Diepoldsau vor 2 Stunden

Gemeinde schreibt Verlust von über zwei Millionen Franken – Grundsteuer soll erhöht werden

Das Defizit der Gemeinde Diepoldsau in der Jahresrechnung 2025 fällt um rund 670'000 Franken höher aus als budgetiert. Auch für 2026 rechnet der Gemeinderat mit Verlusten. Deshalb soll der Grundsteuersatz erhöht werden.

Von gk/gia
aktualisiert vor 39 Minuten

Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Verlust von rund 2,1 Millionen Franken und damit 668'000 Franken schlechter als budgetiert. Das Budget für das laufende Jahr sieht ebenfalls einen Verlust von rund 1,97 Millionen Franken vor.

Den Steuerfuss von 85 Prozent will der Gemeinderat aber trotzdem nicht antasten. Er beantragt den Stimmberechtigten an der Bürgerversammlung, den Verlust aus dem Eigenkapital zu decken. Ganz ohne Konsequenzen bleibt die finanziell herausfordernde Situation der Gemeinde derweil nicht. So plant der Gemeinderat, die Grundsteuer von 0,5 Promille auf 0,8 Promille zu erhöhen. Damit würden Immobilienbesitzer stärker als bisher besteuert. Diese Massnahme sei notwendig, um die finanzielle Stabilität zu sichern, schreibt der Gemeinderat in einer Mitteilung. Er verweist darauf, dass der Ansatz von 0,8 Promille heute bereits in den meisten anderen Rheintaler Gemeinden üblich sei.

Die Gemeinde wolle mit der Anpassung des Grundsteuersatzes die Handlungsfähigkeit erhalten, ohne die Einkommenssteuer erhöhen zu müssen, heisst es weiter. Am budgetierten Defizit von 1,97 Millionen Franken für das laufende Jahr ändert die Erhöhung der Grundsteuer aber nichts. Die Anpassung sei bereits im Voranschlag 2026 enthalten.

Gebundene Ausgaben steigen

Dass der Abschluss 2025 unter den Erwartungen ausfiel, führt die Gemeinde auf Mehrausgaben bei der Pflegefinanzierung sowie im Schul- und Sozialbereich zurück. Es sind Themen, die die Gemeinde auch in den nächsten Jahren beschäftigen dürften.

Auch die Gemeindeunternehmen schlossen das Jahr 2025 mehrheitlich in den roten Zahlen ab. Die Wasserversorgung verzeichnete einen Verlust von rund 87'000 Franken, die Elektrizitätsversorgung ein Defizit von 525'000 Franken und das Zentrum Rheinauen ein Minus von 215'000 Franken. Einzig CATV konnte 2025 einen Gewinn verbuchen. Dieser beträgt rund 35'000 Franken.

Für das aktuelle Jahr rechnet die Gemeinde für alle vier Gemeindeunternehmen mit Verlusten. Insgesamt betragen diese voraussichtlich rund 1,7 Millionen Franken. Diese Ergebnisse werden jeweils über die Ausgleichsreserven gedeckt.

Der Gemeinderat wird der Bürgerschaft an der Bürgerversammlung vom 25. März um 19.30 Uhr in der evangelischen Kirche die Jahresrechnungen 2025 sowie die Budgets 2026 zur Genehmigung vorlegen. Die Vorversammlung findet am 23. März um 19 Uhr in der Mehrzweckhalle statt.

Abo Aktion schliessen
News aus der Region?

Alle Geschichten, alle Bilder

... für nur 12 Franken im Monat oder 132 Franken im Jahr.