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In Vorarlberg ist der Abstiegskampf jetzt schon entbrannt

In der Saison 2026/27 stellt das Bundesland Vorarlberg wieder zwei Bundesligisten. Sowohl für den etablierten SCR Altach wie auch für die aufgestiegene Lustenauer Austria ist klar: Das Saisonziel heisst Ligaerhalt.

Von Remo Zollinger
aktualisiert vor 1 Stunde

Es gibt kaum eine Mannschaft, auf die der abgedroschene Begriff «Stehaufmännchen» besser zutrifft als auf den SCR Altach. Oft standen die Rheindörfler in den letzten Saisons in der Bundesliga mit dem Rücken zur Wand – doch es gelang ihnen stets, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen und die Klasse zu halten. Dies ist seit 2018 so; die letzte bessere Klassierung als Rang acht erreichte Altach 2016/17 mit Platz vier.

Auch in dieser Saison scheint es wieder auf den Kampf um das sportliche Überleben in der Liga herauszulaufen. Und auch diese Saison zeigt der SCRA seine bekannte Qualität. Vor dem Spiel am letzten Wochenende belegte die Mannschaft von Ognjen Zaric, früher Trainer des FC Winterthur, den letzten Rang. Einem Sieg standen sechs Niederlagen gegenüber, fünf davon in Folge. Doch das Kellerduell gegen den Wolfsberger AC entschied Altach deutlich für sich. Ousmane Diawara traf schon in der sechsten Minute zum 1:0, Benjamin Böckle liess dem Führungstor in der 13. Minute das 2:0 folgen. In Minute 49 erhöhte Diawara dann auf 3:0, wobei es blieb – Altach feierte seinen zweiten Sieg in der Saison und reichte die ungeliebte rote Laterne dem Gast aus Kärnten weiter.

Eine St. Galler Leihgabe glänzt bei der Austria

Die fünfte Niederlage der Pechsträhne kassierte Altach im Lustenauer Reichshofstadion. Vor 5198 Fans siegte die Austria Lustenau mit 2:0. Für die aufgestiegenen Lustenauer waren es die Punkte sechs bis acht in der Saison. Und ein Mann hatte daran einen ganz besonderen Anteil: Antonio Verinac. Der 21-Jährige gehört dem FC St. Gallen, er geht seit Sommer als Leihgabe in Vorarlberg auf Torejagd.

Seinen Einstand beim FCSG haben wohl die wenigsten Fans vergessen: Am 1. Februar 2026 wurde er beim Auswärtsspiel in Luzern eingewechselt, musste das Feld aber drei Minuten später wieder verlassen, nachdem er sich zu einer Tätlichkeit hatte hinreissen lassen.

Dass er es besser kann, zeigte der Deutsch-Kroate in der Folge in der St. Galler U21 und seit dem Sommer in Lustenau. Besonders dem Derby drückte Verinac seinen Stempel auf. In der 37. Minute brachte er Lustenau in Führung. Kurz vor der Pause bediente er Dominik Weixelbraun, der das 2:0 erzielte. Dabei blieb es. Verinac hatte bei beiden Toren seine Füsse im Spiel. Und er erarbeitete sich damit ein Aufgebot für die U21-Nationalmannschaft Kroatiens. Trainer Ivica Olic, früher bei Bayern München, beim HSV und bei Wolfsburg, bot den grossgewachsenen Stürmer für drei Spiele auf, in denen Verinac für insgesamt gut 80 Minuten auf dem Feld stand. Ein Tor gelang ihm dabei nicht, er gab aber seine Visitenkarte ab – was nicht zuletzt auch den FC St. Gallen freuen dürfte. In der Ostschweiz beobachtet man seine Entwicklung genau.

Eine weitere Leihgabe, die bei der Austria spielt, heisst Dominik Weixelbraun und ist Bundesliga-Torschützenleader. Lustenau darf nicht zuletzt dank dem starken Sturmduo auf einen gelungenen Saisonauftakt zurückblicken. Nun folgen aber gleich zwei Spiele, in denen die Trauben sehr hoch hängen: Am Samstag geht's in Lustenau gegen den Doublegewinner Linzer ASK, danach folgt das Auswärtsspiel bei RB Salzburg. Wie in Altach, geht's auch in Lustenau primär um Punkte für den Ligaerhalt.

Rangliste (alle 8 Spiele): 1. Rapid Wien 21, 2. RB Salzburg 18, 3. Linzer ASK 16, 4. Sturm Graz 14, 5. Hartberg 11, 6. Ried 11, 7. Grazer AK 9, 8. WSG Tirol 8, 9. Austria Lustenau 8, 10. Austria Wien 7, 11. SCR Altach 6, 12. Wolfsberger AC 5.