Seit gut vier Jahren arbeiten PluSport Rheintal und der FC Widnau eng zusammen. Aus dem Pflänzchen ist eine wunderschöne, farbenfrohe Blume geworden. Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit unterschiedlichen geistigen, körperlichen oder psychischen Beeinträchtigungen haben auf der Aegeten jeden zweiten Montag die Möglichkeit, dem runden Leder nachzujagen.
Ein Highlight im Kalender ist das Hallenturnier, das jeweils Ende Januar stattfindet. Es ist ein Turnier, an dem Spass, Freude am Spiel, Miteinander, Teamgeist und Fairplay ganz grossgeschrieben werden. «Leider haben wir dieses Jahr recht wenig Teilnehmende. Letztes Jahr hatten wir Gäste aus Lustenau und Chur, beide konnten heuer wegen eigener Turniere nicht kommen», sagte der Leiter Fussball bei PluSport Rheintal, Stefan Frauenfelder. Es war aber schnell offensichtlich: Pure Freude, Begeisterung und die eine oder andere Emotion, die zum Fussball dazugehört, gehen auch mit 20 Kickerinnen und Kickern.
Rollstuhlfahrerin Corina beinahe Torschützin
Vier Teams mit klingenden Namen waren vertreten: Paris St-Germain, Borussia Dortmund, Manchester United und – wie es sich in der Region gehört – der FC St.Gallen. Eine Rangliste wurde keine geführt, denn: «Wir sind alle gleich gut.» Jede und jeder gab, was im Bereich der Möglichkeiten lag. Ein schöner Rahmen bildete die Kulisse: Über 60 Familienangehörige, Freunde und Bekannte waren auf der Tribüne und beklatschten die 36 teils herrlich herausgespielten Tore. Um die Verletzungsgefahr zu minimieren, wurde mit einem Softball gespielt, Kopfbälle waren nicht erlaubt. Die Fairness war beeindruckend, während des ganzen Turniers gab es kein einziges Foul.
Völlig selbstverständlich war auch Corina, eine Rollstuhlfahrerin, ins Team integriert. Ihr war erlaubt, den Ball in die Hände zu nehmen. Die Leiterinnen Livia Federer und Cornelia Kleine-Veldhuis Casanova halfen abwechselnd, den Rollstuhl zu lenken. Dabei erzielte Corina beinahe ein Tor. Sie lächelte: «Das war knapp. Ich mache jedes Jahr gern am Turnier mit. Sonst bin ich im PluSport im Schwimmen dabei.»
Kleine-Veldhuis Casanova ist seit Ende Sommer 2025 Mitglied im Leiterteam. «Es sind herzliche Begegnungen. Es kommt immer mal wieder vor, dass in den Trainings plötzlich eine Spielerin oder ein Spieler zu mir kommt und etwas erzählt oder eine Frage stellt», sagte die Diepoldsauerin.
«Man kann nicht immer gewinnen…»
Julien und Mirnes waren Goalgetter. «Ich habe schon vier Tore erzielt», sagte Julien und berichtigte umgehend: «Nein, sogar fünf.» Mirnes: «Unserer Mannschaft läuft es gut. Und ich konnte auch schon ein paar Tore machen.» Endrit sah es entspannt. Er sagte: «Man kann nicht immer gewinnen» und zeigte sein ansteckendes Lachen.
Um es den Offensivabteilungen der Gegner etwas schwerer zu machen, zeigten die Torhüterinnen und Torhüter tolle Aktionen. Yanik war nicht ganz zufrieden: «Wir hätten eigentlich in den Final kommen müssen.» Aber der Frust dauerte nicht lange, ehe auch er sich über das Turnier freute. Leonie zeigte ebenfalls sehenswerte Paraden. Sie sagte: «Ich stehe sonst eigentlich nicht viel im Tor.» Man merkte es nicht, denn sie machte ihre Sache sowohl im Kasten wie auch nachher auf dem Feld ausgezeichnet.
Der nächste Programmpunkt ist bereits in Sicht: Für die Kickerinnen und Kicker von PluSport Rheintal geht es am nächsten Sonntag ans Turnier nach Lustenau. Mit der Begeisterung und der Freude, die sie am Samstag in der Aegetenhalle zeigten, werden sie auch die Herzen der Zuschauerinnen und Zuschauer in Vorarlberg mühelos erobern.
Eine Widnauer Champions League mit viel Herz und ohne Verlierer