Es handelt sich um den in Balgach geborenen und aufgewachsenen Bäcker und Kaufmann Jakob Lütschg, der im Sommer 1940 in Paris unverschuldet in deutsche Hände geriet, ohne Anklage und Urteil in Schutzhaft gesteckt und schliesslich 1944 im Konzentrationslager Buchenwald ermordet wurde.
Die feierliche Verlegung eines Stolpersteins für Jakob Lütschg findet am 27. August um 10.30 Uhr beim Neudorfbrunnen statt, ganz in der Nähe von dessen einstigem Wohnort an der Mühlackerstrasse 2. Die Steinsetzung wird begleitet von der St. Galler Regierungspräsidentin Laura Bucher und dem Balgacher Gemeindepräsidenten Urs Lüchinger. Die Feier, an der Schülerinnen und Schüler der Kantonsschule Heerbrugg teilnehmen, wird musikalisch umrahmt von Cédric Peier (Trompete).
Organisiert wird die Veranstaltung von der Gruppe Ostschweiz des Vereins Stolpersteine Schweiz (www.stolpersteine.ch). Das Schicksal von Jakob Lütschg steht für Hunderte weitere Opfer des Nationalsozialismus aus der Ostschweiz, davon rund 40 aus dem Rheintal. Im kommenden Jahr wird ein Buch erscheinen, das bisher unbekannte Schicksale nachzeichnet.
Die Stolpersteine sind ein Projekt des deutschen Künstlers Gunter Demnig, an dem er seit 1992 arbeitet. Die im Boden verlegten kleinen Gedenktafeln aus Messing sollen an das Schicksal von Menschen erinnern, die in der NS-Zeit verfolgt, ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die mittlerweile 116 000 Stolpersteine in über 1860 Gemeinden in 31 europäischen Ländern gelten als grösstes dezentrales Mahnmal der Welt.
Erster Stolperstein im Rheintal: Gedenkfeier für ein Balgacher Opfer des Nationalsozialismus