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Fussball • 07.11.2026

Hartumkämpft, aber hochverdient: Au-Berneck gewinnt gegen Schluein Ilanz

In einer intensiven Begegnung geriet Au-Berneck bereits nach sechs Minuten durch einen direkt verwandelten Eckball in Rückstand. Mit einer tollen Moral kämpfte sich die Heeb-Elf zurück und siegte am Ende hochverdient mit 5:1.

Von Hansueli Steiger
aktualisiert vor 3 Stunden

Den beiden Teams lief es in den letzten Spielen unterschiedlich: Während Schluein Ilanz gegen Rebstein und das Derby in Chur jeweils mit 2:1 gewann, konnten sich die Auer in den letzten drei Spielen nur einen Zähler gutschreiben: Beim 1:1 in Glarus. Beide Mannschaften trennten vor dem Spiel in der Tabelle nur ein einziger Punkt. Die Bündner starteten dann auch sehr gut und kamen durch einen Kopfball des starken Stürmer Lars Caduff zu einem gefährlichen Kopfballabschluss. Gespielt waren noch keine drei Minuten. Und keine 60 Sekunden später war es wiederum Caduff, der zum Abschluss kam. Die Auer Abwehr wehrte den Schuss zum Eckball ab. Dieser Corner brachte die Führung der Gäste: Captain Rafael Deplazes verwandelte ihn direkt zum 0:1. «Wir sind unglücklich gestartet und kamen bereits früh in Rückstand, haben dann aber eine Super-Moral bewiesen», sagte Au-Berneck-Trainer Ralph Heeb.

Offensiv trat sein Team noch nicht in Erscheinung. Bei Schluein Ilanz lief viel über die rechte Seite, wo sie mit Caduff über einen Stürmer mit viel Vorwärtsdrang verfügen. In der 9. Minute lancierten die Auer einen ersten Angriff. Über Orhan Ademi landete der Ball bei Tahir Redzepi, der von Schluein-Goalie David Hornacek nur noch mit einem Foul gestoppt werden konnte. Das Verdikt war klar: Captain Mario Zivic verwandelte den Penalty sicher zum Ausgleich. Sieben Minuten später hatte Amir Dervisevic eine Chance, der Abschluss ging darüber. Nur ein paar Sekunden später gelang es ihm besser und es hiess 2:1.

Heeb sagte: «Wir hatten immer wieder Phasen, in denen das Umschaltspiel nicht so gut klappte. Auch waren wir dann von der Nummer 29 (Caduff) und der Nummer 9 (Deplazes) immer wieder zu weit weg.» Die beiden Akteure der Bündner waren nämlich praktisch bei jedem Angriff ihres Teams beteiligt. So entwickelte sich nach dem Führungstreffer ein hektisches und von vielen Zweikämpfen geprägtes Spiel.

In der 39. Minute gab es Freistoss für die Gäste aus zentraler Position aus gut 20 Metern, Caduff nahm Anlauf, scheiterte dann aber an der Auer Mauer. Dann hatte Zivic mit einem Freistoss eine gute Möglichkeit, Hornacek klärte die Situation. Ademi hatte die nächste Chance. Von einem schönen Pass, den Dervisevic mit der Ferse weiterspielte, konnte er aber nicht profitieren. Auch hier stand der Bündner Goalie im Weg.

Amir Dervisevic muss verletzt vom Platz 

Nach der Pause waren zuerst wieder die Gäste am Drücker, Caduff und Ronny Casutt kamen zu Abschlüssen. Dann spielte Zivic einen seiner genauen Freistösse genau auf den Kopf von Ademi, der wiederum an Hornacek scheiterte. Deplazes lief in der 53. Minute durch die Abwehr, Marc-André Bursac verhinderte mit einer tollen Aktion einen möglichen Gegentreffer. Zwei Minuten später kam Garret Eppler auf’s Feld und bereits bei seiner ersten Aktion stand er im Fokus: Sein Zuspiel von der linken Seite fand Dervisevic, der den Ball problemlos im gegnerischen Netz versorgte. Neun Minuten später stand wieder Dervisevic im Zentrum, allerdings auf unerfreuliche Weise. Nach einem groben Einsteigen von Fadri Arpagaus verletzte sich der Auer Offensiv-Trumpf und musste noch während des Spiels ins Spital zum Untersuch. «Das hätte auch direkt rot geben müssen», sagte ein Auer Fan. Schluein war dennoch um einen Spieler dezimiert: Die gelbe Karte war die Zweite, die Arpagaus in dieser Begegnung sah.

Wenig später musste auch Deplazes gepflegt werden und das Spiel war für mehrere Minuten unterbrochen. Als Schiedsrichter Davide Sidler weiterspielen liess, hatte Zivic eine Riesenchance: Er sah, dass das Tor der Gäste sperrangelweit offenstand und schoss sofort, Horacek rettete mit einer mirakulösen Parade. Nun hatte Au-Berneck alles unter Kontrolle. Eppler lief in der 83. Minute rechts durch und wurde nicht angegriffen. Seine Flanke kam genau auf Zivic, der den Ball direkt abnahm und auf 4:1 stellte. Drei Minuten passte Emir Murati auf Eppler. Dessen Pass in die Mitte wurde von Innenverteidiger Josa Capeder unhaltbar abgelenkt. Kurz vor Schluss musste noch ein Bündner früher unter die Dusche, Lars Zala sah zum zweiten Mal innert 14 Minuten gelb. In doppelter Überzahl konnten die Einheimischen nun schalten und walten, wie sie wollten. Ein Tor gab es zwar noch, aber kurz zuvor eingewechselte Deon Delija stand hauchdünn im Abseits.  
«Wir haben eine gute Reaktion gezeigt nach den letzten Wochen, die nicht optimal verlaufen sind. Unser Sieg ist sicher verdient, aber wir haben ihn mit der Verletzung von Dervisevic teuer bezahlt», sagte Heeb.

 

2. Liga, Gruppe 1: 
Au-Berneck – Schluein Ilanz 5:1 (2:1)
Tägeren – 163 Zuschauer – SR: Sidler – SRA: Bieri, Dügünyurdu
Tore: 6. Deplazes 0:1, 10. Zivic (Pen.) 1:1, 17. Dervisevic 2:1, 56. Dervisevic 2:1, 83. Zivic 4:1, 85. Eigentor Capeder 5:1.
Au-Berneck: Bursac; Schachner, Bilgeri, Alsufi, Boehrer (79. Ramadani); Eugster, Zivic, Dervisevic (67. Murati), Redzepi (55. Eppler), Mayer (79. Banushi); Ademi (86. Delija).
Schluein Ilanz: Hornacek; Zala, Casutt, Capeder, Tristano; Arpagaus; Zala, Deplazes (72. Weishaupt), Rechenbach (63. Manetsch), Paulin (46. Cavegn); Caduff.
Gelbe Karten: 9. Hornicek, 30. Arpagaus, 37. Eugster, 37. Dervisevic, 42. Tristano, 75. Zala, 85. Eppler
Gelb-rote Karten: 66. Arpagaus, 89. Zala.