FC St.Gallen 04.02.2026

Historischer Cup-Sieg gegen Basel: Der FCSG steht im Halbfinal

Der FC St.Gallen bezwingt den FC Basel in einem packenden Cup-Viertelfinale mit 2:1 und räumt damit einen grossen Rivalen vor einer möglichen Finalqualifikation aus dem Weg.

Von Martin Oswald
aktualisiert am 04.02.2026

Tiefe Temperaturen, tiefer Boden und zwei Mannschaften, die zuletzt enttäuschten und etwas gutzumachen hatten: Es war angerichtet für ein packendes Cupspiel. In der Meisterschaft liessen sowohl der FC St.Gallen wie auch der FC Basel zuletzt wichtige Punkte im Kampf um die Tabellenspitze liegen. Während Aufsteiger Thun dem Rest der Liga zu enteilen droht, bliebe den Mannschaften von Enno Maassen und Stephan Lichtsteiner nur noch der Weg über den Cup zu einem Titel.

Während für Basel eine Saison ohne Titel eine Enttäuschung ist, wäre ein solcher für die Espen die Erfüllung eines lang gehegten Traums. Doch mit Träumen gewinnt man keine Spiele, es brauchte an diesem Mittwochabend eine Top-Leistung und etwas Schlachtenglück.

Der Führungstreffer schon in der ersten Minute

Und die Espen legten los wie die Feuerwehr. Ein Angriff über rechts, Vandermersch lanciert Baldé und dieser schnibbelte den Ball an FCB-Torhüter Salvi vorbei zum 1:0 – das Ganze noch in der 1. Spielminute. Das Spiel war damit spektakulär eröffnet. Lichtsteiner trabte wild gestikulierend in seiner Coaching-Zone hin und her.

Dem neuen Basel-Trainer drohte im dritten Spiel die dritte Niederlage. St.Gallen hielt den Druck aufrecht, presste den Gegner früh und ging hart in die Zweikämpfe, was neben Lichtsteiner auch Shaqiri immer wieder zu Diskussionen mit Schiedsrichter Lukas Fähndrich provozierte.

Kaum Basler Szenen bis zur Halbzeit

Bis zur nächsten guten St.Galler Chance vergingen 23 Minuten, erneut war es Aliou Baldé, der Salvi mit einem Weitschuss prüfte. Kurz darauf drosch Alessandro Vogt den Ball aus kurzer Distanz am Pfosten vorbei. Von Basels Offensive war lange Zeit nichts zu sehen, ein erster Abschluss von Dortmund-Leihgabe Duranville flog in der 39. Minute weit über das Tor. Momente später schob Bacanin den Ball gefährlich nah am Gehäuse vorbei. Dann war Pause. St.Gallens Cup-Goalie Lukas Watkowiak hatte sich in Halbzeit eins nicht auszeichnen müssen. Der Deutsche war sowohl gegen Wil wie auch gegen Rapperswil zum Penalty-Killer avanciert und hatte grossen Anteil am Verbleib seiner Mannschaft im Cup.

Kein Nachlassen wie gegen Servette und Luzern

Mit einer 1:0-Führung und dem Gefühl, Basel bislang komplett dominiert zu haben, startete St.Gallen in die zweite Halbzeit. Doch der Meister wurde stärker und das Heimteam begann defensiver zu agieren. Hatten die beiden Spiele gegen Servette und Luzern Spuren in den Köpfen der Spieler hinterlassen? Zweimal war es nicht gelungen, einen Zwei-Tore-Vorsprung zu verwalten.

Im mit 16’955 Zuschauern ansprechend gefüllten Kybunpark stieg die Spannung. Auch Enno Maassens Elf kam jetzt nur noch selten zu gefährlichen Strafraumaktionen. Ein Volley-Schuss von Vandermersch in der 60. Minute blieb für lange Zeit die heisseste Szene. Besonders Christian Witzig agierte an diesem Abend häufig unglücklich. Auch Vogt kämpfte gewohnt fleissig, blieb aber ohne Fortune und wurde für die letzte halbe Stunde von Diego Besio ersetzt.

Kaum war dieser Wechsel vollzogen, fiel der Ausgleichstreffer. Traoré flankte unbedrängt zur Mitte, wo Basels Stürmer Koloto, von Stanic und Okoroji sträflich allein gelassen, den Ball an Watkowiak vorbei ins Netz köpfelte. Die Zeiger waren wieder auf null gestellt und das Heimteam musste jetzt aufpassen, nicht passiv zu werden.

Stimmungsvoller Cupfight auf Messers Schneide

Doch es reagierte, erst mit einer Kopfball-Chance von Stanic und nach der Abwehr durch Salvi mit einem Nachschuss von Okoroji, der nur Zentimeter am Tor vorbeistrich. Das Publikum wurde lauter – Besio prüfte Basels Keeper mit einem strammen Weitschuss. Jetzt war es ein richtiger Cupfight, viele hart geführte Zweikämpfe, Stimmung auf den Rängen und ein Heimteam, das die Entscheidung suchte.

Carlo Boukhalfa erzielt den umjubelten Siegestreffer.
Carlo Boukhalfa erzielt den umjubelten Siegestreffer.
Keystone / Claudio Thoma

Und fand: In der 92. Minute fasste sich Boukhalfa ein Herz und versenkte das Leder aus 20 Metern im Basler Tor. Jetzt gab es kein Halten mehr, der Kybunpark stand Kopf, Spieler und Ersatzspieler rannten zum Torschützen. Zwei gefährliche Basler Freistösse später pfeifft Schiedsrichter Fähndrich die Partie ab.  

Ein Cup-Sieg für die Geschichtsbücher

Der FC St.Gallen schafft damit Historisches: Der FC Basel hatte von seinen bislang sechs Cupspielen gegen den FC St. Gallen nur eines verloren. Und das ist lange her: 1945 gewannen die Ostschweizer den Achtelfinal im Espenmoos mit 3:0. Und jetzt, am 4. Februar 2026, sicherte sich der FC St.Gallen mit einer beherzten Leistungen gegen Basel die Qualifikation für den Cup-Halbfinal.

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