Egzon Shabani ist in Appenzell aufgewachsen. Man hört es. Ein bisschen Appenzeller Dialekt ist dabei, wenn er vom Fussball, von der Familie und von seinem Beruf erzählt. Kein Wunder. Er ist im Alter von vier Jahren aus Nordmazedonien mit seinen Eltern in die Schweiz gekommen, nach Appenzell. Da hat er zuerst den Kindergarten und nachher die Schule besucht und natürlich im FC Fussball gespielt.
Da sind wir beim ersten Pass: Der Mann, dem es in Appenzell und jetzt im Rheintal so gut gefällt, der sich hier heimisch fühlt, der unseren Dialekt spricht, hat einen Pass, der ihn als Nordmazedonier ausweist.
In Oberriet daheim
Familie Shabani wohnt jetzt in Oberriet. Das sind Sohn Leonis (sieben Jahre alt) und die Töchter Aleya (fünf) und Inaya (drei).
Ich habe von Seldana, meiner Frau, die perfekte Unterstützung. Sie managt unsere Familie», sagt Egzon Shabani, «Frau und Kinder sind, wenn es möglich ist, bei jedem Spiel dabei, daheim und auswärts.
Natürlich haben sie auch das entscheidende Spiel am letzten Samstag gesehen.
Fussball und Beruf
Der Fussball spielt in Egzon Shabanis Leben eine wichtige Rolle. Er hat es weit gebracht. Im Beruf blickt er ebenfalls auf eine erfolgreiche Entwicklung zurück. Nach der Lehre als Sanitär machte er eine zusätzliche Ausbildung in Richtung Haustechnik. Seit vier Jahren ist er Mitinhaber der Firma Wild und Partner AG Haustechnik in Appenzell und arbeitet als Projektleiter. Es geht um Lüftung, Heizung und Sanitär.
Zur Arbeit fährt Shabani von Oberriet nach Appenzell. Da sind wir beim zweiten Pass. Natürlich, ein Pass vom Format Gotthard ist er nicht, der Übergang von Eichberg über Eggerstanden nach Appenzell, aber ein paar passähnliche Serpentinen gehören schon dazu.
Torschütze und Vorbereiter
Bleibt noch der dritte Pass, also das Zuspiel zu einem Mitspieler, womit wir zurück auf dem Fussballplatz sind. Da sehen wir Egzon Shabani in diesem wichtigen Spiel gegen Schaffhausen. Man kennt ihn als erfolgreichen Knipser. Er taucht in jeder Torschützenliste auf den ersten Plätzen auf, vor zwei Jahren war er mit 32 Treffern bester Goalgetter. Seine Stärke ist der Abschluss. Wirklich? Wer ihn im Spiel gegen Schaffhausen beobachtet, sieht sofort, dass noch andere Stärken dazukommen. Er bewegt sich leichtfüssig, bietet sich als Sturmspitze immer wieder an und versucht, das Spiel seines Teams mit geschickten Pässen in Fluss zu bringen. In der ersten Halbzeit gelingt das eher selten. Sie verläuft harzig. «Wir waren unsicher», sagt der Trainer.
Das ändert sich in der zweiten Halbzeit. Altstätten dominiert und kommt zu guten Möglichkeiten, auch dank des eingewechselten Manuel Stüdli, der das Spiel belebt. Edmir Zulic bringt einen Elfmeter nicht ins Tor; Shabani, der diese Saison schon 17-mal getroffen hat, verfehlt diesmal mit zwei guten Abschlüssen das Ziel, so bleibt der Flachschuss von Alex Ybrah in der 66. Minute der rettende Treffer. Der Ausgleich wird gefeiert – letztlich reicht dieses Unentschieden zum Ligaerhalt.
Ein weiter Weg
Der Fussballer Shabani macht einen weiten Weg. Er beginnt in Appenzell. «Wir waren schon im Juniorenalter sehr erfolgreich.» Altstätten ist seine erste Station auswärts. «Ich hatte viele Spielminuten, und Toptrainer haben mich gefördert.» Dann wagt er den Sprung zum SC Brühl in die 1. Liga. Shabani sagt:
Da war vieles recht professionell. Ich wurde in der Brühler Familie gut aufgenommen und konnte auf dem Spielfeld Vollgas geben.» Es folgen drei Jahre beim FC Rapperswil-Jona, der in dieser Zeit den Aufstieg in die Challenge League schafft. «Nochmals eine Stufe professioneller, auch mit Morgentraining.
Er spielt in der zweithöchsten Liga, bleibt in seinem Beruf, arbeitet aber mit einem kleineren Pensum. Dann spielt er im nahen Ausland, beim FC Dornbirn in der zweiten österreichischen Bundesliga und beim USV Eschen-Mauren in Liechtenstein. Die Reise endet in Altstätten, wo er seit Juli 2023 zuerst Spieler und jetzt Spielertrainer ist. Was er auf seinem Weg in Sachen Fussball und Training gesehen und erlebt hat, fliesst nun in seine Tätigkeit als Spielertrainer ein.
Das Führungsteam bleibt
Wenn Shabani spielt, liegt die ganze Verantwortung für das Coaching während des Spiels bei seinem Assistenten Thomas Koller. Der «Chef» ist dann einer von elf. Mergim Osmani gehört auch ins Trainerteam. Sie alle bleiben auch in der nächsten Saison beim FCA. «Wir haben das Potenzial, uns im Mittelfeld zu behaupten», sagt der Trainer.
Giusi Castrovinci, der Teammanager, charakterisiert seinen Chef so:
Egzon kann Spiele entscheiden. Entweder mit seinen Worten in der Vorbereitung oder mit seinen Toren im Match.
Für den Spielertrainer des FCA spielen Pässe eine wichtige Rolle