Sozialkassen • vor 2 Stunden

Ist das Einkommen knapp, kann das Geld aus zwei «Kässeli» viel bewegen

In Altstätten hilft der Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess bei finanziellen Engpässen. Die Herbstsammlung unterstützt auch das Begegnungszentrum Reburg.

Von sk
aktualisiert vor 2 Stunden

Ein paar Arbeitsstunden fallen weg. Eine Zahnarztrechnung kommt ungelegen. Oder eine unerwartete Ausgabe sprengt das kleine Budget. In solchen Momenten kann der Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess einspringen. Auch in diesem Herbst sammelt das Sozialamt wieder für Menschen in Altstätten und für Angebote im Familien- und Begegnungszentrum, die Gross und Klein zugutekommen.

E-Bike für Bub mit langem Schulweg

Manchmal ist eine Rechnung nicht riesig und trotzdem zu viel. Besonders dann, wenn das Einkommen knapp ist und Erspartes fehlt. Der Fonds Dr. Biroll-Schulthess springt ein, wenn Menschen in Altstätten eine nötige Ausgabe nicht selbst bezahlen können. So finanzierte der Fonds in den vergangenen Monaten etwa einem 14-jährigen Buben ein E-Bike für seinen mehr als 15 Kilometer langen Schulweg.

Er beteiligte sich an den Umzugskosten einer alleinerziehenden Mutter und ermöglichte einer jungen Frau den Lehrgang für Pflegehelfende beim Schweizerischen Roten Kreuz und damit den Einstieg ins Berufsleben. Auch Zahnbehandlungen, Rettungskosten und kurzfristige Überbrückungshilfen konnten über den Fonds finanziert werden.

Wenn eine Rechnung das eigene Budget übersteigt, können sich Altstätterinnen und Altstätter beim Sozialamt der Stadt melden. «Wir suchen dann gemeinsam nach Lösungen und schauen, welche Unterstützung möglich ist», sagt Roman Zimmermann, Leiter des Bereichs Soziales bei der Stadt Altstätten. Ebenso können sich Fachpersonen und Partnerorganisationen ans Sozialamt wenden, wenn sie Personen aus Altstätten beraten und das Geld für eine nötige Ausgabe fehlt.

Wo Neues entsteht und Bewährtes bleibt

Im Familien- und Begegnungszentrum Reburg treffen sich Jung und Alt. Kleine Wirbelwinde toben sich im Spielbereich aus, andere sitzen bei einem Kaffee zusammen, plaudern über Gott und die Welt oder erzählen, was sie gerade beschäftigt. Mit Spenden kann die «Reburg» neue Ideen ausprobieren, bestehende Angebote weiterentwickeln und Bewährtes erhalten.

Herbstsammlung ersetzt seit 2023 die Winterhilfe

Die Herbstsammlung gibt es gemäss einer Mitteilung der Stadt Altstätten in dieser Form seit 2023. Nachdem die örtliche Geschäftsstelle der Winterhilfe aufgelöst worden war, entschieden sich das Sozialamt mit dem Sozialfonds Dr. Biroll-Schulthess und die «Reburg», die Hilfe vor Ort weiterzuführen. Dank der Spenden und der treuen Unterstützung durch die Karl-Zünd-Stiftung, die Carlo-und-Irene-Fetzer-Stiftung und viele weitere Privatpersonen und Firmen kommt jährlich ein bedeutender Betrag zusammen, schreibt die Stadt. Das Geld bleibe in Altstätten und fliesse vollständig in die Hilfe für Menschen vor Ort sowie in lokale Projekte.

«Natürlich freuen wir uns auch in diesem Herbst über alle, die mithelfen, die beiden Kässeli zu füllen», sagt Roman Zimmermann: «So können wir auch im nächsten Jahr mit einem kleinen Zustupf eine grosse Sorge ein Stück kleiner machen.»