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Fussball 08.08.2026

Fehlstart: Der FC Widnau verliert das Saisonauftaktspiel in Tuggen mit 0:3

Der FC Widnau verliert das erste Meisterschaftsspiel gegen den letztjährigen Aufstiegsrunden-Teilnehmer Tuggen mit 0:3. Dabei zogen die Rheintaler eine regelrechte Horror-Startphase ein: Das Schlussresultat stand bereits nach zwölf Minuten fest.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert am 08.08.2026

Gleich zu Beginn der Meisterschaft traf der FC Widnau mit dem FC Tuggen auf einem grossen Brocken. Die Schwyzer klassierten sich in der letzten Saison hinter dem souveränen YF Juventus auf dem zweiten Platz, scheiterten aber im Aufstiegsspiel zu Hause gegen Langenthal nach einer 1:0-Führung noch mit 1:5. 
Tuggen ist ein gutes Pflaster für die Widnauer: Vor gut drei Monaten kehrte das Team überraschend mit einem 1:0-Sieg und drei Punkten ins Rheintal zurück. Drei Punkte, die für den Ligaerhalt enorm wichtig waren.  

Horror-Viertelstunde mit drei Gegentoren

Bei Temperaturen um die 30 Grad erwischten die Widnauer bei den Märchlern, die seit dieser Saison von Michele Polverino trainiert werden, einen regelrechten Horrorstart. Tuggen-Captain Caine Keller gewann einen Zweikampf im linken Mittelfeld und spielte den Ball zu Nathan Tayey Mituensi. Dieser setzte Mirza Hasanbegovic ein, der fast bis zur Grundlinie lief und das Leder millimetergenau auf den freistehenden Dardan Morina spielte. Dieser konnte sich gut zehn Meter vor dem Tor die Ecke aussuchen. Gespielt waren erst drei Minuten und 27 Sekunden. Und es kam noch schlimmer für die Gäste: 59 Sekunden später lag das Leder bereits zum zweiten Mal im Tor. Wieder war Keller der Ausgangspunkt, Hasanbegovic legte sein Zuspiel mit dem Rücken zum Tor zu Mituensi, der das 2:0 erzielte. Nach sieben Minuten kam Widnau zu einem Abschluss: Goalie Colin Hegner parierte den Abschluss von Lars Ivanusa problemlos.

Dann war wieder Tuggen an der Reihe – und erzielte seinen nächsten Treffer. Nach einem Ballverlust im Mittelfeld kam Hasanbegovic an den Ball. Er setzte sich unwiderstehlich gegen Mike De Man durch und bezwang Hetzel mit einem unhaltbaren Schuss ins linke obere Eck. Die Schwyzer waren mit schnellem Spiel zu drei Chancen und drei Toren gekommen. Gespielt waren erst zwölf Minuten. Fünf Minuten später verhinderte Hetzel den vierten Gegentreffer, als er einen Augenblick vor Hasanbegovic am Ball war. Weiter ging’s in Richtung Widnauer Tor: In der 20. Minute konnte De Man einen gefährlichen Angriff der Gastgeber stoppen.

Vierfachwechsel vor der Pause

Tuggen, das am nächsten Freitag sein Cup-Highlight mit dem Heimspiel gegen den FC Zürich feiert, blieb klar tonangebend. Widnau konnte sich keine Chancen herausarbeiten, die Defensive der Schwyzer stand kompakt. Und vorne hatten sie mit Mituensi und Hasanbegovic zwei Stürmer, die viel Zug auf’s Tor brachten. 
Beide standen kurz vor dem 4:0: Hetzel rettete gegen Mituensi in der 25. und gegen Hasanbegovic in der 28. Minute stark. Widnau versuchte es nach einer guten halben Stunde aus der Distanz, doch der Abschluss geriet zu hoch. Im Gegenzug rettete Noah Thönig, der als rechter Verteidiger agierte, sehenswert gegen Hasanbegovic und wenig später verzog Keller nur knapp. Der Spielstand ging in Ordnung. 

«Spielid amool vorwärts!», rief Trainer Andreas Lüchinger seinen Spielern zu. Kurz vor der Pause brachte er mit Raoul Marino, Timon Cabezas, Hakija Canoski und Ceyhun Tüccar, der nach seinem Kreuzbandriss vor fast einem Jahr erstmals wieder mittun konnte, neue Kräfte. 

Widnau fand in Hälfte zwei besser ins Spiel 

Nun war man gespannt, ob für die Widnauer gegen den spielstarken Gegner noch etwas drinliegen würde. Die erste Möglichkeit der zweiten Hälfte gehörte dann auch den Widnauern: Cabezas scheiterte mit seinem Abschluss an Hegner. Stefano D’Amico traf wenig später den Ball bei einem Versuch nicht wunschgemäss. Ein Freistoss von Tüccar blieb in der Schwyzer Abwehr hängen und in der 55. Minute kam wiederum Tüccar einen Schritt zu spät. Doch es war offensichtlich: Widnau hatte nun bedeutend mehr Spielanteile als noch in der ersten Hälfte, während Hetzel kein grosses Arbeitspensum mehr verrichten musste. Dennoch war die Hypothek mit drei Toren nicht kleiner geworden. 

Eine Intervention an Carlos Daniel Giovetti de Almeida nach einer Stunde roch nach Elfmeter, doch Schiedsrichter Dario Minder sah bei der Aktion aber keine Regelwidrigkeit. Dann bekam auch Hetzel wieder zu tun: Bei einem Angriff der Hausherren konnte er gegen den heranstürmenden Argtim Ismaili retten. Auf der anderen Seite blieb Hegner gegen Cabezas Sieger. In der 76. Minute sah es nach dem 4:0 aus: Morina brach durch und stand alleine vor Hetzel. Der Widnauer Keeper reagierte glänzend und entschärfte die gefährliche Situation. Drei Minuten vor Schluss hatte Widnau die beste Chance des Spiels: Canoski passte auf dem mitgelaufenen Lirim Shala, der Hegner zu einer Glanzparade zwang.

Diesmal hingen die Trauben für die Widnauer auf dem Sportplatz Linthstrasse zu hoch. Doch gegen ein Tuggen in dieser Form hätte am Samstagabend noch manch anderes Team verloren. Die Schwyzer dürften auch heuer ein Anwärter auf die Aufstiegsrunde sein. 

 

1.Liga Classic, Gruppe 3: 
Tuggen – Widnau 3:0 (3:0)
Sportplatz Linthstrasse – SR: Minder; SRA: Eicher, Yildirim.
Tore: 4. Morina 1:0, 5. Mituensi 2:0, 12. Hasanbegovic 3:0. 
Tuggen: Hegner; Romano (59. Ramabaja), J. Rüegg, Osmani, Keller; Kriz (63. Ismaili), H. Shala (75. Jaggy), N. Rüegg, Morina, Mituensi (75. Philips), Hasanbegovic (59. Heini).
Widnau: Hetzel; Thönig, De Man (40. Canoski), Neumann, Giovetti de Almeida (63. M. Metzler); De Simeis (40. Cabezas); Györky, L. Shala; Ivanusa (40. Marino), Mihci (40. Tüccar); D’Amico. 
Gelbe Karten: 45. H. Shala, 89. D’Amico.


Weitere Resultate: 

Baden – Winterthur U212:1, Thalwil – Collina d’Oro 2:1, Kosova – Mendrisio 0:0, Dietikon – Wettswil-Bonstetten 1:0, Taverne – Eschen/Mauren 1:2. Locarno – St. Gallen U21 2:3.  
Gossau – Freienbach (So. 9.8., 14 Uhr).