Ein wenig östlich von Lausanne, aber mit der Stadt zusammengewachsen, liegt das Städtchen Lutry. Es begrüsst mit scheuem Sonnenschein, die Leute spazieren über die schöne Promenade, auf dem direkt am See gelegenen Fussballplatz spielen Kids und Erwachsene. Doch über die Gemeinde hat sich ein Schatten gelegt. Rund ein Viertel der jungen Menschen, die bei der Brandkatastrophe von Crans-Montana ihr Leben verloren haben, stammt aus Lutry. Viele von ihnen hatten eine starke Verbindung zum Fussballclub der 10’700-Einwohner-Stadt, dessen erste Mannschaft in der 2. Liga regional spielt.
Der Zaun des Fussballplatzes ist der Ort, an dem sich die Gedanken zum Gedenken treffen. Der FC Lutry lädt alle ein, sich an dieser Solidaritätsaktion zu beteiligen. Am Sonntagmittag ist auch Stéphane Bise, der Clubpräsident, vor Ort. Als «Epizentrum der Trauer» bezeichnet er die Gemeinde, er ringt heute noch um Worte. «Es scheint, als wäre dieses Jahr schon sechs Monate alt», sagt er. Und: «Wir machen das nicht nur für die, die verstorben sind, sondern auch für die, die unter uns sind und eine schwierige Zeit haben. Sie brauchen viel Kraft und Mut, um irgendwie weiterzumachen.»
Am Zaun hängen über tausend Solidaritätsbekundungen, mit Filzstift auf Schleifen geschrieben, die aus dem Segel eines im Hafen von Lutry liegenden Schiffes ausgeschnitten wurden. Es ist spürbar: In Lutry ist nichts mehr, wie es war. Und doch erfüllt das Gelächter der Kinder auf dem Fussballplatz und der kleinen, daneben liegenden Eisbahn, den Sonntag. Es muss, es wird weitergehen. Auch für den FC Lutry. «Wir freuen uns sehr, können wir auf so viel Solidarität aus der Bevölkerung zählen. Das stärkt uns wirklich», sagt Stéphane Bise.
In Lutry und beim FC Lutry ist nichts mehr, wie es war