St. Margrethen 07.01.2026

Fast 30 Jahre nach seinem Tod: Eine Strasse wird nach Kurt Metzler benannt

Eine Strasse in der neuen Gartensiedlung in der Nähe des Eselschwanzes wird nach Kurt Metzler benannt. Er war Lehrer, Maler und ein bekannter Karikaturist.

Von pb/as/rü
aktualisiert am 07.01.2026

Kurt Metzler wurde 1928 in Lüchingen geboren. 1949 erwarb er das Lehrerpatent und besuchte anschliessend die Kurse Steinbildhauen und Aktmalen an der Kunstgewerbeschule St. Gallen. Er wohnte im Nebengraben in St. Margrethen, wo er von 1952 bis 1977, also 25 Jahre, als Primarlehrer im dortigen Aussenschulhaus tätig war. Er unterrichtete die Schüler der ersten bis dritten Klasse.

Der Schulrat von St. Margrethen schrieb damals über ihn: «Besuche bei ihm sind für die Mitglieder der Schulbehörde stets ein besonderes Erlebnis. Nicht nur die Einrichtung, sondern auch der Geist in seiner Schulstube strahlen eine aussergewöhnliche Atmosphäre aus. Hier wird die Freude am Lernen in einem Masse erkennbar, wie es sonst selten der Fall ist. Dank Herrn Metzlers hervorragender Begabung auf zeichnerisch-darstellerischem Gebiet bekommen die Kinder manches mit auf den Lebensweg, das nicht im Lehrplan steht, ohne dass dieser vernachlässigt wird.»

Moderner Unterricht schon damals

Ein ehemaliger Schüler, Andreas Scherrer, erinnert sich: «Als Nebengräbler durfte ich meine ersten drei Schuljahre bei Kurt Metzler geniessen. Noch heute oder vielleicht vor allem heute ein Paradebeispiel für Diversifizierung, Individualisierung, Inklusion, Methodenvielfalt und Rhythmisierung im Unterricht. Im Mehrklassenverbund 1.-3. und daran anschliessend 4.-6. beim Kollegen Hans Walser funktionierte Förderung von mehr oder weniger begabten Kindern natürlich in den Alltag eingebunden. War genial schön!»

Im Oktober 1977 wählte ihn der Regierungsrat als Hauptlehrer für Zeichnen an die Kantonsschule in Heerbrugg, wo er bis zu seiner Pensionierung 1993 unterrichtete. Eine ehemalige Seminaristin an der Kantonsschule Heerbrugg, Isabelle Stüdli: «Kurt Metzler war ein hervorragender Künstler und ein humorvoller Lehrer mit grossem Herzen. In kürzester Zeit liess sein schneller, präziser Strich lebendige Skizzen entstehen. Viele seiner Zeichnungen spiegelten auch seinen feinen Humor wider, den er mit einem schelmischen Blick in den Unterricht einbrachte.»

Wertschätzung unabhängig vom Talent

Für Kurt Metzler stand neben der Kunstvermittlung stets auch der Mensch im Mittelpunkt. Isabelle Stüdli: «Er begegnete uns allen mit Aufmerksamkeit und Wertschätzung und freute sich über jeden individuellen Fortschritt, unabhängig davon, ob jemand künstlerisch besonders begabt war oder sich mit Stift und Pinsel eher schwertat.» Im Lehrerbericht 1989/90 schrieb Metzler:

So versuche ich, wie im eingangs erwähnten Satz, erst einmal die Freude für das Musische zu wecken.

Und das hat er nachhaltig erreicht. Er war ein begnadeter Karikaturist. Seine überspitzten Bilder von Zeitgenossen waren sehr bekannt und sorgten für viel Heiterkeit. Unter anderem hat er den Appenzeller Witz-Wanderweg gestaltet. Zudem malte er Ölgemälde und Aquarelle von Landschaften, Tieren und Clowns.

Bis zu seinem Tod am 8. Juli 1998 lebte er mit seiner Frau Nelly in Speicher.

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