Sechs Athletinnen und zwei Athleten des STV Oberriet-Eichenwies starteten letztes Wochenende an den Schweizer Meisterschaften in Thun (U16/18) und Basel (U20/23). Janis Beuggert ging erstmals bei der U18 an den Start – und setzte seine Medaillenausbeute fort. Anders als in früheren Titelkämpfen absolvierte er gleich vier Disziplinen an einem Tag. Gestartet wurde mit dem Kugelstossen. Mit 14,77 Metern stiess Beuggert eine neue persönliche Bestweite. Er belegte als Einziger des jüngeren Jahrganges in dieser Disziplin Rang vier.
In den letzten Jahren führte im Hochsprung kein Weg am 16-jährigen Oberrieter vorbei. 2023 freute er sich als U14-Athlet bei der U16 erstmals über den Outdoor-Titel. 2024 und 2025 gewann er jeweils im Freien und in der Halle SM-Gold, und auch dieses Jahr hatte er im Februar in der Halle bereits Gold gewonnen.
Beuggert wollte auch das Gold über 110m Hürden
Die Serie ist nicht selbstverständlich. Trotz Muskelkrämpfen im Vorfeld meisterte er den Wettkampf souverän. Nach der Anfangshöhe von 1,87m übersprang er jeweils im ersten Versuch 1,90, 1,93 und 1,96m. Danach stand der Meistertitel für Beuggert, der eine Saisonbesthöhe von 1,97m ausweist, fest. «Sicher wäre es cool gewesen, es auf zwei Meter zu versuchen. Doch ich hatte noch weitere Wettkämpfe vor mir.» Über 110m Hürden, wo Beuggert bereits mehrere SM-Medaillen gewonnen hatte, aber noch nie Gold, eröffnete sich ihm diese womöglich einmalige Chance. Der stärkste Schweizer Hürdenläufer in seiner Altersklasse ist verletzt, der zweitstärkste wurde im Halbfinal wegen eines Fehlstartes disqualifiziert.
So ging Beuggert als Favorit ins Rennen. «Ich hatte müde Beine. Doch ich wollte dieses Gold unbedingt, und es ging zwischen den Hürden richtig vorwärts», so Beuggert. Er senkte seine persönliche Bestzeit um vier Hundertstel und gewann in 13,91s. Beuggert hatte sein grosses Ziel erreicht und ging dann ohne Erwartungen an den Weitsprung. Dass er auch hier auftrumpfen konnte, kam für ihn überraschend. Er sprang diese Saison öfters um 6,45m, fühlte sich bereits müde, doch im Wettkampf steigerte er sich kontinuierlich und lag mit 6,80m lange vorne. Erst im letzten Versuch gelang Julian Wagner vom LV Langenthal ein Satz auf 6,93m. Auch Beuggert gelang nochmals eine Verbesserung auf 6,84m; mit dieser neuen Bestweite holte er Silber.
Am 26. und 27. September steht ein weiterer grosser Anlass bevor: Dann gibt Beuggert in Hochdorf sein Zehnkampf-Debüt. Obwohl er diese Saison immer wieder mit Knochenhautentzündungen zu kämpfen hatte und deshalb den 1500m-Lauf sowie den Stabhochsprung etwas vernachlässigte, ist er optimistisch: «Die Grundlagen sind gut, und auch die Explosivität stimmt. Ich freue mich auf dieses Debüt.»
Ben Aebi: Gut, aber knapp am Final vorbei
Ebenfalls in der U18 startete Ben Aebi. Über 100 Meter lief er mit 11,71 Sekunden zwei Zehntel über seiner persönlichen Bestzeit (PB). «Die Zeit ist in Ordnung, ich wollte aber in Richtung PB laufen, dafür war die Beschleunigungsphase zu wenig gut», sagte Aebi selbstkritisch. Über 110m Hürden hatte er sich den Final als Ziel gesetzt. Mit 15,00s erreichte er den Halbfinal. Dort strauchelte er bei der ersten Hürde und konnte kein Tempo mehr aufbauen. Schliesslich nahm er auch die dritte sowie die letzte Hürde mit dem Nachziehbein mit. Mit 15,13s verpasste er den Final trotzdem nur um einen Zehntel.
Auch der Weitsprung gelang nicht nach seinen Vorstellungen. Zuerst übertrat er, dann kam er bei den Versuchen zwei und drei nicht an den Balken heran. Schliesslich sprang er 6,00 Meter und verpasste den Final der besten acht um zehn Zentimeter. Ben Aebi gelang es so nicht, beim Höhepunkt einer guten Saison sein zuletzt gezeigtes Potenzial abzurufen. «Es waren gute Leistungen, aber ich erreichte keines meiner gesteckten Ziele», lautete sein Fazit.
Malea Fischer im Hürden-Halbfinal
Nach ihrer Schweizer-Meisterschafts-Premiere im Vorjahr qualifizierte sich Malea Fischer (U18) erstmals in zwei Disziplinen für die SM, was sie sehr freute. Nicht ganz zufrieden zeigte sie sich mit ihrem 100m-Rennen und der Zeit von 13,33s bei einer BP von 12,92s. Dafür qualifizierte sie sich mit der PB von 15,12s über 100m Hürden für den Halbfinal. Auch dort gelang ihr ein guter Start, sie kam aber an der zweitletzten Hürde ins Stolpern. Mit 15,44s konnte sie ihre Zeit aus dem Vorlauf nicht wiederholen.
Aino Loher (U18) hatte sich über 800 Meter für die Titelkämpfe qualifiziert. Sie startete die ersten 400m gut, konnte aber das Tempo nicht bis zum Schluss mithalten und lief in 2:32.43min auf Rang 22.
SM-Debüts im Speer und über 2000 Meter
Ihr SM-Debüt feierten in der U16 im Speerwurf Mila und Lenya Hutter. Beide freuten sich auf den Wettkampf und die neuen Erfahrungen. «Es war schön, das Ziel Schweizer Meisterschaft erreicht zu haben», sagte Lenya Hutter. «Die Wettkampfvorbereitung mit dem Callroom und dem gemeinsamen Einlaufen ist spezieller als bei anderen Wettkämpfen», sagte Mila Hutter. Sie kamen mit dem Ziel an den Wettkampf, ihre PB von 37,04m (Mila) respektive 37,16m (Lenya) zu verbessern. Schliesslich warf Mila 35,22m, was Rang neun bedeutete. «Damit habe ich mein Ziel, eine Top-Ten-Platzierung, erreicht», sagte die junge Athletin. Lenya Hutters 33,84m bedeuteten Rang zwölf.
Für die junge Elenia Vogel (U16) galt es bei ihrer ersten SM-Teilnahme vor allem Erfahrungen zu sammeln. Sie lief die 2000 Meter in der Zeit von 7:05,10 Minuten und belegte Platz 18.
An der U20-SM in Basel lief Aline Zäch den Vorlauf über 200 Meter in 27,54 Sekunden. «Die Zeit hätte sicher noch besser sein können», so die Athletin, die im Februar die 200m in der Halle in 26,88s lief. Doch sie war nach einer durch eine Knochenhautentzündung schwierigen Vorbereitung ohne Erwartungen gestartet: «Ich freute mich, dass ich mich für die Schweizer Meisterschaft qualifizieren konnte, und versuchte, dieses Highlight zu geniessen.»
Janis Beuggert gewinnt zum siebten Mal in Serie Gold im Hochsprung