Beim Ehrenpreis werden im Gegensatz zu den anderen Kategorien keine Wahlergebnisse bekannt gegeben: Noch mehr als für die Sportlerin, den Sportler und das Team des Jahres gilt hier: Wer nominiert wird, verdient die Auszeichnung in jedem Fall.
Der mittlerweile 36-jährige Thomas Litscher war als Jugendlicher Stammgast an der Sportgala – dreimal wurde der frühere Junioren- und Mountainbike-Weltmeister zum Rheintaler Sportler des Jahres gewählt. An der Preisverleihung 2018, die erstmals in Berneck stattfand, war er zudem Ehrengast – kurz zuvor hatte er nach schwierigen Monaten in Australien die WM-Bronzemedaille gewonnen. Dieser Erfolg verlängerte wohl Litschers Profikarriere letztlich bis zum September 2025, in dem er beim Weltcup in Lenzerheide vor mehr als 20'000 Zuschauerinnen und Zuschauern sein letztes Rennen der Karriere bestritt.
In der letzten Saison als Privatier an der Weltspitze
Vor einem Jahr rechnete Litscher noch mit dem Karrierenende im Jahr 2026: Er hatte nämlich einen Zweijahresvertrag bei einem Schweizer Team unterschrieben. Dumm nur, dass sich diese Mannschaft als Luftschloss erwies. Seine letzte Saison bestritt Thomas Litscher deshalb als Privatier mit der Unterstützung eines kleinen tschechischen Teams. Dass er unter diesen Umständen bis zuletzt in der Disziplin Short Track an der Spitze mitmischte, machte Litscher zu Recht stolz: 2025 wurde er zweimal Vierter im Weltcup und gewann an den Europameisterschaften die Silbermedaille. Der Abschluss an der Heim-WM im Wallis – wo er 2013 U23-Weltmeister wurde – blieb ihm aber vergönnt, weil er den geforderten Podestplatz im Weltcup nicht erreichte.
Einen Start an Olympischen Spielen durfte Litscher nie erleben. Das liegt natürlich an der enormen Leistungsdichte im Schweizer Mountainbike. Es erstaunt allerdings, wenn man bedenkt, dass Litscher nebst den Stars Nino Schurter und Mathias Flückiger der einzige Schweizer Mann der Neuzeit ist, der WM-Medaillen gewann.
Die zweite Karriere hat Litscher bereits in Angriff genommen: Er arbeitet bei Cuore of Switzerland. Der Hersteller von Sportkleidung ist im Radsport sehr präsent. Auch als Privatperson bleibt Litscher dem Zweirad-Metier verbunden: Er ist Präsident des RV Altenrhein. Bei den jungen Talenten denkt er an sich selbst:
Sie sollen Spass am Radfahren haben, ohne als 13-Jährige zu denken, sie seien wie Nino Schurter oder Tadej Pogacar.
Ein Kämpfer wird Ehrensportler: Thomas Litscher für seine Karriere geehrt