am Sonntag folgten die nationalen Wettkämpfe für die jüngeren Nachwuchsturner der Jahrgänge 2014 bis 2020. Für die Jüngsten war es eine passende Gelegenheit, erste Wettkampferfahrungen zu sammeln. Und zu zeigen, dass viel Potenzial in der kommenden Rheintaler Generation steckt. So erturnte sich im Einführungsprogramm (EP) der junge Alessio Epper von der Getu Staad den neunten Rang unter stolzen 38 Teilnehmern. Im Programm 1 erreichten die TZR-Schützlinge Julian Eugster und Milo Bleiker die Plätze fünf und neun. Hier umfasste das Starterfeld 34 Jungturner.
Im Programm 2 war es der Balgacher TZR-Eleve Philipp Marti, der sich Rang fünf erturnte, der Diepoldsauer Nico Bischofberger klassierte sich auf dem neunten Platz. Im Programm 4 reüssierten die beiden Balgacher TZR-Vertreter David Steiger und Elia Thiébaud mit den starken Plätzen drei und vier.
Ein grosses Kunstturn-Spektakel mit internationaler Klasse