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Gewalttätige Attacke in Au: Tatverdächtiger festgenommen

Vier Menschen wurden Donnerstagmittag am Gässeli verletzt aufgefunden. Während die Ermittlungen weiterlaufen, hat die Polizei einen 51-Jährigen festgenommen, gegen den dringender Tatverdacht besteht. Milo Frey, Mediensprecher der Kantonspolizei St. Gallen, gibt Auskunft.

Von kapo/red
aktualisiert vor 1 Stunde

Heulende Sirenen, zahlreiche Autos und Busse von Polizei und Feuerwehr und Rettungshubschrauber: Am Donnerstagnachmittag fand die St. Galler Kantonspolizei am Weg Gässeli vier zum Teil schwer verletzte Personen. Bei den Verletzten handelte es sich gemäss einer Mitteilung der Kantonspolizei St. Gallen um drei Frauen im Alter von 57, 65 und 87 Jahren sowie um einen 73-Jährigen. 

Der Mann war unbestimmt verletzt, die 57-Jährige eher schwer. Der Rettungsdienst brachte beide ins Spital. Die beiden älteren Frauen wiesen schwere Verletzungen auf. Sie wurden mit Rettungshelikoptern ins Spital geflogen. Der 73-jährige Mann und die jüngste Frau wohnen im betroffenen Mehrfamilienhaus. Die beiden älteren Frauen waren zu Besuch. Alle vier sind Schweizer Staatsangehörige.

Am Weg Gässeli war auch am Donnerstagabend nach 18 Uhr noch komplett gesperrt. Durchgelassen wurde nur, wer dort wohnt. Auch die Presse durfte sich dem Mehrfamilienhaus, bei dem die Verletzten gefunden wurden, nicht nähern. Die Kriminalpolizisten waren noch immer bei der Arbeit. Die wenigen Schaulustigen, die sich dem Fundort nähern wollten, wurden von einer Angehörigen der Feuerwehr freundlich, aber bestimmt weggewiesen.

51-Jähriger dringend tatverdächtig

Heute erinnerte am Weg Gässeli nichts mehr an den Vorfall. Kein Absperrband, das vergessen am Wegrand liegt, keine Anwohner, die vor ihren Häusern stehen und über die Ereignisse des Vortags sprechen. Nur das blaue Polizeisiegel an der Haustüre des Tatortes zeigt, dass hier kürzlich etwas vorgefallen sein muss.

Nachdem am Donnerstag noch darüber spekuliert wurde, was passiert sein könnte, teilte die Kantonspolizei in einer zweiten Medienmitteilung am Freitagvormittag mit, dass im Zuge der direkt eingeleiteten Nahfahndung, im Bereich der Giessenstrasse in Au, ein 51-jähriger Mann festgenommen wurde. Es handelt sich um einen Serben ohne Wohnsitz in der Schweiz. 

Im Verlaufe der Abklärungen habe sich der dringende Tatverdacht erhärtet, dass der Mann mit dem Gewaltdelikt in Verbindung stehe. Wie die Polizei bei der Fahndung ausgerechnet auf den 51-Jährigen aufmerksam wurde, ist nicht klar. Auf Anfrage, sagt Milo Frey, Mediensprecher der Kantonspolizei: «Dabei handelt es sich um Täterwissen, das nicht herausgegeben werden darf», sagt er. Eine Veröffentlichung würde die Ermittlungen gefährden. Der 73-Jährige konnte aber angeben, wie der Täter aussieht. 

Schussverletzungen ausgeschlossen

Ob die Tat spontan geschah oder gezielt geplant war, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen. «Dafür werden die Verletzten, Nachbarn sowie die festgenommene Person befragt», sagt Milo Frey. Aus diesen Aussagen ergebe sich dann ein Gesamtbild, das Rückschlüsse auf einen möglichen Tathergang zulasse. «Nach einem Tag Ermittlungsarbeit ist das aber noch zu früh.» Auch zu den Verletzungen macht die Polizei derzeit keine detaillierten Angaben, Schussverletzungen können jedoch ausgeschlossen werden. 

Ob es sich beim Tatwerkzeug um eine Stichwaffe handelt, bleibt offen. «Die verletzten Personen müssen erst entsprechend medizinisch behandelt werden», sagt Frey. Anschliessend könne man untersuchen, welchen Gegenstand der Täter verwendet habe. Unklar ist auch, ob der Mann in einem Verhältnis zu den Verletzten stand. «Das ist sicher ein zentraler Punkt der Ermittlungen», sagt Frey. Welche Rolle der Festgenommene genau spielte und ob weitere Personen beteiligt waren, ist noch offen. 

Am Donnerstag standen mehrere Patrouillen und Spezialisten der Kantonspolizei St. Gallen, der Rettungsdienst mit medizinischem Fachpersonal und Notarzt sowie je ein Rettungshelikopter der Rega und der Alpine Air Ambulance im Einsatz. Die Feuerwehr war für die Bergung der Verletzten und die Absperrung mit 20 Angehörigen ausgerückt.