In jeder Fussballmannschaft gibt es Spieler, deren Qualitäten man erst bemerkt, wenn sie mal fehlen. Beim FC St. Gallen ist einer dieser Spieler Tom Gaal. Der Verteidiger spielt meist einen unauffälligen, aber grundsoliden Part und erledigt seine Aufgaben mit Bravour. Fehlt er jedoch, fehlt im gesamten Spiel etwas. Dies war in der Phase, in der es dem FCSG nicht gut lief, spürbar. Die Mannschaft kassierte deutlich zu viele Gegentore – bis Gaal sein Startelf-Comeback gab. Am letzten Sonntag gegen Lausanne spielte der FCSG zum erst zweiten Mal in dieser Saison zu null.
Gaals Rückkehr ist ein ebenso positives Zeichen wie das erst kurz zuvor erfolgte Comeback von Spielmacher Carlo Boukhalfa. Gewiss, ihre Vertreter haben es nicht schlecht gemacht – doch die Qualität, die diese zwei Spieler auf das Feld bringen, ist nicht so einfach zu ersetzen. Und auf sie könnte es auch am Freitag ankommen. Um 20 Uhr ist der FC St. Gallen beim FC Rapperswil-Jona zu Gast.
Es ist die Neuauflage des Cupspiels, das es schon letzte Saison – damals im Achtel- und nicht im Sechzehntelfinal – gegeben hat. Der FCSG brillierte nicht. Er mühte sich mit einem torlosen Remis in die Verlängerung, in der er durch einen Penalty von Carlo Boukhalfa in Führung ging. In der Folge glich Rapperswil-Jona durch ein Eigentor von Albert Vallci aus, es ging ins Penaltyschiessen. Dieses war merkwürdig: Nur drei Torerfolgen standen ganze sechs Fehlschüsse gegenüber. Weil der FC St. Gallen mit Vallci und Jordi Quintillà jedoch zweimal traf und Rappi nur einmal, qualifizierten sich die Grün-Weissen für die nächste Runde. Und später holten sie in Bern den Pokal.
In diesem Jahr reist der FCSG in der gleichen Favoritenrolle auf das Grünfeld wie bei der letzten Begegnung. Natürlich ist Grün-Weiss haushoch favorisiert, und natürlich werden die Gastgeber wieder alles daran setzen, dem Super-League-Team ein Bein zu stellen. Da spielt es nur eine untergeordnete Rolle, in welche Richtung die Formkurven der beiden Mannschaften zeigen. Die St. Galler haben sich zuletzt mit zwei Siegen von einer Negativspirale erholt. Rappi hat zwar gegen Leader Stade Lausanne-Ouchy 0:3 verloren, zuvor allerdings mit Xamax (3:0) und Yverdon (2:0) zwei starke Gegner besiegt. In der Rangliste belegen die Rosenstädter aktuell den siebten Rang.
FC St. Gallen vor Neuauflage des Rappi-Cupspiels