Die nationalen Titelkämpfe im Springreiten fanden am letzten Wochenende in Lyss BE statt. Der Oberrieter Reiter Jonas Tiefenauer hatte in der Kategorie Junge Reiter im Jahr 2024 Gold und 2025 Bronze gewonnen. Nun wagte er sich auf Monte Cristo zu den «Grossen» in die Elite – und etablierte sich dort direkt in der Spitze. Hinter Timo Heiniger (Gold) und Edouard Schmitz (Silber) ritt Tiefenauer zur Bronzemedaille.
Vor dem letzten, entscheidenden Umgang lag Tiefenauer an der Spitze des Klassements. Mit einer Parforceleistung und einem von nur drei makellosen Umgängen hatte er sich vor allen Arrivierten nach vorne katapultiert. In der Finalrunde durfte er sich maximal einen Abwurf leisten, um nicht vom Podest zu fallen. Tiefenauer hielt dieser Nervenbelastung stand; nach einem Abwurf wurde es Rang drei. Was sich zuerst wie eine leise Enttäuschung anfühlte, wich sehr schnell der Freude und der Gewissheit, einen Podestplatz bei der Elite erreicht zu haben.
Die Rheintaler überzeugen auf ihrem gemeinsamen Weg
Das gute Ergebnis aus Rheintaler Sicht rundete Linus Hanselmann mit Dallas ab. Er belegte den starken zehnten Schlussrang und liess ebenfalls viele etablierte Paare hinter sich. Malin Cavegn, die ebenfalls der Oberrieter Trainingsgruppe Wichenstein angehört, komplettierte das hervorragende Teamergebnis mit Bronze bei den Junioren U18.
Tiefenauer und Hanselmann zählen in der Elite der Springer noch zu den Nachwuchshoffnungen, ist im Reitsport Erfahrung doch ein wichtiger Faktor. Die beiden sind zusammen aber schon einen weiten Weg gegangen. Beruflich haben sie aber unterschiedliche Wege gewählt: Hanselmann konzentriert sich derzeit auf sein Studium der Veterinärmedizin, Tiefenauer setzt voll auf Pferdesport. Er hat nach der Lehre als Zimmermann nun auch die zweite Ausbildung als Pferdefachmann EFZ erfolgreich abgeschlossen und setzt seine sportliche Laufbahn demnächst im Stall von Daniel Etter im Berner Seeland fort.
Erfolgreiche Saison und optimistischer Ausblick
Die sportliche Laufbahn der zwei Freunde und Trainingspartner verläuft aber erstaunlich parallel. Tiefenauer und Hanselmann waren in den Nachwuchskategorien hoch erfolgreich und haben den Anschluss an die nationale Elite scheinbar mühelos geschafft. Während Tiefenauer dieses Jahr den Grossen Preis von Gossau für sich entschied, siegte Hanselmann in Amriswil. Diese Resultate registrierte auch Equipenchef Peter van der Waij: Beide Athleten debütierten im Frühsommer erfolgreich international im Nationenpreisteam der Schweizer Elite. Tiefenauer ritt am CSIO Budapest und Hanselmann am CSIO Lissabon. Beide steuerten jeweils eine Nullrunde zum Teamergebnis bei. Weiter kamen viele Top-Klassierungen auf nationaler wie internationaler Stufe bis Niveau 155 hinzu.
Die jungen Sportler wissen, dass nicht nur starke Leistungen, sondern auch einsatzbereite Spitzenpferde zu ihrem Metier gehören. Entsprechend werden ihre Pferde verwöhnt, gepflegt und trainiert. Auf die mentale Verfassung der Tiere legen sie ein grosses Augenmerk. Oft arbeiten sie in freier Natur an ihrer Physis, damit sie nicht nur körperlich, sondern auch mental für Höchstleistungen bereit sind. Auch in Zukunft dürfen die beiden auf die Unterstützung der sportbegeisterten Pferdebesitzer Viktor Maurer, Albert Herzog und Kurt Jenny zählen. Dieser Umstand lässt sie optimistisch in die Zukunft blicken. Auf die weitere sportliche Entwicklung der Rheintaler Toptalente darf man gespannt sein.
Jonas Tiefenauer holt an der Schweizer Meisterschaft Bronze