Es wird eng, die Zeit drängt - Primarschule Au-Heerbrugg hat Raumnot | Der Rheintaler

Au | Heerbrugg 02.02.2022

Es wird eng, die Zeit drängt - Primarschule Au-Heerbrugg hat Raumnot

Der Schulrat Au-Heerbrugg will die Raumnot beheben und einen Projektwettbewerb für einen Neubau auf dem Areal Wees in Au ausschreiben. Der Planungskredit untersteht ab heute Donnerstag dem fakultativen Referendum.

Von Monika von der Linden
aktualisiert am 13.01.2023

Der Primarschule Au-Heerbrugg fehlt ab dem nächsten Schuljahr Raum. Die akute Not kann sie beheben, indem sie im Pavillon des Auer Schulhauses Wees bis zu den Sommerferien ein Klassenzimmer einrichtet. Zurzeit ist dort die Bibliothek/Ludothek untergebracht. Sie wird den Platz voraussichtlich bis Mitte März freigegeben und den neuen Raum, im ehemaligen Coop in Au, bezogen haben. 

Mit dieser Lösung ist der Primarschule nicht langfristig geholfen. Ein Blick in die Kin­dergärten und auf das Bevölkerungswachstum zeigt, dass in den nächsten Jahren viele Kinder in den Kindergarten ein­treten oder in die Unterstufe übertreten werden.

Die Schulgemeinde geht davon aus, dass kein temporärer Engpass besteht, sondern sie bis zum Jahr 2035 etwa 20 Prozent mehr Kinder als heute unterrichten wird. Folglich wird es eng – zuerst in Au und mittelfristig auch in Heerbrugg.

Schulrat will neu bauen

Zugegebener Zeit möchte der Schulrat parat sein und die nötigen Klassenräume bereitstellen. Er gibt enorm Gas und lanciert einen Projektwettbewerb. Sein Ziel ist, die Schulanlage Wees möglichst bald um einen Neubau zu ergänzen. Dem heute Donnerstag erscheinenden Mitteilungsblatt der Gemeinde Au liegt ein Informationsblatt bei. Mit ihm stellt der Schulrat der Bevölkerung das weitere Vor­gehen vor. Schulratspräsident Christian Stricker sagt:

Es ist keine Option, in ein anderes Dorf auszuweichen.

Die Auer wie die Heerbrugger Kinder würden auch künftig im eigenen Dorf unterrichtet werden.

Anvisiertes Grundstück gehört der Schulgemeinde

Die Schulhäuser Wees und Haslach eignen sich nicht für eine Aufstockung. Würde man an sie anbauen, ginge dies zulasten des Pausenareals und der Spielfläche.

Der Schulrat ist überzeugt, der Bürgerschaft mit dem Neubauprojekt die beste Lösung zu unterbreiten. Die Wiese zwischen dem Kindergarten Wees und dem Littenbach gehört der Schulgemeinde. Sie dient als Baulandreserve. Dort möchte der Schulrat den Neubau realisieren.

Die rot markierte Parzelle 307 gehört der Primarschule Au-Heerbrugg
Die rot markierte Parzelle 307 gehört der Primarschule Au-Heerbrugg
Bild: Geoportal / Bearbeitung: Eric Bigger

Der Neubau soll den Bedarf an den zusätzlichen zwei Kindergarten-, vier Schul- und weiteren Gruppenräumen und Büros in Au für die nächsten zehn bis 15 Jahre decken. Eine Tiefgarage würde den Parkplatzmangel beheben. Der für das Hochwasserschutzprojekt nötige Abstand zum Littenbach von 14 Metern bleibt an diesem Standort gewahrt.

Die ehemals landwirtschaftlich genutzte Liegenschaft befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Die beiden Nebengebäude nutzt die Schule für Verwaltung und Tagesstrukturen. «Sie sind in ei­nem schlechten Zustand und müssten auf Dauer ersetzt werden», sagt Christian Stricker.

Eine Machbarkeitsstudie zeigt auf, dass der bestehende Doppelkindergarten ins Projekt einbezogen werden kann.

Ob er in den Neubau integriert oder ersetzt werden soll, werden die am Wettbewerb teilnehmenden Architektinnen und Architekten aufzeigen. Sollten die Schulbürgerinnen und -bürger mit dem Schulrat einig sein und kein Refe­rendum ergreifen, heissen sie den Planungskredit in der Höhe von 300'000 Franken gut.

Der Schulrat könnte den Wettbewerb bereits im März ausschreiben. «Wir brauchen knapp ein Jahr, um der Bevölkerung ein gutes Projekt zu präsentieren», sagt Christian Stricker. «An der Bürgerversammlung 2023 könnten wir über den Baukredit reden und im gleichen Jahr mit der Bauauflage beginnen.»

«Wir haben keine andere Variante»

Sollte die Bürgerschaft jedoch das Referendum ergreifen, würde frühestens im Sommer an der Urne über den Planungskredit befunden. Die drängende Zeit sei auch der Grund, weshalb der Schulrat nicht auf die ordentliche Bürgerversammlung wartet. Sie wird dieses Jahr von einer Urnenabstimmung am 10. April ersetzt. «Es gingen uns wert­volle sechs bis acht Wochen für den Wettbewerb verloren», sagt Christian Stricker.

«Ein Nein an der Urne würde uns vor grosse Probleme stellen», sagt der Schulratspräsident. «Wir haben keine andere Variante.» Das Platzproblem wäre nicht rechtzeitig gelöst.

Hinweis: Die Frist des fakultativen Referendums über den Planungskredit beginnt heute Donnerstag, 3. Februar, und endet am 14. März. Damit es zustande kommt, müssen 400 Unterschriften in­nert 40 Tagen beim Schulrat Au-Heerbrugg eingereicht werden.